ÜBERBAUUNGSPLAN

Einsprachen auf dem Rosenberg

Das Institut auf dem Rosenberg hat einen neuen Überbauungsplan erarbeitet für künftige Ausbauten. Dagegen sind wie erwartet Einsprachen eingegangen. Sie sind bereits an die zweite Instanz gelangt.
17.03.2017 | 06:40
Elisabeth Reisp

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Das Institut auf dem Rosenberg will nicht wachsen. Aber es will sich den geänderten Bedürfnissen der Schüler anpassen und daher mehr Platz und Raum schaffen. Damit sich das Institut entsprechend baulich entwickeln kann, hatte es bereits im Sommer 2015 einen Überbauungsplan für das Areal auf dem Kamm des Rosenbergs erarbeitet. Schon damals sagte der Verwaltungsratspräsident des Instituts, Bernhard Gademann, gegenüber dieser Zeitung, dass er mit Einsprachen rechne. Seine Vorhersage hat sich bestätigt. Etliche Anwohner machten von ihrem Recht Gebrauch. Viele davon hat der Stadtrat abgewiesen. Nun behandelt der Rechtsdienst des kantonalen Baudepartements als zweite Instanz die Rekurse.

Hecke und Zufahrt stören

Ein Dorn im Auge war einigen Anwohnern unter anderem die geplante Hecke am unteren Rand der Wiese auf der Nordseite. Die Einsprecher, die nicht mit Namen in der Zeitung erscheinen wollen, befürchteten zu viel Schatten. Schliesslich darf die Hecke bis zu vier Meter hoch werden. Diese Einsprache wurde vom Stadtrat aber abgewiesen. Wie auch jene gegen die geplante Zufahrt auf das Institutsareal von der Dietli­strasse her. Dagegen haben die Einsprecher jedoch Rekurs eingelegt. Sie befürchten ein stärkeres Verkehrsaufkommen und eine Wertminderung ihrer Liegenschaft.

Wann über die Rekurse entschieden wird, ist offen. Theoretisch ist den Rekurrenten der Weg bis vors Bundesverwaltungsgericht möglich. Der Ritt durch alle Instanzen würde die Bau­pläne des Instituts zum Teil auf unbestimmte Zeit einfrieren. Ausgenommen davon wäre die geplante Turnhalle an der Dietlistrasse. Diese ist vom Überbauungsplan ausgenommen.

Neues Wohnhaus geplant

Allerdings sollte nebst der Turnhalle auch ein Wohn- und Schulhaus in einem Zeitraum von fünf Jahren gebaut werden, sagte Gademann vor anderthalb Jahren. Wie und ob das Institut nun eine Alternativplanung erstellt, ist nicht bekannt. Für Fragen war das Institut die letzten zwei Tage nicht erreichbar.

Das Institut auf dem Rosenberg ist alt, seine Geschichte reicht 128 Jahre zurück. Kinder aus 40 Nationen zwischen sechs und achtzehn Jahren leben im Internat. Auf der Kuppe des Rosenbergs befindet sich das Institut auf rund 100000 Quadratmetern an bester Lage. Die Haupthäuser sind Villen aus der Zeit des Jugendstils. Umrahmt wird die weitläufige Anlage von einem alten Baumbestand. Und dieser steht, wie der Bestand auf dem ganzen Rosenberg, unter Schutz. Entsprechend wurde der Überbauungsplan so ausgearbeitet, dass die besonders wertvollen Bäume erhalten bleiben. Dass im Zuge der einzelnen Bauarbeiten einzelne Bäume gefällt werden, ist aber nicht zu vermeiden.

Abweichungen von der Regelbauweise

Für den Überbauungsplan ist teilweise von der Regelbauweise abgewichen worden. Neubauten, die nahe beim Hauptgebäude stehen, dürfen teilweise höher werden, als es der Zonenplan vorschreibt. Abgelegenere Gebäude dürfen hingegen nur ein- statt dreistöckig gebaut werden. Auch dürfen die Neubauten nicht die Sicht von der Strasse her auf die alten, prächtigen Häuser verdecken. Der Gesamteindruck des Gebiets muss erhalten bleiben, lautete eine Auflage.

Im Überbauungsplan sind elf potenzielle Neu- oder Anbauten eingezeichnet. Die grosse Wiese auf der Nordseite des Areals ist jedoch nicht im Überbauungsplan berücksichtigt. Sie wird als Landreserve in der Hinterhand behalten.

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