«Es wäre ein herber Verlust»

  • Seit 2013 ist Boris Tschirky Chef im Gemeindehaus in Abtwil. Nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für den St. Galler Stadtrat wird der Gaiserwalder Gemeinderat an seiner Sitzung Ende Juni das weitere Vorgehen besprechen.
    Seit 2013 ist Boris Tschirky Chef im Gemeindehaus in Abtwil. Nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für den St. Galler Stadtrat wird der Gaiserwalder Gemeinderat an seiner Sitzung Ende Juni das weitere Vorgehen besprechen. (Bild: Urs Bucher (6. Februar 2017))
15.06.2017 | 07:49

GAISERWALD ⋅ Seit offiziell ist, dass Boris Tschirky für den St.Galler Stadtrat kandidiert, sind die Gaiserwalder hin- und hergerissen. Persönlich freut man sich für Tschirky, fürs Dorf wäre es ein Verlust. Wie es weitergeht, ist unklar.

Corinne Allenspach

Corinne Allenspach

corinne.allenspach

@tagblatt.ch

Wäre er ein Sportler, würde man sagen, er habe einen Lauf. Anfang 2016 wurde Boris Tschirky auf Anhieb in den Kantonsrat gewählt, seit einem Jahr präsidiert er auch die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten und am Dienstag nominierte ihn die CVP als Kandidat für den frei werdenden Sitz von Nino Cozzio im St.Galler Stadtrat (Ausgabe von gestern). Dass ihnen ihr Gemeindepräsident nicht ewig erhalten bleibt, war den Gaiserwaldern bereits bei der Wahl im Herbst 2012 klar. Schliesslich wurden ihm schon damals Ambitionen auf höhere politische Ämter nachgesagt.

Trotzdem ist man in Gaiserwald jetzt etwas überrascht. «Ich dachte, Boris interessiert sich eher für den Regierungsrat», sagt Alex Uhler, Präsident der FDP Gaiserwald. Er persönlich fände es sehr schade, wenn Tschirky als Gemeindepräsident ginge. «Er hinterlässt eine Riesenlücke, die nicht einfach zu schliessen ist.» Tschirkys Kandidatur sei aber «sicher ein Glücksfall für die CVP und für die Stadt». Wie es nun weitergeht, weiss der FDP-Ortsparteipräsident noch nicht, man werde sich an der heutigen Parteileitungssitzung besprechen. «Ich gehe davon aus, dass wir wieder eine überparteiliche Findungskommission bilden.»

Der Tenor ist einstimmig

Eine Findungskommission ist auch für die CVP Gaiserwald «durchaus eine Überlegung wert», wie Präsident Martin Looser sagt. Er bedauert es «ausserordentlich, dass Boris weggeht». Gleichzeitig könne er es verstehen, dass er die Chance packen wolle. «Ich freue mich persönlich für ihn, für Gaiserwald ist es aber ein Verlust.» Das ist auch der einstimmige Tenor in den Kommentaren auf Facebook. «Ich bin zwiegespalten, ob ich alles Gute wünschen soll oder nicht», schreibt beispielsweise eine Userin. Und Adi Osterwalder lässt verlauten: «Boris Tschirky, alles Gueti für den Wahlkampf, auch wenn es für uns ein grosser Verlust wäre.» «Ja wirklich, ein grosser Verlust für Gaiserwald und alle Einwohner», doppelt eine weitere Userin nach.

Auch im Gemeindehaus ist man überrascht

Die Frage nach dem «Wie weiter?» kann in Gaiserwald im Moment noch niemand beantworten. Auch im Gemeindehaus kam die Nachricht von Tschirkys Kandidatur eher überraschend, wie Ratsschreiber Andreas Kappler sagt: «Wir wussten erst relativ kurzfristig, dass er kandidiert.» Einen Zeitplan gebe es darum noch nicht. An der Gemeinderatssitzung vom 26. Juni werde man das weitere Vorgehen besprechen. Ob der Gemeinderat dann bereits einen Wahltermin festlegen könne, weiss Kappler nicht. Die Suche nach einem neuen Gemeindepräsidenten ist Sache der Parteien. FDP-Präsident Uhler will auf jeden Fall die Wahl vom 24. September abwarten, bevor eine Findungskommission auf Gemeindepräsidentensuche geht. «Es lohnt sich nicht, diese Arbeit auf Vorrat zu machen.»

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