Aargauer soll TKB-Bankrat werden

  • Mike Franz stellt sich zur Wahl in den neunköpfigen Bankrat der Thurgauer Kantonalbank.
    Mike Franz stellt sich zur Wahl in den neunköpfigen Bankrat der Thurgauer Kantonalbank. (Reto Martin)
15.03.2017 | 19:49

THURGAU ⋅ Der Regierungsrat schlägt den Unternehmer Mike Franz als Mitglied des Bankrates der Thurgauer Kantonalbank zuhanden des Grossen Rates vor. Aus der SVP-Fraktion sind Vorbehalte zu vernehmen – sie hätten sich ein Thurgauer SVP-Mitglied gewünscht.

Sebastian Keller
Der Nebel bedeckt die Thurebene und hält einige landschaftlichen Details unter dem Deckel. Die Sonne fehlt. Eine erhellende Absicht hat auch Regierungsrat Jakob Stark, als er die Medien auf den Thurberg oberhalb Weinfeldens begrüsst. Zweck der Einladung: Vorstellung des Kandidaten für den freiwerdenden Sitz im Bankrat der Thurgauer Kantonalbank (TKB). Auch schon war eine Nominierung von Misstönen begleitet: 2015 zog sich ein Kandidat nach Kritik im Zusammenhang mit einem Pensionskassenskandal zurück. 

Die aktuelle Kandidatensuche war nötig, weil SVP-Vertreter Werner Dickenmann per Ende Mai aus dem strategischen Führungsgremium der Bank zurücktritt. Aus Altersgründen. Der Regierungsrat schlägt dem Grossen Rat den Kandidaten zur Wahl vor. «Hoch über der Thurebene haben wir den Überblick über dieses wichtige Geschäft», sagte Finanzminister Stark. Er stellte den Kandidaten vor: Mike Franz, 52-jährig, verheiratet, Vater zweier Kinder, parteilos, Elektroingenieur ETH, wohnhaft in Gipf-Oberfrick. Wer den Ort nicht kennt, hat nicht zwangsläufig im Geografieunterricht geschlafen. Die Gemeinde liegt im Westen des Aargaus. Dass Franz kein Thurgauer ist und zudem nicht der SVP angehöre, nehme man in Kauf, weil er die zentralen Anforderungen «in hohem Masse erfüllt», so Stark. Gesucht war eine Person mit Kenntnissen und Erfahrungen in der Informatik und Digitalisierung mit speziellem Fokus auf das Bankwesen.  

Unternehmer mit Leistungsausweis 
Franz lächelte wie jemand, der sich auf eine neue Aufgabe freut. «Ich bringe einen Hintergrund mit, der in den TKB-Bankrat passt», sagte er. Im Schreiben an den Grossen Rat ist über ihn zu lesen, dass er heute 60 Millionen Schweizer Franken Umsatz mit 400 Mitarbeitenden verantworte. Das Unternehmen, auf das sich diese Kennzahlen beziehen, hat er während seines Studiums mitbegründet: Netcetera. Eine nach eigenen Angaben führende Softwarefirma für Lösungen in der digitalen Transformation. Das heisst: Wie übersetzt ein Unternehmen sein Geschäftsmodell ins digitale Zeitalter? Netcetera besitzt mehrere Tochterfirmen. Eine davon bietet Lösungen für Banken und Versicherungen an. «Wir brauchen jemanden, der uns im Bereich der Digitalisierung stärkt», sagte Urs Saxer, Vizepräsident des TKB-Bankrates. Franz sei ein solcher «Digitalisierungsprofi».

Der Kandidat unterliess es nicht, seine Verbindung zum Thurgau hervorzuheben. Er habe Militärdienst in Frauenfeld geleistet. Auch von Wanderungen kenne er den Kanton. Verwandte leben hier. Regierungsrat Stark sagte, dass Franz «mentalitätsmässig» gut in den Thurgauer Bankrat passe, da er in ländlicher Umgebung verwurzelt sei.  

