Baumtransport mitten in der Stadt

  • Die Baumstücke wurden an einem 80 Meter langen Seil zur Kinderfestwiese geflogen.
    Die Baumstücke wurden an einem 80 Meter langen Seil zur Kinderfestwiese geflogen. (Reto Voneschen)
  • Mit einem Super Puma wurde der Baum Stück für Stück vom Rosenberg abtransportiert.
    Mit einem Super Puma wurde der Baum Stück für Stück vom Rosenberg abtransportiert. (Reto Voneschen)
  • (Reto Voneschen)
13.03.2017 | 19:52

ST.GALLEN ⋅ Ein Helikopter hat am Montag eine Scheinzypresse in Stücken aus der Innenstadt zur Kinderfestwiese geflogen. Sie musste gefällt werden, da sie umzustürzen drohte.

Dass ein Helikopter gefällte Bäume aus einem unwegsamen Bergwald ins Tal befördert, ist im Gebirge keine Seltenheit. Weniger häufig ist dagegen, dass ein gefällter Baum aus einem Stadtquartier geflogen werden muss.

Genau das ist aber am Montag zwischen zehn und elf Uhr am St.Galler Rosenberg geschehen. Ein Super Puma der Heliswiss hat an der Eschenstrasse 1 eine Scheinzypresse stückweise ausgeflogen. «Bei fünf Flügen wurden Baumstücke von jeweils zwei bis zweieinhalb Tonnen abtransportiert», sagt Dominik Gerber, Projektleiter bei Heliswiss. Die Scheinzypresse habe gefällt werden müssen, da sie vergangene Woche bei einem Sturm beschädigt worden und deswegen instabil gewesen sei. Der Super Puma könne zwar Lasten von bis zu viereinhalb Tonnen heben, aus Sicherheitsgründen reize man dies jedoch nicht aus. Denn gerade in bewohntem Gebiet müsse man besonders vorsichtig zu Werke gehen.

«Königsklasse des Helifliegens»
Der Baum wird laut Gerber erst in Stücke geschnitten, wenn er bereits am Seil des Helikopters befestigt ist. «Man muss aufpassen, dass der Zug auf das Seil nicht zu gross wird, solange das jeweilige Baumstück noch nicht abgetrennt ist.» Entsprechend seien solche Transporte die «Königsklasse des Helifliegens». 

Die Baumstücke wurden an einem 80 Meter langen Seil zur Kinderfestwiese geflogen. Diese Länge sei nötig, damit der Abwind des Helikopters nicht Gebäude oder Pflanzen beschädige. Mitarbeiter von Heliswiss informierten zudem Anwohner, die Sonnenschirme nicht zu öffnen und die Fenster zu schliessen. Aus Sicherheitsgründen wurden die Strassen unter der Flugschneise gesperrt.

Laut Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei, würden solche Bewilligungen – eine Handvoll pro Jahr – sehr zurückhaltend erteilt und nur, wenn die Arbeiten nicht ohne Helikopter erledigt werden könnten. (dag)
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