SCHLIESSUNG

Kitag gibt St.Galler Stadtkinos vorläufig nicht auf

Bis Ende 2020 verschwinden sämtliche Kitag-Kinos aus der Berner Innenstadt. Droht nun auch bald den St.Galler Kinos Scala und Rex das Aus? Die Kitag verneint, schweigt sich aber über die Details aus.
13.02.2018 | 07:00
Matthias Fässler
Es war ein Entscheid mit Ansage. Die Kinokette Kitag schliesst binnen zwei Jahren alle ihre Kinos in der Berner Innenstadt. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Schliessung des «Alhambra» und des «Capitol» bekannt gegeben. Nun sollen in den nächsten zwei Jahren auch die noch verbliebenen Kinos ihre Tore schliessen. Droht den Stadtkinos in St. Gallen ein ähnliches Schicksal?

Kitag-CEO Philippe Täschler gibt vorläufig Entwarnung. «In St.Gallen haben wir keine ähnlichen Absichten, da die Ausgangslage eine andere ist», sagt er. Das «Scala» und das «Rex» sollen also vorerst bleiben. Sie sind die letzten übrig gebliebenen St.Galler Stadtkinos der Kino-Kette. Bereits 2012 wurde das «Corso» geschlossen und wird bald zum Bürokomplex umgebaut. Vor zwei Jahren erwischte es das Kino Storchen. Über die Details der aktuellen Lage in St. Gallen hüllt sich Täschler jedoch in Schweigen. Verwiesen wird lediglich auf «unterschiedliche Faktoren» in Bern und in der Ostschweiz, die eine Rolle spielen würden.
 

Die Kitag als Monopolist

Fakt ist, dass die Kitag in St.Gallen, anders als in anderen Städten, im Bereich Mainstreamkino ausser Konkurrenz läuft. In Bern beispielsweise buhlt neben der Kitag auch Pathé um die Gunst des Kinopublikums. Auch deshalb geraten vor allem kleine Kinos in der Innenstadt schnell ökonomisch unter Druck. Sie kämpfen mit hohen Personal- und Mietkosten.

«Gerade für Kinos mit Einzelsälen sind die Personalkosten sehr hoch», sagt ein Kenner der St.Galler Kinoszene. «Ich gehe davon aus, dass die Kitag die Kinos Storchen und Corso aus diesen Gründen geschlossen hat.» Zu schaffen machten gerade den konventionellen Mainstreamkinos jedoch auch Anbieter von Streamingdiensten oder Netflix. Ihr Wachstum wirkt sich im schnelllebigen Geschäft unmittelbar auf die Kinos aus. «Wenn sich die Entwicklung verschärft, kann es sein, dass längerfristig auch ein Kino Scala oder ein Kino Rex unter Druck geraten.»
 

Multiplexkinos am Stadtrand unbestritten

Unbestrittener sind die grossen Multiplexkinos am Stadtrand, in welche die grossen Kinoketten bereits seit Längerem investieren. Also etwa auch in den «Cinedome Abtwil». Im Grossraum Bern plant die Kitag aktuell ein «Cinedome Muri».

Weniger stark unter Druck sind in den Innenstädten die Spartenkinos, die Angebote abseits des Mainstreamkinos abdecken. Das Kinok in der St.Galler Lokremise ist das beste Beispiel dafür.
 
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