Biegt Cityparking AG ins UG 25 ein?

  • Im Sommer 2018 werden am Unteren Graben die Bohrpfahlwände für die Erweiterung des Parkhauses UG 25 um sechs unterirdische Etagen erstellt.
    Im Sommer 2018 werden am Unteren Graben die Bohrpfahlwände für die Erweiterung des Parkhauses UG 25 um sechs unterirdische Etagen erstellt. (Hanspeter Schiess)
09.06.2017 | 07:38

ST.GALLEN ⋅ Die Cityparking AG sei ein möglicher Interessent für das Parkhaus UG 25, das ab kommendem Frühjahr erstellt wird. Das sagt Projektleiter Iso Senn. Eine allfällige Kooperation hängt vom Ausgang des Rechtsverfahrens für das Parkhaus Schibenertor ab.

David Gadze
Seit exakt einem Jahr ist die Baubewilligung für das Parkhaus UG 25 am Unteren Graben rechtskräftig. Und nun ist – mit einer Verzögerung von mehr als einem Jahr – auch der Beginn der Bauarbeiten absehbar: Im Frühjahr 2018 soll die Erweiterung des ehemaligen Parkhauses UG 24 starten. Geplant ist ein Ausbau um sechs unterirdische Etagen und um 531 Parkplätze auf total 733, davon 192 öffentlich bewirtschaftete.

Das Projekt sei in einigen Punkten überarbeitet und optimiert worden, sagte Iso Senn, Projektleiter und Verwaltungsrat der Bauherrin Senn Resources AG, am Donnerstag vor den Medien. Für den Langsamverkehr könnte es eine zusätzliche Verbesserung nebst dem neuen Fussgängerstreifen zwischen dem Parkhaus und dem St.Mangenpärkli geben: Wie Senn bekanntgab, wird derzeit auch eine Passerelle über den Unteren Graben geprüft, die eine direkte Verbindung von der Kirchgasse zur Müller-Friedberg-Strasse ermöglichen würde.
 

Vier Interessenten – und die Cityparking AG

Die Finanzierung des rund 45 Millionen Franken teuren Parkhauses sei gesichert, betonte Senn. Es gebe vier "institutionelle Investoren", die schon frühzeitig ihr Interesse signalisiert hätten und das Parkhaus erwerben möchten. Um welche es sich dabei handelt, wollte er nicht verraten. Einige wären laut Senn gerne bereits bei Planungsbeginn eingestiegen. "Im jetzigen Stadium hätten wir dies als störend empfunden." Die Verhandlungen sollen deshalb erst dann wieder aufgenommen werden, wenn eine detaillierte Planung inklusive eines Kostenvoranschlags sowie des genauen Terminplans vorliegt. Denkbar sei aber auch, dass die Senn Resources AG das Projekt alleine realisiert. 

Überraschend war in diesem Zusammenhang vor allem eine Aussage von Iso Senn: Auch die Cityparking AG komme als Investorin oder Betreiberin des Parkhauses in Frage. Ein Verwaltungsratsmitglied der Cityparking AG habe die Senn Resources AG diesbezüglich im Frühjahr kontaktiert. Eine allfällige Kooperation sei jedoch abhängig vom Ausgang des Rechtsverfahrens für das Parkhaus Schibenertor, welches die Cityparking AG zusammen mit einer Investorengemeinschaft realisieren will. Deren Rekurs gegen den negativen Entscheid der städtischen Baubewilligungskommission ist derzeit beim Baudepartement hängig. Elmar Jud, Verwaltungsratspräsident der Cityparking AG, war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

"Überraschungen wären kaum zu korrigieren"

Dank der Verschiebung des Baubeginns könne die Planung in Ruhe abgeschlossen werden, sagte Senn. Denn für sie brauche es einen "ausserordentlich hohen Detaillierungsgrad". Eine grosse Herausforderung sei etwa, die Statik des Gebäudes auf die Statik des Parkhauses abzustimmen. "Überraschungen, die während der Bauarbeiten auftreten, sind nachträglich kaum zu korrigieren." Auch deshalb hat die Senn Resources AG eine sogenannte BIM-Simulation erstellen lassen. Dabei handelt es sich um ein "befahrbares" 3D-Modell der Tiefgarage mit allen relevanten technischen Installationen wie Beleuchtung, Sprinkleranlagen, Lüftungsschächten et cetera.

Das detaillierte Bauprogramm wird in Zusammenarbeit mit den Unternehmern erstellt. Doch die zeitlichen Eckpunkte sind bereits jetzt bekannt: Ab kommendem Frühjahr wird zunächst die Bohrpfahlwand entlang der Müller-Friedberg-Strasse erstellt. Diese reicht vom Strassenniveau rund 32 Meter in den Untergrund. Während der Sommerferien 2018 folgt die Bohrpfahlwand am Unteren Graben, die rund 22 Meter in die Tiefe reichen wird. Ausserdem muss die über 100 Jahre alte Kanalisation im Unteren Graben verschoben beziehungsweise teilweise neu erstellt werden, da sie im Bereich der künftigen Ausfahrtsrampe liegt. 
 

Eröffnung im Herbst 2019

Anschliessend erfolgt die Erstellung des Rohbaus. Dafür muss das bestehende Gebäude mittels eines sogenannten Fachwerks auf den Bohrpfahlwänden des künftigen Unterbaus abgestützt werden. Gemäss den Berechnungen von 2015 dürfte die Bauzeit 12 bis 14 Monate dauern, für die restlichen Arbeiten wie die Erstellung der neuen Ausfahrtsrampe oder der Lichtsignalanlagen kommen weitere drei bis vier Monate hinzu. Die Eröffnung des Parkhau-ses ist für Herbst 2019 geplant. 
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