Gut gebucht

  • In die Pedale treten trotz Hitze: Der heisse Sommer beschert der Region viele Touristen.
    In die Pedale treten trotz Hitze: Der heisse Sommer beschert der Region viele Touristen. (Reto Martin)
12.08.2017 | 08:04

TOURISMUS ⋅ Hoteliers, Bootsverleiher und die Schifffahrtsbetreiberin sind zufrieden. Sie zählen diesen Sommer bereits mehr Gäste als im Vorjahr. Einzig fürs Bahnfahren war es fast zu heiss.

Janina Gehrig, Lisa Wickart

Janina Gehrig, Lisa Wickart

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Sie kommen aus Holland, England, Deutschland, Australien und bleiben meist für eine Nacht: die Touristen, die mit dem Velo um den Bodensee radeln und dabei im Hotel Mozart in Rorschach nächtigen. Laut Geschäftsführerin Susanne Tobler finden sie in diesem Sommer besonders zahlreich den Weg in die Hafenstadt. Rund 1200 Logiernächte zählte das Hotel im Juli. «Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein Anstieg der Buchungen um fünf Prozent. Das ist natürlich sehr erfreulich», sagt Tobler. Der Anstieg sei vor allem dem schönen Wetter und dem Trend zu Radreisen zu verdanken.

Von einem «super Juli» spricht auch die Angestellte des Best Western Hotels Rebstock in Rorschacherberg. «Wir waren fast jede Woche von Montag bis Donnerstag ausgebucht», sagt sie. Zwar zähle das Hotel stets viele Geschäftsleute aus Europa und Asien. «Events wie die Beachtour oder das Sandskulpturen-Festival locken aber auch viele Touristen an», sagt sie.

Zu Fischknusperli über den Bodensee tuckern

Die vielen Hitzetage bescherten auch der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt viele Passagiere. Bis zu 850 Personen tuckerten an Spitzentagen allein mit der MS Zürich, einem von sieben Personenschiffen, über den See. Laut Geschäftsführerin Andrea Ruf verzeichnete man zwischen Mai und Juli auf der Verbindung Rorschach–Lindau eine Zunahme der Gäste um 2,5 Prozent. Der Ausflugsverkehr an die restlichen Ufer (Romanshorn, Kreuzlingen und Meersburg) habe gegenüber 2016 gar um 8,5 Prozent zugenommen. «Besonders beliebt ist auch eine Fahrt auf die Insel Main­au oder ins Naturschutzgebiet Rheineck», sagt Ruf. Dabei wurden vor allem Fischknusperli aus der Bordküche bestellt – oder Frisco-Glace. Doch noch geniesse man die Zahlen mit Vorsicht, sagt Ruf. Erst die Zahlen von August und September ergäben dann ein abschliessendes Bild.

Noch mehr auf gutes Wetter angewiesen ist Urs Grob vom Bootsverleih in Rorschach. Er spricht von einem guten Juni, nennt jedoch keine Zahlen. Pedalos und Motorboote würden etwa gleich häufig gemietet. Für Grob sind die fünfwöchigen Sommerferien die wichtigste Zeit, die Saison dauert nur noch einen guten Monat.

Zufrieden mit der Sommersaison ist auch der Leiter der Jugendherberge Rorschach, Volkmar Hardegen. «Besonders während des Sommeranfangs hatten wir viele Gäste.» Im Vergleich zum Vorjahr zeige sich: Mai und Juni liefen besser denn je, die Sommerferien von Juli bis August nur mittelmässig. Grund dafür sei das wechselhafte Wetter gewesen. «Bei schlechtem Wetter haben wir nun mal weniger Gäste.» Der Herbst soll wieder besser werden: «Wir haben für September schon viele Buchungen», sagt Hardegen. Im Oktober habe die Herberge nur geöffnet, wenn sich noch grosse Gruppen ankündigen. Wenn es bei Anmeldungen von Einzelpersonen bleibe, schliesst Volkmar Hardegen Ende September.

Wetter zu heiss zum Bahnfahren

Einzig bei den Appenzeller Bahnen zeigt sich ein anderes Bild: Während der Sommerferien verzeichnete man auf der Strecke Rorschach–Heiden weniger Gäste als im Vorjahr. «Wir liegen gegenüber dem Vorjahr leicht im Minus mit unseren Frequenzen», sagt Leiterin Marketing, Sabrina Huber. Ausgerechnet das schöne Wetter hielt wohl einige vom Bahnfahren ab. Der offene Sommerwagen sei im Juli 2016 21 Mal angehängt worden, diesen Juli nur an 18 Tagen. «Es war an den schönen Tagen fast schon zu heiss», sagt sie. Die Gäste bevorzugten dann einen Sprung in den kühlen Bodensee. Die Appenzeller Bahnen ziehen jedoch erst am Schluss der Saison Bilanz. Für den Herbst hofft Huber auf sonnige Tage: «Die Nutzung der Rorschach–Heiden-Bahn ist sehr stark vom Wetter abhängig.»

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