AUSZEICHNUNG

Abtwil und Mörschwil küren ihre fasnächtlichen Ehrenbürger

In Abtwil gibt’s den Schnogu, in Mörschwil den Ehren-Möbü: Fasnachtskommitees haben am Wochenende Personen geehrt, die sich für die Fasnacht und das Dorfleben einsetzen.
12.02.2018 | 15:03
Laura Widmer
Bereits zum vierten Mal organisierte das Abtwiler Fasnachtskomitee am Fasnachtswochenende die Kunterbunte Fasnachtsnacht. Neben Auftritten verschiedener Guggen war die Wahl der Schnoderguge der Höhepunkt des Abends. Die Auszeichnung wird alljährlich an einen Abtwiler Bürger für ehrenamtliches Engagement im Dorf-und Vereinsleben vergeben.
Hansruedi Knupp hielt im Scheinwerferlicht eine Laudatio auf die 23. Schnoderguge. Nach ein paar Versen war klar, wer die Auserwählte war: Astrid Schmidli durfte dieses Jahr das gelbe Fasnachtsgewand der Schonderguge überziehen. «Ich fühle mich geehrt und freue mich riesig über die Auszeichnung», sagt Schmidli. Die Wahl sei in diesem Jahr sicherlich verdient, sagt Bea Bühler, die Präsidentin des Fasnachtskommitees. Schmidli führe seit 15 Jahren die Kasse des Frauenvereins und könne auf viele Jahre in diversen Abtwiler Vereinen zurückblicken. Ausserdem sei sie seit zehn Jahren Vizepräsidentin des Verkehrsvereins. Die Mitarbeit in den Vereinen im Dorf entspreche einfach ihrem Naturell, sagt Schmidli. «Ich helfe gerne.»
Astrid Schmidli ist zudem eine begeisterte Fasnächtlerin: 16 Jahre lang war sie mit den Abtwiler Schränzern unterwegs und fertigte Gwändli für die Gugge. Auch heute noch bereichere sie die Fasnachtsanlässe der Gemeinde und bringe ihre Ideen ein, sagte Hansruedi Knupp in seiner Laudatio: «Nochdem sie dänn us därä Guggä usträtä isch, hät sie endli ämol chönnä waltä lo ganz frisch, ehrni Fantasie för Chüächli-Zyschtig ond Maskäball, ond hät amäl dä passänd Schnaps voteilt uf jedä Fall.» In diesem Jahr wurde Schmidli von einer Freundin an die Fasnacht ins Schützenhaus begleitet – und war ausnahmsweise nicht verkleidet.
 

Ehren-Möbü nach30 Jahren im Vorstand

Sie Mörschwiler Adlerbruet ehrte dieses Jahr Erwin Schmuck. Er wurde von den Juroren der Fasnachtsgesellschaft zum 25. Ehren-Möbü ernannt. Schmuck war 30 Jahre lang selbst im Vorstand der Adlerbruet und bis zu seinem Rücktritt im vergangenen Jahr das letzte noch aktive Gründungsmitglied. «Er hat aus unserer Sicht eine Würdigung verdient», sagt der Präsident der Adlerbruet, Gallus Hasler. Erwin Schmuck war im Fasnachtskommitee für die Werbung zuständig. Ein Amt, das ihm leicht fiel, führt er doch gemeinsam mit seiner Tochter die Werbeagentur Redchili in Mörschwil.

«Man darf schon ein bisschen stolz sein», sagt Erwin Schmuck über seine Wahl, «die Adlerbruet ist einer der grössten Vereine im Dorf». Während seines Amtsjahres möchte Schmuck Augen und Ohren offen halten, vielleicht könne er ja zum Schluss einen möglichen Nachfolger präsentieren. Es sind einige Auftritte mit dem Amt verbunden, darunter die Eröffnung des Mörschwiler Fasnachtsumzugs. Das sei nicht jeder Person gleichermassen gegeben, sagt Schmuck. Ganz von der Adlerbruet abnabeln möchte er sich trotz seines Rücktrittes nicht: «Nach dreissig Jahren würde mir das schwer fallen.»

Der Ehren-Möbü soll laut Satzung ein Jahr lang «den fasnächtlichen Ruf der Gemeinde Mörschwil ehrenvoll in die übrige Schweiz, ja die ganze Welt, hinaustragen». Schmuck möchte diesen Teil der Satzung mit einem Augenzwinkern umsetzen: «Amerika hat Hollywood, wir haben unser Möllywood.» Mörschwil müsse sich nicht verstecken. Ein Walk of Fame, dessen Sterne den bisherigen und zukünftigen Ehrenbürgern Mörschwils gewidmet sind, sei bereits aufs Parkett gebracht worden – bis jetzt sei es allerdings bei der Idee geblieben.

 
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