Schuldirektor stützt Buchental-Schulleiter

  • An der Realschule Buchental in St. Fiden ist es in den vergangenen Jahren zu personellen Turbulenzen gekommen.
    An der Realschule Buchental in St. Fiden ist es in den vergangenen Jahren zu personellen Turbulenzen gekommen. (Bild: Michel Canonica)
10.03.2017 | 06:45

BUCHENTAL ⋅ Nach der Kritik zweier pensionierter Lehrer am Leiter der St.Galler Realschule Buchental und an der Schulbehörde nimmt Stadtrat Markus Buschor Stellung. Er weist die Vorwürfe in aller Deutlichkeit zurück.

David Gadze

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Es schien, als sei nach den personellen Turbulenzen von 2015 an der Realschule Buchental Ruhe eingekehrt, seit Jakob Egli im März 2016 interimistisch die Schulleitung übernommen hatte. Doch nun gibt es wieder negative Meldungen aus der Schule. In einem Leserbrief und einem anschliessenden Zeitungsartikel warfen zwei inzwischen pensionierte Lehrer Egli mangelnden Respekt im Umgang mit Lehrkräften vor (Tagblatt vom Mittwoch und vom Donnerstag). Die Situation im Buchental habe sich seit Eglis Amtsantritt keineswegs verbessert, sagen sie. Die Stimmung sei immer noch schlecht.

Nun nimmt Schuldirektor Markus Buschor Stellung zu den Vorwürfen – und weist sie in aller Deutlichkeit zurück. «Richtig ist, es gibt derzeit noch vereinzelte Lehrpersonen, die eine schlechte Stimmung verbreiten.» Dies, weil sie auf das neue Schuljahr hin aufgrund ihres Verhaltens oder fehlender Qualifikation keine Vertragsverlängerungen mehr für ein weiteres Unterrichten im Buchental erhalten hätten. Die freiwilligen Abgänge zweier Lehrkräfte im vergangenen Sommer hätten mit Eglis Führung jedoch nichts zu tun. Auch seien weder von anderen Lehrern noch von Eltern kritische Rückmeldungen zum Umgang von Jakob Egli beim Schulamt eingegangen.

Beratung und Führung unterscheiden

Ein wesentlicher Kritikpunkt der beiden pensionierten Lehrer ist, dass die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre, die in der Trennung vom damaligen Schulleiter aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Schulführung, der Freistellung eines Lehrers sowie dem freiwilligen Rücktritt der stellvertretenden Schulleiterin gipfelten, nicht aufgearbeitet worden seien. Auf die Hilfe eines externen Mediators habe das Schulamt verzichtet, obwohl mehrere Lehrer und der Verband Lehrpersonen Sektion St.Gallen dies empfohlen hatten. «Beratung und Führung sind zweierlei. Von Beginn weg stand das ­Angebot der Beratungsstelle für Lehrpersonen vorbehaltlos zur Verfügung», sagt Buschor. Es sei vereinzelt genutzt worden.

Davon zu unterscheiden sei die Frage der Führung. «Über Jahre gewachsene gravierende Führungsmängel kann man nicht dadurch heilen, indem man einen externen Mediator beauftragt.» Vielmehr habe man dafür sorgen müssen, dass eine Person mit der Führungsfunktion vor Ort beauftragt werde, die führen wolle und könne. Diese Person müsse auf Mitarbeitende zählen können, die bereit seien, sich führen zu lassen. «Personen, die über Jahre informell das Sagen hatten, verlieren mit einem Schulleiter, der plötzlich führt, ihre bisherigen Einflussmöglichkeiten. Jene, die bisher untendurch mussten, atmen vorsichtig auf – nicht öffentlich, sondern in aller Stille.»

Kein Zweifel an Eignung

Auch die Kritik, Egli sei als Schulleiter ungeeignet, da er die entsprechende Ausbildung nicht habe, lässt Buschor nicht gelten: «Jakob Egli hat jene fundierten Ausbildungen und eine jahre­lange Erfahrung im Umgang mit hartnäckig zu lösenden Führungsproblemen, wie sie im Buchental beobachtet wurden.» Dieses spezifische Können sei führungsmässig nötig, um das Buchental gemeinsam mit engagierten Lehrpersonen bis Sommer 2017 auf Kurs zu bringen. Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern verdienten eine professionelle Führung. «Dieser Auftrag wird von Jakob Egli vorbildlich und mit der nötigen Standfestigkeit erfüllt.»

