Diebe greifen sich Junghund

  • Christian Jaques mit dem deutschen Wachtelhund, der spurlos verschwunden ist.
    Christian Jaques mit dem deutschen Wachtelhund, der spurlos verschwunden ist. (PD)
13.10.2017 | 11:32

LANZENNEUNFORN TG ⋅ Über Nacht verschwand aus der Zucht von Andreas Aeschbacher ein Welpe. Just bevor er das Tier seinem neuen Besitzer übergeben wollte.

Stefan Hilzinger
Der Termin war vereinbart, die Papiere lagen bereit. Jagdaufseher Christian Jaques wollte am Donnerstagmittag bei Züchter Andreas Aeschbacher in Lanzenneunforn Hundewelpe Cilia abholen. Doch nun bleibt Jaques einzig ein Erinnerungsbild mit dem 16 Wochen alten Tier auf dem Arm. Denn Cilia, eine reinrassige Deutsche Wachtelhündin,  ist verschwunden, mutmasslich gestohlen. Die Tat muss zwischen Mittwochabend und dem Termin der Übergabe passiert sein. Züchter Andreas Aeschbacher hat den Diebstahl gestern Freitag auf dem Polizeiposten in Hüttwilen zur Anzeige gebracht.
 

Kundschafteten die Diebe die Lage aus?

Zwei Männer, so berichtet Jaques, hätten sich am Mittwochabend bei Aeschbacher nach  einer Wachtelhündin erkundigt.  Der Züchter habe seinem Besuch darauf erklärt, dass er einen weiblichen Welpen habe, dieser aber bereits reserviert sei und anderntags abgeholt werde. Als Andreas Aeschbacher – den man in der Region als Jäger, Spargelbauern und Bauchredner kennt – am Donnerstag gegen Mittag vom Markt zurückkehrte und die Übergabe des Welpen vorbereiten wollte, stellte er fest, dass Cilia fehlte. Die vier Jungrüden dagegen waren wohlbehalten im Zwinger. «Wie dreist muss man sein, um tagsüber durch die Scheune zu gehen, den Zwinger zu öffnen, den Welpen herauszunehmen und wieder zu verschwinden?», fragt sich Jaques. Der Präsident des Verbandes Jagd-Zürich vermutet, dass organisierte Banden hinter dem Diebstahl stecken. «Es ist zu befürchten, dass die junge Rassehündin in einer illegalen Zucht in Osteuropa landet.» Es könne auch sein, dass jemand den Welpen im Auftrag Dritter gestohlen habe. Der Deutsche Wachtelhund sei ein typischer Jagdhund, der in Jägerhände gehöre und lediglich unter Jägern den Besitzer wechsle. Szenekenner nennen Preise zwischen 1500 und 2000 Franken als geläufig für Welpen mit Abstammung.
 

Auf der zentralen Datenbank für Hunde registriert

Junghündin Cilia jedenfalls, die Jaques in Coco umtaufen wollte, ist gechippt und auf der zentralen Hundedatenbank Anis registriert. «Der Diebstahl fliegt auf, sobald jemand mit dem Tier in der Schweiz oder im umliegenden Ausland zum Tierarzt geht», sagt Jaques.  Er und Aeschbacher haben die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass Cilia wieder auftaucht. Sie hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung über den möglichen Verbleib des schokoladebraunen Welpen, der von Gestalt und Grösse her an einen Cockerspaniel erinnere.
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