ARBON

Einen alten Zopf abgeschnitten

Das Werkgebäude im Friedhof wurde eingeweiht. Stimmbürger beurteilen es als praxistauglich konzipiert und zweckentsprechend eingerichtet. Die Vorgeschichte ist lang.
16.04.2018 | 05:17
Hedy Züger

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

Muffig und baufällig wirkten die Bauten dem Friedhof gegenüber seit je, jedenfalls in der Wahrnehmung älterer Arbonerinnen und Arboner. Das Friedhofgärtnerhaus ist 1871 erstellt worden, was allerdings für den Bauzustand nicht allein ausschlaggebend sein dürfte.

Kaum bekannt ist, dass die Friedhofbesorgung von vier Generationen Lerch ausgeführt wurde. Sie waren bei ebenso vielen Generationen für das Einsargen und Bestatten zuständig, befassten sich nebenbei mit den Trauergottesdiensten in der Kapelle und sie besorgten die Pflege der Friedhofanlagen und auf Wunsch der Gräber. Dem vierten Friedhofgärtner aus der Familie wurde 2005 fristlos gekündigt. Ab 2006 schuf Réka Lippmann mit ihrem Ehepartner neue Fussstapfen, die beiden gaben ihrer Arbeit auch ein verändertes Gesicht. Die neuen Betreuer wohnten nur noch kurze Zeit im alten Wohnhaus.

Es war Zeit für neue Denkmuster

Erste Abklärungen hatten schon vor über zehn Jahren gezeigt: Die Sanierung der Liegenschaft ist fällig. Dann ein erster Meinungswechsel: Wir brauchen einen Neubau mit Wohnhaus sowie Werk- und Lagerraum. Die Behörde hatte sich lange nicht von der Vorstellung trennen können, dass die Friedhofbetreuer in Arbon beim Friedhof wohnen sollten und ihnen eine gute Wohngelegenheit zur Verfügung zu stellen sei. Diese Vorstellung ist inzwischen passé. Es kam hinzu, dass finanzielle Experimente keinen Platz haben. Das Stimmvolk ist den neuen Denkmustern im Stadthaus gefolgt und sprach sich 2017 für einen Neubau nur mit Werkräumen aus, es genehmigte den zweiten Baukredit von 670 000 Franken. Das nun eröffnete Werksgebäude bietet Platz für das Sarglager, Fahrzeuge, Gerätschaften und Gartengeräte. Zudem stehen Personal- und Besprechungsräume zur Verfügung.

Peter Wenk von der Stadtverwaltung wies auf die optimalen Abläufe im neuen Werkgebäude hin. Endlich könne das Team um Réka Lippmann hindernisfrei arbeiten. Ebenso intensiv hatte Stadtrat Koni Brühwiler die Bauaufgabe an die Hand genommen und zu einem guten Ende geführt.

Weitere Artikel