Kein Fernverkehr für St. Fiden

  • Fernverkehrszüge fahren wohl auch künftig nur zum Parkieren an den Bahnhof St. Fiden.
    Fernverkehrszüge fahren wohl auch künftig nur zum Parkieren an den Bahnhof St. Fiden. (Bild: Urs Bucher)
17.06.2017 | 08:53

ERNEUERUNG ⋅ Bis 2023 muss der Bahnhof St. Fiden behindertengerecht sein. Ihn infolge der Sanierung und der anstehenden Arealentwicklung für Fernverkehrshalte umzubauen, ist für die SBB und den Kanton aber kein Thema.

David Gadze

David Gadze

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Der Bahnhof St. Fiden ist in die Jahre gekommen. Ein hindernisfreier Zugang auf das Perron 2 ist etwa nicht möglich. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern: Bis 2023 muss der Bahnhof behindertengerecht umgebaut sein. Zudem läuft derzeit die Testplanung für die Entwicklung des Bahnhofareals sowie des Gebietes von der Rorschacher Strasse bis zur Langgasse. Damit ist klar, dass die Bedeutung des Bahnhofs für das Quartier steigen wird.

Welche Umbauten im Hinblick auf die Behindertengerechtigkeit, aber auch in Bezug auf die Arealentwicklung geplant sind, sei derzeit noch nicht abschliessend geklärt, sagt Reto Schärli von der Medienstelle der SBB. «Vorgesehen ist bisher die Erhöhung der Perrons für einen hindernisfreien Ein- und Ausstieg sowie der Einbau von Rampen aus der Unterführung auf die Perrons.» Ob diese auch durch Lifte mit der Unterführung und den Passerellen verbunden werden statt wie heute nur durch Treppen, stehe hingegen noch nicht fest. Ebenso sei unklar, ob die Unterführung bis zum Areal zwischen dem Gleisfeld und der Bachstrasse, das dereinst überbaut werden soll, verlängert wird.

Fernverkehrshalte sind für die SBB kein Thema

Die Frage, inwieweit die Sanierung mit der Arealentwicklung zusammenhänge, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, sagt Schärli. «Bei der Arealentwicklung ist die Stadt federführend.» Die SBB könnten sich erst zu Projekten äussern, wenn diese konkret vorliegen.

Klar ist hingegen, dass die SBB die Abstellgleise auch weiterhin brauchen werden. Diese Woche gaben sie bekannt, dass sie für die neuen, 400 Meter langen Fernverkehrs-Doppelstockzüge verlängert werden müssen, damit diese künftig dort abgestellt werden können, weil die Abstellflächen im Güterbahnhofareal nicht ausreichen. Pro Bahn forderte daraufhin, im Zuge der Gleisverlängerung und im Hinblick auf eine spätere Überbauung des Bahnhofareals die Fernverkehrszüge aus Zürich künftig bis zum Bahnhof St. Fiden weiterzuführen. Dies sei für die SBB jedoch kein Thema, sagt Schärli: «Ein Fernverkehrshalt in St. Fiden ist in keinem Ausbauschritt des Bundes vorgesehen.» Ausserdem sei die Infrastruktur, insbesondere die Länge der Perrons, nicht für Fernverkehrszüge dimensioniert. Daran werde sich vermutlich auch durch eine Überbauung des Areals nichts ändern. «Sollten Stadt und Kanton jedoch eine Anpassung der Bahnhofs­infrastruktur wünschen, müssten sie das politisch auf nationaler Ebene einbringen.»

Der Kanton kann beim Bundesamt für Verkehr Fernverkehrshalte beantragen. Für den Ausbauschritt 2030–2035 sei St. Fiden kein Thema, sagt Patrick Ruggli, Leiter des Amts für Öffentlichen Verkehr. Der Hauptgrund sei, dass ein solcher Halt nicht ins bestehende Konzept passen würde. Die fehlenden Kapazitäten auf dem Streckennetz zwischen St. Gallen und St. Margrethen und die Einspannung des Rheintalexpress (REX) zwischen Sargans und Chur liessen ihn schlicht nicht zu. «Wichtiger sind aus unserer Sicht gute S-Bahn-Anschlüsse zwischen St. Fiden und dem Hauptbahnhof St. Gallen.» Dabei spielten auch die Pläne für die Aufwertung des Areals rund um den Bahnhof eine untergeordnete Rolle. Es sei zwar richtig, dass die Zürcher Stadtbahnhöfe Oerlikon und Altstetten ins Fernverkehrsnetz der SBB aufgenommen werden. «Das sind jedoch andere Kaliber.»

Fahren Züge aus Zürich künftig bis Bregenz?

Das gelte auch für den REX, der ab Ende 2018 nach Zürich verlängert wird. Würde dieser – wie bis Ende 2013 – in St. Fiden halten, müsste ein anderer Halt gestrichen werden. «Für die ÖV-Nutzer mag es unverständlich sein, dass eine Minute mehr oder weniger eine Rolle spielt», sagt Ruggli. Doch es gebe viele sogenannte «Zwangspunkte» wie Kreuzungsstellen, Einspur-Strecken oder Abfahrten und Anschlüsse in anderen Bahnhöfen zu berücksichtigen, dass ein zusätzlicher Halt kaum realisierbar sei. Für Züge aus Zürich heisst es allenfalls dennoch bald nicht mehr «Endstation St. Gallen»: Es gebe Überlegungen, sie künftig alle zwei Stunden – in Abwechslung zum Eurocity nach München – bis Bregenz weiterzuführen.

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