Franz Angebot an die SVP des Kantons Thurgau 
Politisch liesse er sich der bürgerlichen Mitte zuordnen, sagte Franz. Er habe er sich bereit erklärt, der SVP «gerne auch regelmässig für Berichterstattung, Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit dem TKB-Bankrat zur Verfügung zu stehen», heisst es im Schreiben an den Grossen Rat. Dies offeriert er, da der zurücktretende Bankrat SVP-Mitglied war. Zum Schluss der Präsentation ist es der Sonne gelungen, den Nebel über der Ebene zu vertreiben. Diese Hoffnung hatte auch Jakob Stark im Zusammenhang mit der Kandidatur.
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wie viele Buchstaben hat das Wort Schweiz??
 

Meistgelesen

Ein Kämpfer nimmt nach fünf Jahren Abschied: Mario Mutsch mit seinem Sohn vor dem Espenblock.
FC St.Gallen: 27.05.2017, 08:13

Mutsch wäre gerne geblieben

Nachdem Mario Mutsch unter Joe Zinnbauer während vier Monaten zu keinem Einsatz mehr gekommen ...
Bei der Kollision mit einem Postauto wurden zwei Personen leicht verletzt.
Unfälle & Verbrechen: 27.05.2017, 18:10

Kollision mit Postauto: zwei Personen verletzt

Nach einer Kollision zwischen einem Personenwagen und einem Postauto in Weinfelden mussten am ...
Enttäuschte Bewohner des kleinen Dorfes Tualis. «Verräter» steht auf dem Plakat. Sie meinen die Organisatoren des Giro d’Italia.
Sport: 27.05.2017, 05:18

Der Giro, der nicht stattfand

Am Rande der gestrigen Etappe liegt das Dorf Tualis.
Für das MS St. Gallen wird die Ankunft in den Häfen von Konstanz, Unteruhldingen und Meersburg teuer.
Romanshorn: 27.05.2017, 09:33

«Das hat es noch nie gegeben»

Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt muss umgehend Gebühren fürs Anlegen an der deutschen ...
Bereits zwei Stunden nach dem Unfall gab die Polizei die Kronberg-Rodelbahn wieder frei.
Schauplatz Ostschweiz: 27.05.2017, 12:26

Jetzt wehren sich die Rodelbahn-Betreiber

Nach dem Unfall auf der Kronberg-Rodelbahn schliesst die Polizei einen technischen Defekt aus.
Jörg Caluori hat «versprochen, die Zukunft des ‹Rösslitors› vor der Pensionierung zu sichern».
St.Gallen Aufschlag: 27.05.2017, 05:18

"Die Zukunftsaussichten anders eingeschätzt"

Das «Rösslitor» reagiert auf das schwierige Marktumfeld und verlässt Mitte 2018 die Liegenschaft ...
Zuversicht ist angebracht: Giorgio Contini blickt während des Heimspiels gegen die Grasshoppers ins Stadionrund.
FC St.Gallen: 27.05.2017, 14:40

Was wirkt Wunder?

Jeder Trainerwechsel bringt Bewegung in ein Team. Vom Zauber des Wechsels profitiert derzeit ...
Für einen Hitzetag braucht es mindestens 30 Grad. Am Samstagnachmittag wurde diese Marke auch im Norden der Schweiz geknackt. (Symbolbild)
Panorama: 27.05.2017, 16:24

Norden der Schweiz erlebt ersten Hitzetag

Am Samstag hat es auch im Norden der Schweiz für den ersten Hitzetag in diesem Jahr gereicht.
Im Unterschied zum Schleppflugzeug konnte das Segelflugzeug unversehrt in Mollis landen. Im Bild wird ein altes Segelflugzeug an einem Seil hochgezogen. (Archiv)
Panorama: 27.05.2017, 21:50

Schleppflugzeug stürzt in Mollis ab

Auf dem Flugplatz Mollis im Kanton Glarus hat sich am Samstagnachmittag bei einem Schleppflug ...
Bruno Cozzio steht vor einem Stapel Douglasien. Diese sind, wie die anderen gefällten Stämme beim Wertholzsubmissionsplatz an der alten Staatsstrasse in Henau, nicht durch Borkenkäferbefall gefährdet. Bei frisch gefällten Fichten ist jedoch Vorsicht geboten, weshalb man diese mit einem Mittel behandelt.
Region Uzwil/Flawil: 27.05.2017, 05:18

Borkenkäfer sorgen für Uneinigkeit

Ein Anwohner befürchtet, dass die beim Wertholzsubmissionsplatz in Henau gelagerten Baumstämme ...
Zur klassischen Ansicht wechseln