Die Abschaffung der allgemeinen Umfrage am Schluss des Konvents sei darauf zurückzuführen, dass diese von einzelnen Akteuren «wiederholt für unvorbereitete Spontandiskussionen missbraucht» worden sei, sagt Buschor. Etwa darüber, wie man die städtische Parkplatzregelung, welche im Buchental seit Jahren mit geparkten Lehrerfahrzeugen verletzt werde, weiterhin umgehen könnte. «In der Meinung, wer als Lehrperson von Jugendlichen Regeleinhaltung einfordere, habe selber Regeln einzuhalten, hat der Schulleiter eine Ankündigung der Themen eingefordert.»

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von dick??
 

Meistgelesen

In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 09:11

Tödlicher Streit unter Brüdern: Der mutmassliche Täter galt als jähzornig

Am frühen Montagnachmittag hat sich in Bazenheid ein Familiendrama ereignet.
Der frühere spanische Topstar Fernando Hierro hat soeben die Schweiz aus dem Topf der gesetzten Teams gezogen.
Sport: 17.10.2017, 14:14

Die Schweizer Nationalmannschaft trifft in der WM-Barrage auf Nordirland

Das Los hat entschieden: Will die Schweizer Fussball-Nati an der WM in Russland dabei sein, muss ...
Um diesen Vorfall geht es: Beim Spiel Luzern - St.Gallen vom Februar 2016 warf ein Anhänger Knallkörper auf den Rasen.
Ostschweiz: 17.10.2017, 11:28

St.Galler Pyrowerfer: Jetzt entscheidet das Bundesgericht

Der Fall eines Fans des FC St.Gallen, der in Luzern Knallkörper aufs Spielfeld geworfen hatte, ...
Ist eine Person vermisst, sind die ersten Stunden der Suche laut der Polizei die wichtigsten.
Kanton St.Gallen: 17.10.2017, 08:39

Spurlos verschwunden: Das Leiden der Angehörigen

Ende Oktober sind es 15 Monate, dass ein Mann aus der Ostschweiz verschwand.
Die Büro- und Gewerbeliegenschaft an der Hungerbühlstrasse 15 im Westen von Frauenfeld brennt lichterloh.
Stadt Frauenfeld: 17.10.2017, 08:28

Immenser Schaden nach Vollbrand

Lichterloh brannte in der Nacht auf gestern ein altes Haus im Westen der Stadt.
Auch im thurgauischen Mattwil hatte der Mann einen Reitstall gemietet - das Geld blieb er zu einem grossen Teil schuldig.
Kanton Thurgau: 17.10.2017, 10:48

Reitstall-Betrüger gibt Urkundenfälschung zu

Um bei Gläubigern Kredit zu erhalten, hat ein hochverschuldeter Pferdestallbetreiber Dokumente ...
Diese roten SBB-Loks werden Schritt für Schritt modernisiert. Bis 2022 sollen alle 119 Fahrzeuge in Yverdon-les-Bains VD für die nächsten zwanzig Jahren fit gemacht werden. (Archiv)
Schweiz: 17.10.2017, 11:24

Rote SBB-Loks werden moderner gemacht

Seit 25 Jahren verkehren auf dem Schweizer Schienennetz die roten Lokomotiven, die mit der ...
Dass Tabakkonsum ungesund ist, wissen die meisten Rauchenden. Das Risiko, selber zu erkranken, schätzen sie laut einer Studie aber zu tief ein.
Schweiz: 17.10.2017, 11:56

Rauchende reden Folgen ihrer Sucht schön

Rauchende unterschätzen die negativen Folgen ihres Konsums.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 16:40

Diebe klauen Wärmeschublade

An der Fürstenlandstrasse in St.Gallen haben sich unbekannte Täter über eine Baustelle Zutritt ...
Ostschweiz: 17.10.2017, 08:26

Ein Rundgang durch die Olma von 1956

Die Olma feiert ihr 75-Jahr-Jubiläum. Wir sind ins Archiv gestiegen und haben einmalige Videos ...
Zur klassischen Ansicht wechseln