MUOLEN

Becco treibt die Schafe meisterlich

Am Wochenende fand die Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Von den 50 Teams schieden 34 bei den Qualifikationsrunden aus. Trotzdem hatte es der gestrige Final in sich.
09.10.2017 | 05:18
Daniela Ebinger

Daniela Ebinger

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@tagblatt.ch

Am Sonntag kämpfen in Oberegg bei Muolen 16 Schäfer um den Sieg in der Schweizer Meisterschaft der Hütehunde. Den Schweizer-Meister-Titel holte sich schliesslich Johann Beeli ­ mit Becco. Insgesamt hatten ­ 50 Teams teilgenommen.

Das gestrige Finale war um einiges schwerer als die Qualifikationsläufe. Statt wie am Freitag und Samstag mit nur fünf Schafen, mussten die Hütehunde zehn Schafe aus einer Entfernung von rund 500 Metern zusammenführen und durch einen Parcours lotsen. Und dies zweimal. Die Schäfer leiteten ihre Hunde mit Pfeif- und Wortbefehlen an. Auf dieselbe Art wiesen sie ihre Border Collies an, bestimmte Schafe aus der Herde zu trennen.

Border Collies haben wolfsähnliche Jagdinstinkte

«Ich wünsche mir ein gutes Teamwork zwischen Schäfer und Hund und dass der Hund ein selbstständiges Arbeiten zeigt», sagte der Richter Dick Roper aus England den Teilnehmenden bei der Parcoursbesichtigung. Es müsse ersichtlich sein, dass der Hund weiss, was er zu tun hat.

Fehlerfrei wären 170 Punkte zu erreichen. «Das schafft aber niemand, denn es ist eine Arbeit mit verschiedenen Tieren, die ihr eigenes Verhalten mit sich bringen», sagt OK-Präsident Andreas Schiess. Eine gewisse Portion Glück gehöre dazu. Schiess hält seit 16 Jahren Border Collies, die sich laut ihm sehr gut für die Arbeit mit Schafen eignen. «Diese Hunderasse hat einen angeborenen Instinkt, um eine Herde zusammenzuführen, zusammenzuhalten und zum Führer zu bringen», sagt der fünffache Schweizer Meister. Schiess ist überzeugt, dass die Ausbildung der Hütehunde vor allem bedeutet, ihre Veranlagung zu fördern. Dabei handle es sich um eine Art Jagdinstinkt, die auch beim Wolf sichtbar sei. Bereits ein junger Border Collie beherrsche das Beobachten, Fixieren und das Umkreisen seiner Beute und merke dabei, was er mit seiner Körperhaltung und -spannung bewirke. «Der Mensch hat sich dieses Verhalten für seine Zwecke zunutze gemacht», sagt der Gossauer, der Hütehunde ausbildet und Kurse anbietet.

30 Schafrassen auf einem Platz

Nebst dem sportlichen Teil und der Festwirtschaft bot der Anlass einen kleinen Markt mit Produkten rund ums Schaf sowie mit ­regionalen Spezialitäten. Zudem umrahmte eine Schafrassen-­Ausstellung die Meisterschaft. Schweizweit waren zum ersten Mal über 30 Schafrassen auf einem Platz zu bestaunen. Darunter auch seltene Rassen, wie das Ungarische Zackelschaf

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