Der Tunnel schafft Platz für Häuser

  • Der Wegfall der Schlaufe der Appenzeller Bahnen ermöglicht eine Gesamtplanung für die Entwicklung der Ruckhalde.
    Der Wegfall der Schlaufe der Appenzeller Bahnen ermöglicht eine Gesamtplanung für die Entwicklung der Ruckhalde. (Bild: Urs Bucher)
08.09.2017 | 06:38

ST.GALLEN ⋅ Schon bald entsteht in der Nähe des Stadtzentrums eine grosse Baulandreserve. Mit der Eröffnung des Tunnels für die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen gibt es an der Ruckhalde Platz für Wohnungen. Diesen müssen die Familiengärten weichen.

David Gadze

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Die Eröffnung des Ruckhaldetunnels Ende 2018 ist nicht nur für die Appenzeller Bahnen wichtig. Der oberirdische Teil der Strecke zwischen Güterbahnhofareal und Riethüsli wird ab dann nicht mehr benötigt. Dadurch entsteht in der Nähe des Stadtzentrums eine grosse neue Baulandreserve. Die Zonenplanänderung für die Ruckhalde liegt bis 20. September in der Baudokumentation im Amtshaus öffentlich auf. Praktisch die ganze heute freistehende Fläche zwischen der Grünhaldenstrasse und den Häusern am Hang zur Hochwachtstrasse wird der Wohnzone 4 mit maximal vier Wohngeschossen zugeteilt.

Wohnungen für rund 600 Personen

«Die Ruckhalde ist ein zentrumsnahes Gebiet mit einer sehr attraktiven Wohnlage», sagt Stadtplaner Florian Kessler. Das Areal, das bebaut werden könne, sei et­wa 40000 bis 50000 Quadratmeter gross. Eine Überbauung würde rund 600 Personen Platz zum Wohnen bieten. Der grösste Teil des Areals gehört der Stadt. Derzeit würden Verhandlungen mit den anderen Grundeigentümern geführt. Ein Verkauf der städtischen Parzellen sei nicht geplant, vermutlich werden sie im Baurecht abgegeben. Im Richtplan ist «Wohnen mit mittlerer und hoher Dichte» vorge­sehen. Es sei aber noch offen, ob nur Miet- oder auch Eigentumswohnungen erstellt werden, sagt Kessler. Angestrebt werde eine «innovative» Siedlung mit Wohnraum «für eine breite Nutzergruppe», vor allem für Singles und Familien. Aufgrund der Hanglage sei das Gebiet für Alterswohnungen weniger geeignet.

Wann es überbaut werden soll, ist derzeit ist noch unklar. Im kommenden Jahr startet die Projektentwicklung. Diese nimmt laut Kessler zwei bis vier Jahre in Anspruch. Danach müsse ein Sondernutzungsplan erarbeitet werden.

Im Stadtparlament waren auch schon Voten zu hören, wonach die Ruckhalde aufgrund ihrer Nähe zum Stadtzentrum für autoarmes oder gar autofreies Wohnen geradezu prädestiniert sei. Florian Kessler relativiert solche Aussagen: Aufgrund der Hang­lage sei die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr über die Oberstrasse und die Teufener Strasse nicht besonders gut. Eine autoarme Siedlung sei aber für Teile des Areals prüfenswert.

Provisorischer Weg auf dem alten Trassee

2015 hatte die Stadt eine Machbarkeitsstudie zur Bebauung und Erschliessung durchführen lassen. Diese habe ergeben, dass das bestehende Trassee eher ungeeignet sei für die künftige Erschliessung des Areals, sagt Kessler. Zudem würde es die mög­lichen Bebauungsstrukturen erheblich einschränken. Aus diesem Grund handelt es sich beim Fuss- und Veloweg, der ab 2019 auf dem heutigen Trassee der Appenzeller Bahnen erstellt wird, nur um eine temporäre Verbindung. «Es wird ganz wichtig sein, das Areal dereinst mit Wegen für den Langsamverkehr gut zu erschliessen.»

Doch kann oberhalb des Tunnels überhaupt gebaut werden? «In direkter Nähe des Tunnelportals wird keine Bebauung möglich sein», sagt Kessler. In den oberen Lagen dürfte die Schicht zwischen der Tunneldecke und der Oberfläche jedoch genügend dick sein, um eine Überbauung zuzulassen.

Zukunft der Familiengärten ist noch offen

Noch nicht geklärt ist die Zukunft des Familiengartenareals an der Ruckhalde. Bereits für den Bau des Ruckhaldetunnels mussten einige Familiengärten aufgehoben werden. «In welchem Umfang und wo die Familiengärten künftig Platz finden, ist noch offen», sagt Kessler. Derzeit werde ein Familiengartenkonzept für das ganze Stadtgebiet erarbeitet. Es soll bis Ende Jahr vorliegen. Mitglieder des Vorstandes des Zentralverbandes der Familiengärtner-Vereine St. Gallen seien bereits vor einiger Zeit über die Absichten der baulichen Entwicklung sowie vorgängig zur öffentlichen Auflage über die Umzonung informiert worden.

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