In Muolen sind die Schafe los

  • Konzentriert lenkt der Border Collie die Schafe in die vorgegebene Richtung.
    Konzentriert lenkt der Border Collie die Schafe in die vorgegebene Richtung. (Bilder: Benjamin Manser (20. Mai 2015))
06.10.2017 | 05:20

RUND UMS SCHAF ⋅ Heute beginnt die jährliche Schweizer Meisterschaft der Hütehunde. Während dreier Tage zeigen die besten Schäfer mit ihren Hunden in Muolen ihr Können. 5000 Besucher werden am Anlass erwartet.

Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

redaktiongo@tagblatt.ch

In Muolen bellen derzeit die Hunde und blöken die Schafe. Von heute bis Sonntag treffen sich im Weiler Oberegg die ­besten 50 Teams zur Schweizer Meisterschaft der Hütehunde. Hier hat der Schweizerische Verein für die Ausbildung von Hütehunden ein geeignetes Gelände gefunden. «Wir benötigen eine grosse Grünfläche, aber auch ­genügend Futterfläche für die Schafe», sagt Andreas Schiess. Er ist OK-Präsident und Mitglied der Regionalgruppe Ostschweiz, die dieses Jahr für den Austragungsort der Schweizer Meisterschaft zuständig ist. Ein Gelände zu finden sei zu dieser Jahreszeit nicht einfach. «Viele Landwirte haben ihre eigenen Tiere noch draussen, weshalb oft zu wenig Platz vorhanden ist», sagt Schiess.

Der 32-Jährige aus Enggetschwil bei Gossau wird ebenfalls am Samstag antreten. Schiess ist fünffacher Schweizer Meister. Er züchtet und bildet Border Collies zu Hütehunden aus. Border Collies sind es denn auch, die den grössten Teil der teilnehmenden Hütehunde ausmachen. «Sie ­eignen sich gut für Prüfungen, an denen höchste Präzision in der Arbeit mit Schafen gefordert ist.»

Schiedsrichter aus Grossbritannien

Beim Herdentreiben ist vor allem Teamarbeit gefragt. Mit Pfiffen und Rufsignalen steuert der Schäfer seinen Hütehund hinter eine Gruppe Schafe. Der Hund bewegt die Schafe mit Hilfe der Signale seines menschlichen Kollegen durch einen Parcours. «Die Schafe sollen dabei nicht gestresst, sondern ruhig gelenkt werden», sagt Schiess. Je nach Kategorie unterscheiden sich die Parcours voneinander. Zusätzlich gibt es Übungen. «Einige der Schafe tragen ein Halsband. Jene Schafe muss der Hund abtrennen und einpferchen», sagt Schiess. All dies soll innerhalb einer vorgegebenen Zeit geschehen. Je genauer und ruhiger die Arbeit ausgeführt wird, desto mehr Punkte erhält das Team. Beurteilt wird dies von einem englischen Richter, der eigens für die Schweizer Meisterschaft eingeflogen wurde. «Das Schafhüten mit Border ­Collies hat seinen Ursprung auf den Britischen Inseln», erklärt Schiess. Es sei daher Tradition, einen Schiedsrichter aus dem ­Ursprungsland einzuladen.

Schafausstellung mit ungarischem Zackelschaf

Am Mittwoch wurden 220 Schafe für die Prüfungen aufs Gelände transportiert. Sie alle stammen aus einem Thaler Schaf­betrieb. Der Aufwand für den Anlass sei gross, sagt Schiess. «Das OK war in den vergangenen Tagen nur noch mit der Vorbereitung beschäftigt.» Einen zusätzlichen Aufwand verursacht dieses Jahr die Schafrassenausstellung. Rund 35 verschiedene Schafrassen können die Besucher am Wochenende begutachten. «Eine Ausstellung mit derart vielen Rassen ist einzigartig», sagt Schiess. «Wir wollen die Vielfalt der Schafe zeigen. Die Ausstellung ist das Tüpfli auf dem i.» Unter den Rassen seien auch echte Seltenheiten zu bestaunen. So sollen unter anderem das ungarische Zackelschaf, ein Schaf mit speziell gewundenen Hörnern, oder das kleinste Schaf der Welt die Leute anlocken. Insgesamt erwartet Andreas Schiess rund 5000 Besucher. Die Prognosen sagen eher kühles und teilweise nasses Wetter voraus. Ganz das britische Wetter also.

 

Heute Freitag sowie morgen Samstag finden jeweils von 9 bis 16.30 Uhr die Qualifikationsläufe statt. 25 Schäfer aus der ganzen Schweiz bestreiten pro Tag mit ihren Hunden einen Vorlauf. Übermorgen Sonntag treten dann von 8 bis 16.30 Uhr die 16 besten Teams im Finale nochmals an. Das beste Team vom Sonntag darf sich Schweizer Meister nennen. Während allen drei Tagen können die Besucher zudem die Schafausstellung mit rund 35 Rassen im Schafzelt bestaunen. Die Veranstalter versprechen ein Erlebnis für Schafzüchter, Familien und Tierfreunde. Verpflegung gibt es in der Festwirtschaft. Morgen Samstag und am Sonntag runden Marktstände mit regionalen Produkten sowie «schäfische Spezialitäten» wie Fell, Wolle oder Fleisch vom Schaf die Veranstaltung ab. (woo)

www.schweizermeisterschaft-huetehunde.ch

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