Die Stadt St.Gallen teilt die Sitter

  • Die Sitter wird für den Bau der Wehre des Kleinwasserkraftwerkes Grafenau umgeleitet und teilweise trockengelegt.
    Die Sitter wird für den Bau der Wehre des Kleinwasserkraftwerkes Grafenau umgeleitet und teilweise trockengelegt. (Bild: Hanspeter Schiess)
13.10.2017 | 13:55

ST.GALLEN ⋅ Im Sittertobel fahren Bagger durch den Fluss und Beton wird in den Boden gepumpt. Bereits im Sommer 2018 wird ein Kleinwasserkraftwerk in Betrieb genommen.

Christoph Renn

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Riesige Mengen Wasser fliessen jede Sekunde die Sitter runter. Der Fluss bahnt sich seinen Weg durch Gesteine und Erde. Momentan wird der Fluss aber künstlich eingeengt. Für den Bau des Kleinwasserkraftwerkes Grafenau unterhalb des Kehrichtheizkraftwerks legen Arbeiter eine Hälfte der Sitter trocken. Dazu legen sie einen künstlichen vorübergehenden Damm an. «Am Montag beginnen wir dann mit dem Bau des ersten Wehrabschnittes für das Kleinwasserkraftwerk», sagt Stefan Bär, Ressortleiter Netz und Elektrizität der St. Galler Stadtwerke.

Eigentlich sollten die Arbeiten bereits weiter fortgeschritten sein. Ein Unwetter machte den Arbeitern jedoch einen Strich durch die Rechnung. «Anfang September führte die Sitter so viel Wasser, wie es nur alle 20 Jahre vorkommt», erklärt Bär. Pro Sekunde seien 480 Kubikmeter Wasser geflossen. Das entspricht dem Inhalt von rund 3400 vollen Badewannen. «Der Wasserspiegel ist innerhalb von zehn Minuten massiv angestiegen und die Sitter ist über das Ufer getreten», sagt Bär. Es sei unmöglich gewesen, die Bauarbeiten weiterzuführen. «Glücklicherweise konnten wir alle Geräte und Maschinen rechtzeitig in Sicherheit bringen.»

Die Turbine wird im März angeliefert

Hochwasser seien zwar in die Bauplanung eingerechnet worden. «Mit so viel Wasser rechneten wir jedoch nicht», sagt Bär. Trotzdem bleiben die Verantwortlichen optimistisch. «Wenn wir ohne weitere grosse Zwischenfälle durchkommen, sollte der Inbetriebnahme des Kleinwasserkraftwerkes Grafenau im Sommer 2018 eigentlich nichts im Weg stehen.»

Der Bau des Kraftwerkes erfolgt in mehreren Etappen. Zuerst musste eine Zufahrtsstrasse erstellt werden. Danach wurden die Arbeitsgeräte ins Tobel transportiert. «Alleine das Bohrgerät wiegt rund 95 Tonnen.» Zudem stellten Arbeiter den Kran mitten im Fluss auf. Als erstes wurden Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern tief im Grundgestein befestigt. Nun folgt der Bau des ersten Teils der Wehranlage. «In der zweiten Bauetappe müssen wir die andere Seite der Sitter trockenlegen», sagt Bär. Dann entsteht das Herzstück, die Zentrale. In der letzten Phase wird das Wehr fertiggestellt. «Im Frühjahr wird die Turbine angeliefert.»

Strom für 430 Haushalte

Der Bau des Kleinwasserkraftwerkes kostet rund 4,2 Millionen Franken. Dereinst soll es Strom für rund 430 Haushalte produzieren. Die Anlage wird 1,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr herstellen. Das Kleinwasserkraftwerk Burentobel, das im Jahr 2008 gebaut wurde und etwas weiter unten im Fluss betrieben wird, erzeugt zum Vergleich rund 1,2 Gigawattstunden pro Jahr.

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