Das wahre Amerika ins Bild rücken

  • Joachim Gugger transportiert eines seiner rund 50 Bilder hinunter in die Kellergalerie.
    Joachim Gugger transportiert eines seiner rund 50 Bilder hinunter in die Kellergalerie. (Bild: Benjamin Manser)
12.10.2017 | 06:47

WITTENBACH ⋅ Ab Samstag stellt Joachim Gugger seine Bilder zum Thema «Das andere Amerika» im Schloss Dottenwil aus. Der Künstler will die unterschiedlichen Facetten des Kontinents zeigen.

Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

redaktiongo

@tagblatt.ch

Im Keller des Schlosses Dottenwil ist es angenehm kühl. An den Wänden sind unterschiedlich grosse Bilder mit verschiedenen Sujets angelehnt, in der Mitte des Raumes stapeln sich weitere Bilder. Joachim Gugger packt ein Kunstwerk nach dem anderen aus und stellt es an den Ort, an dem er sich das Bild am besten vorstellen kann. Gugger stellt ab diesem Samstag im Schloss Dottenwil seine neuen Bilder aus. Die Ausstellung «Das andere Amerika» ist bis zum 10. Dezember zu sehen. Es ist das erste Mal, dass der Zeichner und Maler hier ausstellt. «Ich freue mich dementsprechend sehr», sagt Gugger, der aus Abtwil stammt, in St. Gallen aufgewachsen ist und inzwischen im Appenzellerland lebt.

Sheriff neben Obdachlosen und Grand Canyon

Rund ein halbes Jahr lang hat der Künstler an seiner neuen Ausstellung gearbeitet. Das Thema hat er gewählt, weil Amerika auf ihn «eine grosse Faszination ausübt». Gugger: «Momentan verbinden viele die USA aber nur mit diesem blonden Kerl, der immerzu irgendwelche wilden Dinge tut und sagt.» Mit seinen Bildern will Gugger den Blickwinkel auf die anderen Dinge, die Amerika zu bieten hat, lenken. «Amerika ist wahnsinnig vielseitig. Diese unterschiedlichen Facetten will ich in meinen Werken wiedergeben.» So zeigt ein Bild einen Sheriff, daneben stehen Bilder mit Gesichtern von Gefängnisinsassen. Ein anderes Werk bildet das bunte Stadtleben in einer Grossstadt ab. Auf anderen Bildern ist der berühmte Grand Canyon zu sehen oder das wilde Meer. Ein anderes Werk zeigt einen Obdachlosen am Strand. Er wolle die Orte oder Situationen bloss abbilden, betont Gugger. «Die Bilder sind durchaus auch mal sozialkritisch. Ich will aber nicht werten.» Alle Bilder sind mit Ölfarben oder Blei- und Farbstift gemalt. Vor allem auf letztere Technik hat sich der 50-Jährige spezialisiert. «Wenn ich jeweils ein Bild nur mit Bleistift gemalt habe, male ich danach eines mit Ölfarbe», sagt Gugger. «So nehme ich jeweils eine Pause von der einen Maltechnik.» Diese Tage nutzt Gugger nun, um den Ausstellungsraum fertig einzurichten – dabei darf er seiner Kreativität freien Lauf lassen. Er freut sich auf Samstag, ist jedoch auch nervös. «Das gehört dazu. Ich freue mich aber, wenn ich die Bilder zum ersten Mal zeigen kann.» Es sei immer spannend, was für unterschiedliche Leute an seine Vernissage kommen. «Der Austausch mit ihnen ist jeweils sehr interessant.» Gugger wird während der gesamten Ausstellungszeit neunmal im Schloss Dottenwil anwesend sein.

Nicht nur der Künstler, sondern auch Alfred Zwickl, Präsident der Museumsgesellschaft Wittenbach, freut sich. «Eine Vernissage ist ein toller Anlass, um sich zu treffen und zu diskutieren», sagt Zwickl. Die Ausstellung von Gugger habe unter anderem wegen seiner speziellen Maltechnik überzeugt. «Wir versuchen immer, möglichst unterschiedliche Ausstellungen zu zeigen.» Weiter werde auch auf den Alters- sowie Themenmix geachtet. «Wichtig ist natürlich, dass die Qualität stimmt und zu unserem Konzept passt», sagt Zwickl. «Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Ausstellern und bereits für das Jahr 2019 dran.»

«Das andere Amerika»

Vernissage mit musikalischer Umrahmung, übermorgen, 17 Uhr www.dottenwil.ch

 

 

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