Kunst in neuen Kulturräumen

  • Gedenkausstellung in der Transformatorenstation, die Stadtwald-Hochhäuser als neue Nachbarn hat und neu der Kultur dient.
    Gedenkausstellung in der Transformatorenstation, die Stadtwald-Hochhäuser als neue Nachbarn hat und neu der Kultur dient. (Bild: Fritz Bichsel)
17.07.2017 | 05:17

TRAFO ⋅ Das erste Projekt im Trafo beim Rorschacher Stadtwald erinnert an den verstorbenen Rorschacher Maler Erich W. Rutishauser. Gleichzeitig gilt es der Zukunft: der Umnutzung dieses Technikbaus für Kultur.

Fritz Bichsel

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Im Trafo bei der Schulanlage Pestalozzi transformierten früher die Technischen Betriebe der Stadt Rorschach Strom für die angrenzende Aluminiumfabrik. Dort stehen jetzt die Stadtwald-Hochhäuser. Im renovierten Trafo empfängt der fensterlose Raum im Erdgeschoss die Besucher der Ausstellung, die an das Schaffen von Erich W. Rutishauser als Maler, Zeichner, Karikaturist und Porträtist erinnert. Die beiden Räume im Obergeschoss mit Blick durch eine Verbindungs­türe benötigen kein künstliches Licht. Durch Dachfenster und verglaste Türen fällt Tageslicht auf Ölgemälde, Porträts, auffällige Karikaturen, kleine feine Zeichnungen, Skizzen, Kunstmappen und Bücher. So entsteht Abwechslung, obwohl keine spezielle Beleuchtung für Kunstausstellungen vorhanden ist.

Die Ausstellung gestaltete Sibylle Bühlmann, die mit Erich W. Rutishauser verheiratet war, bis er vor 17 Jahren erst 37-jährig aus dem Leben schied. Er hatte sich intensiv mit Fragen der Menschheit befasst und mit dem Geschehen von weltweit bis zur Heimatstadt Rorschach. Das Wissen und Können, um seine tiefen Gedanken und Empfindungen in Bildern und Zeichnungen auszudrücken, hatte sich der gelernte Schriftsetzer bei unablässigem künstlerischem Schaffen angeeignet. Besucher der Ausstellung sind beeindruckt von der Vielfalt seines Werks. «Sogar Leute, die Erich kannten, staunen, wie vielseitig er als Künstler wirkte», berichtet Sibylle Bühlmann.

Stadt fördert mit Räumen kulturelle Projekte

Sie freut sich, dass auch seit der sehr gut besuchten Vernissage vor einem Monat stetig Kunstfreunde in den Trafo kommen. Ihr Ziel, das ganze Werk ihres verstorbenen Mannes zu zeigen, liess sich nach langer Raumsuche verwirklichen dank des Trafos. Der Stadtrat liess den Bau gegenüber dem mittleren Hochhaus renovieren für kulturelle Nutzung – als Beitrag zur Gestaltung und Belebung des neuen Quartiers. Die Stadt will hier aber nicht einfach Räume vermieten. «Unser Ziel ist Kulturförderung», erklärt der für Kultur zuständige Stadtrat Ronnie Ambauen. «Entsprechend stellen wir den Trafo für Projekte zur Verfügung.» Wer ein Projekt verwirklichen will, kann sich wie für andere Anliegen zur Kulturförderung melden bei der Stadtkanzlei im Rathaus.

Die Nutzung beschränkt sich hauptsächlich auf die wärme Jahreshälfte, weil es keine Heizung gibt. Besonders eignen sich die Trafo-Räume für Ausstellungen. Denkbar sind auch Lesungen, kleine musikalische Aufführungen und dergleichen. Dafür müsste der nichtmöblierte Bau eingerichtet werden. Vorerst wartet die Stadt aber Erfahrungen und Interesse ab. «Die Gedenkausstellung ist ein Versuch. Dieser zeigt, dass sich der Trafo als Ort für Kultur bewährt», freut sich Ronnie Ambauen.

Hinweis

Trafo am Adolf-Gaudy-Weg im Rorschacher Stadtwald-Quartier; Ausstellung bis Herbst, Donnerstag 17–19, Samstag 10–12 Uhr

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