Die CVP landet einen Coup

  • Der alte und der neue CVP-Stadtrat? Nino Cozzio (links) und Boris Tschirky begrüssen sich.
    Der alte und der neue CVP-Stadtrat? Nino Cozzio (links) und Boris Tschirky begrüssen sich. (Urs Bucher)
13.06.2017 | 21:05

KOMMENTAR ⋅ Boris Tschirky soll im Stadtrat die Nachfolge von Nino Cozzio antreten. «Der Beschluss ist aber ein Signal: Die CVP-Stadtpartei hat den Ernst der Lage erkannt, sich zusammengerauft und sich für diese Stadtratsersatzwahl hinter ihr bestes Pferd gestellt», schreibt Reto Voneschen, Ressortleiter Stadt, in seinem Kommentar.

Im Gespräch war Boris Tschirky als Stadtratskandidat schon eine ganze Weile. Insofern ist seine Nomination als Nachfolger von Nino Cozzio keine Überraschung.

RETO VONESCHEN (Ralph Ribi (Ralph Ribi))
Auch wenn das offen niemand zugeben wird: Um zu diesem Entscheid zu kommen, haben einzelne Gruppen in der Partei – und die CVP hat einige davon – ihre eigenen Präferenzen hintenanstellen müssen. Und das war richtig. Die Nomination etwa einer politisch unbedarften Kandidatin einfach, weil sie eine Frau ist, hätte das Wahlvolk nach der Erfahrung mit der im Herbst 2016 abgewählten Baudirektorin sicher rasch und hart «bestraft».

Die Chancen der CVP, mit Boris Tschirky den verbleibenden Stadtratssitz halten zu können, sind ausgezeichnet. Tschirky ist für jede Gegnerin und jeden Gegner eine harte Nuss. Er ist ein volksnaher Charakterkopf mit Erfahrung und Gespür im Politgeschäft. Er wird sich vor dem Wahlsonntag vom 24. September zu verkaufen wissen. Jede und jeder, die oder der dann in den Stadtrat gewählt werden will, muss sich am CVP-Kandidaten messen lassen.

Für die CVP ist die Stadtratkandidatur von Boris Tschirky ein Segen. Und für die Stadt? Ohne den Wahlkampf und den Entscheid am Wahlsonntag vorwegnehmen zu wollen, darf man feststellen: Tschirky hat das Potenzial für ein erfolgreiches Regierungsmitglied. Mit ihm käme einer in den Stadtrat, der Ideen hat, der mit Herzblut politisieren und bei Bedarf auch laut werden kann. Genau das fehlt diesem Gremium seit dem Abgang von Fredy Brunner. Es wird derzeit dominiert von stillen Schaffern, die im Hintergrund gute Arbeit leisten, von denen man öffentlich aber viel zu wenig spürt. Was fehlt, ist ein Kopf, der «Betrieb in den Laden bringt» und bei Bedarf auch überzeugend hinstehen kann, um dem Publikum unangenehme Wahrheiten zu erklären.

Reto Voneschen
reto.voneschen@tagblatt.ch
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