WITTENBACH

In «Betten Süd» tut sich etwas

Mehrere Jahre verzögerte sich die dritte Bauetappe der Überbauung «Betten Süd». Jetzt hat der Gemeinderat den Teilzonenplan und Überbauungsplan erlassen. Sobald eingezont ist, soll gebaut werden.
11.09.2017 | 05:17
Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

redaktiongo

@tagblatt.ch

Im Gebiet «Betten Süd» entstand vor ein paar Jahren ein Quartier mit rund 50 Einfamilien- und neun Mehrfamilienhäusern. Eigentlich sollten es aber mehr sein. Doch die Fläche östlich der bereits bewohnten Häuser ist bis heute grün geblieben. Die dritte Bauetappe verzögert sich bereits seit Jahren. Nun aber geht etwas: Der Wittenbacher Gemeinderat hat den Teilzonenplan sowie den Überbauungsplan «Betten Süd» für die dritte Etappe erlassen.

Doch der Reihe nach: 2009 begannen die Bauarbeiten für das neue Wohnquartier. Zuständig für den Verkauf der Einfamilienhausparzellen war die Fortimo AG. Später folgte eine unschöne Überraschung: Die Keller einzelner Familienhäuser standen mehrmals unter Wasser. Eine Arbeitsgruppe aus Bewohnern suchte mit dem zuständigen Ingenieurbüro und der Gemeinde nach Lösungen. Um das Wasserproblem zu lösen, musste schliesslich die Kapazität der Kanalisation erhöht werden. Die Verhandlungen blieben nicht ohne Konsequenzen: Die Einzonung des Baulands für die dritte Etappe wurde von der Gemeinde während den Verhandlungen auf Eis gelegt.

Hauptgrund für die lange Verzögerung war dann aber nicht das Wasser, sondern das neue Raumplanungsgesetz, das in der Zwischenzeit erlassen wurde. Der Kanton St. Gallen musste seine Richtplanung überarbeiten. Bis diese rechtskräftig war, durften vorerst keine zusätzlichen Flächen mehr eingezont werden. Fortimo stoppte 2014 die Vermarktung der Parzellen aufgrund des unabsehbaren Einzonungsverfahrens, obwohl die 24 Grundstücke bereits grösstenteils reserviert waren. Sämtliche Reservationen wurden aufgehoben.

Pläne noch vor dem neuen Gesetz erlassen

Mit der Erlassung des Teilzonen- und Überbauungsplans ist nun der erste Schritt getan. Dass die Auflage der beiden Pläne genau jetzt erfolgt, hat einen Grund. Per 1. Oktober tritt das neue Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen in Kraft. Es hat zur Folge, dass die Gemeinde den Zonenplan sowie das Baureglement an das neue Gesetz anpassen muss. Zehn Jahre hat die Gemeinde dafür Zeit. Bis diese Anpassung steht, dürfen keine Teilzonenpläne mehr erlassen werden. Die Auflage erfolgt nun noch vor dem 1. Oktober wegen des neuen Gesetzes, wie Gemeindepräsident Fredi Widmer mitteilt. Die Pläne für die dritte Bauetappe sind somit die letzte Zonenplanänderung vor Inkraftsetzung des neuen Gesetzes. Zu möglichen Einsprachen könne er noch nichts sagen, da die Pläne erst seit Kurzem aufliegen, sagt Widmer.

Gehen keine Einsprachen ein, kann das Baugesuch eingereicht werden. Sobald die Einzonung rechtskräftig ist, werde die Detailplanung der letzten Bauetappe starten, wie Elias Zürcher, Vorsitzender der Fortimo-Geschäftsleitung sagt. «Die zwischenzeitlich beiseitegelegten Pläne liegen nach wie vor bereit», sagt Zürcher. «Wir werden allerdings gewisse Punkte überprüfen und den aktuellen Marktbedürfnissen anpassen.» Es sei schön, dass es wieder vorwärtsgehe. «Wir haben aber nie daran gezweifelt, dass das Projekt nicht zustande kommen könnte.» Vom Planungsstopp wegen des Raumplanungsgesetzes sei ja der ganze Kanton betroffen gewesen, betont Zürcher. Das habe man geduldig hingenommen.

Nachfrage nach Bauparzellen ist gross

Mit der dritten Etappe wird die Überbauung «Betten Süd» bis zur Bahnlinie ergänzt und abgeschlossen. Geplant sind gemäss Zürcher zwei Mehrfamilienhäuser mit rund 25 Wohnungen. Zudem werden 24 Parzellen für Einfamilienhäuser auf den Markt gebracht. Zürcher ist zuversichtlich, dass diese schnell Abnehmer finden werden. «Die Nachfrage nach Bauparzellen für Einfamilienhäuser ist grösser als das Angebot. Das Interesse daran ist entsprechend gross.»

Bis es aber so weit ist, dauert es noch. Als erstes muss die Auflagefrist abgewartet werden. Die Pläne liegen noch bis 28. September im Gemeindehaus auf.

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