OLMA

Flanieren und degustieren

Kaffeeautomaten, Kuhbürsten, Klimageräte: 17 Vertreter aus der Region Rorschach stehen die nächsten zehn Tage in und vor den Olma-Hallen und werben um neue Kunden.
13.10.2017 | 06:31
Janina Gehrig

Janina Gehrig

janina.gehrig@tagblatt.ch

Die Sonne scheint. Bereits schlendern erste Besucher übers Messegelände, in der Arena trotten drei Pferde vor sich hin. Beim Stand der Etro AG aus Rorschacherberg bimmelt es in allen Tonlagen. Hier gibt es Schellen, Glocken, Chüeligurte, Topflappen, Hosenträger und Edelweisshemden. Die Firma ist seit 75 Jahren an der Olma vertreten – so lange, wie es die Messe gibt. Mittlerweile zählten nicht nur Bauern, sondern vor allem Touristen zu den besten Kunden, sagt Eric Thoma. Und seit der Kontroverse um das traditionelle Kleidungsstück der Schwinger und Sennen gehen die Edelweisshemden noch besser über den Ladentisch.

1000 Franken Miete pro Quadratmeter

16 weitere Vertreter aus der Region Rorschach sind an der Olma vertreten, so etwa die Firma Lübra AG aus Horn in der Halle 3, auf deren Werbeplakat eine nasse Katze etwas ratlos in die Ferne blickt. Luftentfeuchter, Klimageräte und Wäschetrockner werden hier verkauft. «Die Olma lohnt sich, auch wenn der Quadratmeter rund 1000 Franken Miete kostet», sagt Geschäftsleiter Andreas Heeb. Nebenan testen Senioren Bürostühle und elektrische Massagebürsten, die einem unter der Dusche den Rücken schrubben. Auch Donna, Sophie, Sybille und Kerry lassen sich regelmässig den Nacken kraulen. Die Kühe haben in der Halle 7 ihr provisorisches Zuhause bezogen. Die elektrische Kuhbürste an ihrem Gehege sei «Wellness für die Tiere», sagt Franz Breitenmoser der Hof- und Landtechnik AG aus Untereggen, der die Geräte zum Aktionspreis einen Stock weiter oben verkauft. Bis zu 500 Landwirte besuchten ihn in den zehn Messetagen. «Kundenpflege», sagt Breitenmoser.

Zwischen den Ständen für Gelenkgelatine und Dampfreiniger stapeln sich bunte Kaffeetassen. Dallmayr aus Horn preist hier die «perfekte Crema» an. Neu gebe es aus ihren Automaten auch Kaffee mit laktosefreier Milch, «damit alle Mitarbeiter eines Betriebs verköstigt werden können», sagt Geschäftsführer Burim Beqiraj. Er wirbt zudem für das Ampelsystem an seinen Automaten. So leuchtet Hungrigen ein rotes Schildchen entgegen, wenn sie Paprika-Chips oder Biberli wählen, grünes Licht gibt es hingegen für Fruchtschnitten oder Mineralwasser. Das braucht man beim Konkurrenten Leomat aus Tübach nicht. «Wönder no en rechte Kafi?», fragt ein Mitarbeiter stattdessen scherzend.

In der Halle 9 riecht es nach Käse. Eine Standbetreiberin streckt Besuchern in Fondue getauchte Brotstücke entgegen, die Molkerei Fuchs bringt ihr neues Heidelbeer-Kürbis-Joghurt unter die Leute. Kinder rennen ihren Luftballonkühen von Swiss Milk hinterher. Vor dem Stand von Ochsentorkel Weinbau AG prosten sich die Leute zu. Marc Kobel bietet sogleich «etwas Liebliches» an, giesst einen Weissen aus Blauburgunder- und Chardonnay-Trauben aus. Er vertritt seinen Bruder Tom, der gerade im Weinkeller in Thal sitzt. Die Olma sei eigentlich ein schlechter Zeitpunkt für Weinbauern, sagt er. «In diesen Tagen kommt die Ernte rein, die Trauben müssen gepresst, der Saft vergärt werden.» Kobel öffnet eine neue Flasche.

Und draussen? Da stehen die Leute vor den Bratwurst- Magenbrot- und Brezelständen nun Schlange.

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