VOLLEYBALL

STV St. Gallen: Ein Verein im Aufschwung

Die Männer des STV St. Gallen haben den Aufstieg von der 2. in die 1. Liga geschafft. Captain Dany Lutz und Präsident Claudio Rageth verfolgen trotz Herausforderungen ein hohes Ziel.
13.04.2018 | 16:13
Eric Hug
«Natürlich haben wir gefeiert», sagt Dany Lutz, Captain des Volleyballteams STV St. Gallen. «Wenn man aufsteigt, feiert man immer.» Am vergangenen Wochenende vollbrachten die St. Galler den 1.-Liga-Aufstieg. Der Verein ist im Aufschwung. Nebst der ersten Mannschaft hatte auch die zweite Männerequipe in diesem Frühling einen Aufstieg zu feiern. Für sie ging es von der 3. in die 2. Liga.

Dass der STV St. Gallen überhaupt mehrere Aktiv-Mannschaften stellen kann, wäre vor zehn Jahren noch nicht denkbar gewesen: «Als ich 2008 zu St. Gallen stiess, kam ich in die einzige Juniorenmannschaft. Damals hatte der Verein auch nur ein Männerteam», sagt Lutz. Heute hat der STV St. Gallen drei aktive Männerteams und genügend Spieler, um jedes Jahr zwei bis drei Nachwuchsmannschaften bilden zu können. «Ich finde es spannend, dass immer mehr Buben mit Volleyball beginnen, obwohl die Sportart den Ruf eines Frauenhobbys hat», sagt der Captain.
 

«Gewinnen, gewinnen, gewinnen»

Priorität hat für Lutz der Ligaerhalt. Das Ziel des Captains ist, dass sich die Mannschaft so schnell wie möglich in der Liga behauptet. Ausserdem will er auch eine Liga höher «gewinnen, gewinnen, gewinnen.» Um das Ziel zu erreichen, wird der Trainingsaufwand aber nicht erhöht. «Ich denke nicht, dass wir mehr trainieren werden. Ich kenne auch NLB-Mannschaften, die nur zweimal in der Woche trainieren.» Auch in den spielerischen Elementen mit dem Ball schätzt Lutz die Qualität des Teams hoch ein. In der Athletik jedoch, sieht der 25–Jährige Verbesserungspotenzial. «Man kann natürlich immer noch mehr machen. Gerade im Kraftbereich. Durch Muskelaufbau wird man in allen Belangen besser. Ausserdem wird dadurch die Verletzungsanfälligkeit verringert», so der gelernte Polymechaniker.

Lutz freut sich in der 1. Liga darauf, gegen Spieler zu spielen, welche bereits Erfahrung in der NLB und NLA aufweisen. Der Captain kann sich vorstellen, dass er dadurch vor den Spielen noch nervöser ist als bis anhin. Mehr Zuschauer, höhere Qualität des Spiels, noch mehr Lust zu spielen. Diese Komponenten erhofft er sich von der neuen Saison, welche im Herbst beginnt.
Der Aufstieg jedoch bringt auch Risiken mit sich. Die St. Galler haben zwar ein stabiles Budget, auf Rosen gebettet ist der Verein aber nicht.

Höhere Kosten in der 1. Liga

Der Präsident des STV St. Gallen, Claudio Rageth, sagt: «Wir werden versuchen, in der 1. Liga nicht viel mehr Geld auszugeben wie auch in der 2. Liga.» Dass die Kosten jedoch höher werden, ist unumgänglich. Nur schon die Schiedsrichter müssen mit mehr Spesen entschädigt werden als in der 2. Liga. Geld für neue Spieler wird der Verein aber keines ausgeben. Über längere Zeit wird sich der STV St. Gallen wahrscheinlich punktuell verstärken müssen. Doch die jetzige Mannschaft hat den Aufstieg geschafft und im Cup hat der STV St. Gallen einmal sogar gegen eine NLB-Mannschaft gewonnen. «Ich traue es der jetzigen Mannschaft zu, die gesteckten Ziele zu erreichen», so Rageth. Neben den Zielen des Präsidenten, welche sich mit den Ambitionen des Captains decken, hat Rageth noch einen zusätzlichen Wunsch: «Es wäre schön, wenn die Frauen den Sprung von der 2. in die 1. Liga ebenfalls schaffen würden. Dann wär der STV St. Gallen gar mit zweit Teams in der 1. Liga vertreten.»
Weitere Artikel