KURSE

1700 Lehrerinnen in der Stadt

Ab Montag ist St. Gallen zwei Wochen lang das nationale Zentrum für Lehrer-Weiterbildung. 1700 Pädagogen besuchen 100 Sommerkurse – und lernen auch die Stadt kennen. Denn zur Weiterbildung gehört neben einem fachlichen auch ein gemütlicher Teil.
08.07.2017 | 08:55
Roger Berhalter

Wie bedient man einen 3D-Drucker? Wie baut man ein Schwyzer Örgeli? Wie nutzt man den Computer für die Unterrichtsvorbereitung? Wie setzt man ein Djembe sinnvoll im Klassenzimmer ein? Kurse zu diesen und weiteren Themen werden ab kommendem Montag in St. Gallen angeboten. Vom 10. bis 21. Juli organisiert das Non-Profit-Unternehmen Schule und Weiterbildung Schweiz (SWCH) Weiterbildungen für Lehrpersonen in der Stadt. In den zwei Wochen finden rund 100 Kurse statt, und insgesamt haben sich 1700 Lehrerinnen (die grosse Mehrheit sind Frauen) aus der ganzen Deutschschweiz angemeldet. Als Zentrum dient die Kantonsschule am Burggraben, wo die meisten Kurse stattfinden, und wo die Teilnehmer Zmittag essen können. Die restlichen Kurse, die vor allem handwerklich ausgerichtet sind, werden in verschiedenen Oberstufenschulhäusern der Stadt durchgeführt.

Nach Feierabend, zwischen 17 und 20 Uhr, öffnet im Theater zudem die Lehrmittelmesse Magistra samt Weinbar. Hier finden die Lehrerinnen alles, was es fürs Klassenzimmer braucht, vom Mathematikbuch über den Beamer bis zum Lehrerpult.

Von 1700 kommen nur 300 aus dem Kanton

Die Sommerkurse von SWCH finden jedes Jahr an einem anderen Ort in der Schweiz statt. Die Idee: Die Teilnehmer sollen sich nicht nur fachlich weiterbilden, sondern auch die jeweilige Region kennen lernen. Deshalb gehört auch in St. Gallen zum Kurs- ein Rahmenprogramm. «Die Kursteilnehmer sollen auch die Stadt sehen», sagt Roman Bottlang, Präsident des St. Galler OK.

Von den 1700 Lehrerinnen kommen nur 300 aus dem Kanton St. Gallen. Für alle anderen stehen verschiedene Stadtführungen sowie eine Tour durch das Textil- oder Kunstmuseum auf dem Programm. Die Lehrerinnen können sich auch im Pétanque-Spiel im St. Leonhardspärkli versuchen oder auf einer Bustour zu verschiedenen Aussichtspunkten Fotos von St. Gallen schiessen. Das Open-Air-Kino, das Kulturfestival und weitere Institutionen und Ausgehmöglichkeiten werden ebenfalls beworben.

Eine «St. Galler Top Ten» in der Kursbroschüre verrät allen Interessierten etwas über die Gallusstadt. Dass es hier den besten Panettone der Schweiz gibt, zum Beispiel. Oder dass der Brückenweg über nicht weniger als 18 Brücken führt. Oder dass jedes Jahr 120000 Besucher die Mumie der Schepenese in der Stiftsbibliothek anschauen.

Temporärer Zeltplatz beim Schulhaus Buchental

Für die Übernachtung der Gäste hat sich das OK etwas einfallen lassen. Zwar fahren viele Lehrerinnen jeweils abends wieder heim. Aber nicht wenige kommen privat bei Lehrerkollegen unter, auch das hat bei den Sommerkursen Tradition. Ebenso das Campen: Einige der Teilnehmerinnen reisen jeweils mit dem Wohnmobil oder mit dem Zelt an. Für sie bietet das OK eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Areal des Schulhauses Bu­chental. Dort wird ein temporärer Zeltplatz eingerichtet. «City Camping St. Gallen» heisst er, und er ist schon ab morgen Sonntag in Betrieb.

Offiziell eröffnet werden die Sommerkurse am Montagabend von 17.30–18.30 Uhr in der Aula der Kantonsschule am Burggraben. Auf dem Programm stehen einige kurze Reden sowie eine Podiumsdiskussion zur Entwicklung des Lehrerberufs im Lauf der Zeit. Auch «Bassimist» Daniel Ziegler wird an der Feier auftreten; der Musiker wird die anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen auf lustvolle Art und Weise beschimpfen.

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