ST.GALLEN

Ein Herbst mit viel Schminke

Am Freitag startet das Palace in die neue Saison. Es spielen alte Bekannte wie Züri West, aber auch Neuentdeckungen wie Blood Sport und Perfume Genius. Regionale Musiker erhalten ebenso eine Plattform.
11.09.2017 | 05:17
Roger Berhalter

Roger Berhalter

roger.berhalter@tagblatt.ch

Am ersten Wochenende der Herbstsaison kann eigentlich nichts schief gehen. Das Palace startet nach der Sommerpause nämlich mit zwei bekannten Veranstaltungsreihen. In der «Hey Hey Bar» am Freitag spielen die DJs Wayne Champagne und Die Lahmen Posaunen Tanzmusik aus aller Welt. Am Samstag lädt die Soul- und Funk-Party «Soul Gallen» zum Tanz.

Das erste Konzert der Saison am 23. September hingegen ist ein Experiment. «Wir sind gespannt, wie das wird», sagt der Programmverantwortliche Damian Hohl. Beim englischen Trio Blood Sport handelt es sich nämlich noch um einen Geheimtipp. «Aggro Beat» nennen die drei Musiker das, was sie machen. Ein wilder, rhythmuslastiger Mix aus Techno, Rock und Afrika. Ein Konzert wie ein DJ-Set, ohne Pausen und Ansagen.

Ein Wiedersehen mit Voodoo Jürgens

Unter den Bands, die bis Ende Jahr im Palace auftreten, sind einige alte Bekannte. Allen voran Züri West, die am 15. und 16. Dezember gleich zweimal zu Gast sind. Schon 2012 spielten die Berner Mundartrocker an zwei aufeinanderfolgenden Abenden im Palace. Jetzt kehren sie zurück – und die Hälfte der Tickets ist schon weg.

Auch Jeffrey Lewis singt am 14. Oktober einmal mehr im Palace. Der Singer-Songwriter und Comiczeichner aus New York ist gemäss Ankündigung der «Lieblingssongschreiber» des Palace-Teams und war schon so oft da wie sonst keiner. Zu jenen, denen es in St.Gallen offensichtlich gut gefallen hat, gehören auch die amerikanische Sängerin Ema und der Wiener Barde Voodoo Jürgens. Mit beiden gibt es diesen Herbst ein Wiedersehen.

Als zwei «typische Palace-Bands» kündigt Damian Hohl Big Thief (Konzert am 15. November) und Perfume Genius (24. November) an. Das New Yorker Quartett Big Thief spielt melodiösen Indie- und Folk Rock, getragen von der brüchigen Stimme der Sängerin und Gitarristin Adrianne Lenker. Hinter dem Künstlernamen Perfume Genius steckt der amerikanische Musiker Mike Had­reas. Schon als Teenager stand er offen zu seiner Homosexualität, auf der Bühne und in seinen Videos lebt er sie mit Genuss und viel Schminke aus, und im Studio verdichtet er seine schmerz­haften Erfahrungen mit Drogen und Gewalt zu schwelgerischen Songs. «Wir wollten ihn schon lange einladen», sagt Damian Hohl, «jetzt hat es endlich geklappt.»

Ein erstes Album von Wassily

Neben diesen internationalen Gästen dient das Palace in den kommenden Wochen auch als Plattform für Musiker aus der Region. Am 30. September präsentiert der Engelburger Gion Stump mit seiner Band The Lighthouse Project sein neues Album «Holy Darkness». Zur Unterstützung ist Andy McSean vor Ort; der St.Galler hat kürzlich ebenfalls ein neues Album («Changes and Chances») veröffentlicht.

Gespannt darf man auf «Liebesding» sein: So heisst das erste Album von Basil Kehl alias Wassily. Man kennt ihn schon länger als Sänger der St.Galler Mundartband Dachs, ab und zu liess er aber auch solo mit verträumten elektronischen Liedern aufhorchen. Jetzt legt er als Wassily ein komplettes Album vor.

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