Alle wollen einen City-Manager

  • Zehn Massnahmen sollen die Innenstadt für Touristen, Einwohner und Gewerbetreibende attraktiver machen.
    Zehn Massnahmen sollen die Innenstadt für Touristen, Einwohner und Gewerbetreibende attraktiver machen. (Bild: Benjamin Manser)
07.07.2017 | 07:08

INNENSTADT ⋅ Die erste Phase des Forums zur St. Galler Innenstadt ist abgeschlossen. Die Stadt hat gestern den Bericht dazu vorgestellt. Schluss ist aber noch nicht: Nun werden attraktivitätsfördernde Massnahmen erarbeitet.

Elisabeth Reisp

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Für die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Quartieren gibt es bereits einen Vermittler, den Quartierbeauftragten. Etwas Ähnliches wünschen sich auch die Unternehmer und Gastronomen als Schaltstelle zwischen Gewerbe und Stadt. Einen Koordinator für das Leben und Wirtschaften in der Innenstadt, neudeutsch: einen City Manager. Gemäss Leiterin der Standortförderung Isabel Schorer war dies ein breit ­abgestützter und dringlicher Wunsch der Forumsteilnehmer. An der gestrigen Medienkonferenz präsentierten Isabel Schorer, Stadtpräsident Thomas Scheitlin und Ralph Bleuer, Präsident der Detaillistenvereinigung Pro City, den Schlussbericht zum Forum «Innenstadt».

Alle Projekte gleich gewichten

Im Schlussbericht sind auch die zehn Massnahmenfelder zusammengefasst (siehe Zweittext), aus denen in Gruppenarbeiten bis Ende Jahr konkrete Vorhaben herausgearbeitet werden sollen. Die zehn Massnahmen würden grundsätzlich alle gleichwertig behandelt, sagte Thomas Scheitlin. Gleichwohl werden wohl einige etwas zügiger umgesetzt werden können als andere. Etwa wenn sie nicht die geltende Rechtssprechung tangieren.

Der koordinierende City Manager sei aber eine Massnahme, die von den meisten Forumsteilnehmern als wichtig eingestuft worden sei, sagte Isabel Schorer. Wo die Stelle des City Managers dereinst angesiedelt werden soll – beim Gewerbeverband oder bei der Stadt? –, ist noch offen. Folglich auch, in wessen Sold der City Manager in spe stehen soll. «Das soll nun in der Arbeitsgruppe diskutiert und erarbeitet werden», sagte Schorer.

Das Forum «Innenstadt», das ursprünglich unter dem weniger schmeichelnden Titel «Belebung Innenstadt» gestartet ist, ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Wirtschaftsverbänden. Eingeladen, an den Foren mitzuwirken, waren Hauseigentümer, Gastronomen, Quartiervereinsvertreter und Gewerbetreibende. An vier Abenden in den letzten zehn Monaten wurden die derzeitige Situation in der Innenstadt analysiert und Ideen gewälzt, wie die Innenstadt für alle Anspruchsgruppen und auch für Gäste und Touristen attraktiver werden könnte.

Stadt und Wirtschaft teilen sich die Kosten

Bisher erweise sich das ganze Projekt als sehr erfolgreich, sagte Scheitlin. Die Soll-Situation für die St. Galler Innenstadt sei definiert. In einem nächsten Schritt stehe nun die Umsetzung an. Nächsten Mittwoch findet die erste Sitzung mit den Leitern der verschiedenen Arbeitsgruppen statt. Nach den Sommerferien beginnen die Gruppen damit, die ihnen zugeteilte Aufgabe zu lösen.

Pro Gruppe und Thema haben sich sechs bis sieben Personen angemeldet. Alle Teilnehmer der Gruppenarbeit täten dies in Fronarbeit, sagt Isabel Schorer.Ganz ohne Kostenfolge bleibt das Forum «Innenstadt» aber nicht. «Für das ganze Projekt wurden 75000 Franken aufgeworfen», sagte Scheitlin. 47000 Franken habe die Stadt investiert, der Rest sei von Wirtschaftsverbänden beigesteuert worden.

Zu Ende ist das Projekt aber noch lange nicht. Gemäss Isabel Schorer sollen bis auf weiteres halbjährlich Foren stattfinden, in denen die Zukunft der Innenstadt weiter diskutiert und verändert wird.

Jetzt ist langer Atem gefragt: Lesen Sie unter diesem Link unseren Kommentar zum Thema

Kommentare
Kommentar zu: Alle wollen einen City-Manager
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geschrieben am 07.07.2017 15:15 | von Bruno Köppel

Alle wissen es, aber niemand spricht es aus...

Mit der stufenweise Schikanierei der Autofahrer bis hin zum totalen Fahrverbot in der Innenstadt kam auch deren schrittweiser Tod. Für mich gibt es nur einen einzigen Weg, die Innenstadt wieder zu beleben: Die Wiederzulassung der Autos. Natürlich mit Mass und mit Rücksicht auf alle Seiten: Einbahnverkehr und max. 20 km/h.

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