• Die Zivilschutzanlage Galgenholz wird am 30. September eröffnet.
    Die Zivilschutzanlage Galgenholz wird am 30. September eröffnet. (Bild: Andrea Stalder)
19.04.2017 | 06:40

Ein Neubau für die Krise


THURGAU ⋅ Im Frauenfelder Galgenholz entsteht der neue oberirdische Lageraum des kantonalen Führungsstabs. Der unterirdische Führungsstandort ist schon fertig renoviert. Der Regierungsrat behandelt ihn vertraulich.

Thomas Wunderlin

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin

@thurgauerzeitung.ch

Im Notfall wird der Kanton Thurgau ab dem 30. September aus einem länglichen Raum mit Aussicht ins Grüne geführt. Er befindet sich im Frauenfelder Galgenholz im ersten Stock eines Holzgebäudes, das sich zurzeit in Bau befindet. Der kantonale Führungsstab versammelt sich im Lageraum, genannt TOC (Technical Operation Centre). 18 Leute finden darin Platz zum Arbeiten. An ihrer Spitze steht die Sicherheitsdirektorin. Stabschef ist der Chef des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee, als stellvertretender Stabschef amtiert der Kommandant der Kantonspolizei. An den kahlen Holzwänden werden nach der Einweihung am 30. September Bildschirme hängen, die den Zustand des Kantons aufzeigen. Gesteuert werden die Bildschirme aus einem Nebenraum, der Tageslicht von Oberlichtern in der Decke erhält. Bis zu sieben Stabsmitarbeiter sichern hier die Verbindung nach aussen.

Der Bau des 5,2 Millionen Franken teuren Gebäudes hat am 1. Juni 2016 begonnen. Es ersetzt drei einstöckige Pavillons aus den Siebzigerjahren. Eric Kooreman vom Hochbauamt lobt die Zusammenarbeit mit dem Totalunternehmer: «Er denkt kons­truktiv mit.» Einer der wenigen Zwischenfälle betraf den Abriss eines Pavillons. Die Deckenplatten enthielten Schadstoffe, weswegen eine spezialisierte Firma für den Rückbau beauftragt werden musste.

Eine Freitreppe dominiert die zentrale Empfangshalle

Eine Standuhr auf dem Vorplatz zeigt nur noch zweimal am Tag die richtige Zeit an. Sie wird nicht mehr benötigt: Gemäss den Bauunterlagen wird eine grosse neue Uhr an der Fassade prangen. Der Haupteingang ist fertig, doch die Glastüren bleiben verschlossen. Einlass findet man durch eine schmale Tür an der Seite.

Dahinter liegen die zukünftigen Garderoben in fahlem Licht. Musik erklingt aus einem kleinen blauen Zylinder, der von einem Smartphone angesteuert wird, und erfreut die Handwerker, denen so die Arbeit flotter von der Hand geht. Nach wenigen Schritten beginnt die Empfangshalle, der zentrale Raum. Er reicht bis an die Decke des zweigeschossigen Gebäudes. Dominiert wird die Halle von einer Freitreppe. In der angrenzenden Mensa können 120 Leute verpflegt werden.

Die Freitreppe führt im ersten Stock geradeaus zum Medienraum, wo die Öffentlichkeit dereinst über den Stand der jeweiligen Krise informiert wird. Häufiger genutzt werden wohl die drei Schulungsräume rechts der Treppe. Zivilschutz, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst werden ihre Leute hierher schicken. «Mit dem neuen Gebäude wird es attraktiver, eine Schulung zu besuchen», kommentiert Daniel Engeli, stellvertretender Chef des Thurgauer Amts für Bevölkerungsschutz. Links der Treppe befindet sich der neue Lageraum.

Bislang versammelt sich der Führungsstab in einem der alten Pavillons. Der letzte Einsatz ­erfolgte laut Engeli wegen der ­Vogelgrippe. Der Ernstfall wird relativ häufig durch Hochwasser ausgelöst. Wobei der Führungsstab jeweils nicht von vornherein in Vollbesetzung mobilisiert wird. Je nach Situation werden die zuständigen Fachkräfte aufgeboten. Bei Hochwasser beispielsweise kommt laut Engeli zuerst der Leiter der Abteilung Wasserbau im Departement für Bau und Umwelt an die Reihe.

Spitzt sich eine Krise zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zu, verlässt der Führungsstab den Standort Galgenholz und bringt sich im unterirdischen Führungsstandort Waldegg in Sicherheit.

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