PROZESS IN MELS

Frau beauftragt zwei Privatdetektive mit dem Mord an ihrem Ehemann

Aus Wut und Eifersucht soll eine heute 37-jährige Frau Ende 2016 zwei Männer mit der Tötung ihres Ehemanns beauftragt haben. Am Dienstagmorgen hat der Prozess vor dem Kreisgericht in Mels begonnen. Der Frau wird mehrfach versuchte Anstiftung zu Mord vorgeworfen.
27.03.2018 | 10:28
Der Frau, einer Italienerin, drohen eine mehrjährige Freiheitsstrafe sowie eine Landesverweisung. Die genauen Anträge werden erst während der Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland bekannt gegeben.

Sie werde mindestens fünf Jahre Freiheitsentzug fordern, schreibt die Staatsanwältin in der Anklageschrift. Gemäss Schweizerischem Strafgesetzbuch droht dem Auftraggeber einer Straftat die gleiche Strafe, wie dem Täter selbst.
 

Missglückte Ehe

Hintergrund der Tat ist eine missglückte Ehe. Im August 2016 zog der Ehemann der Beschuldigten aus der gemeinsamen Wohnung aus, wie es in der Anklageschrift heisst. Die Frau argwöhnte, dass der drei Jahre Jüngere eine andere Beziehung habe. Sie beauftragte einen Privatdetektiv damit, ihn observieren zu lassen.

Ausser hohen Kosten brachte ihr das allerdings nichts: Der Detektiv fand weder Anzeichen einer Untreue, noch konnte er herausfinden, wo der Mann jetzt wohnte. Die Beschuldigte wollte sich damit aber nicht zufriedengeben. Sie engagierte einen anderen Privatdetektiv.

Der fand heraus, dass der abtrünnige Ehemann bei einer Arbeitskollegin Unterschlupf gefunden hatte. Die Frau passte ihrem Ehemann ab und stellte ihn zur Rede, als er das Haus verliess. Bei dieser Gelegenheit habe er ihr erklärt, dass er die Scheidung wünsche, schreibt die Staatsanwältin.
 

Mann soll sterben

Dies brachte für die Frau das Fass zum Überlaufen. Sie forderte den Privatdetektiv mehrmals auf, ihren Mann gegen Bezahlung zu töten. Dabei sollte das Ganze wie ein Unfall wirken. Als er ablehnte, wandte sie sich mit dem gleichen Vorschlag an den ersten Privatdetektiv.

Die beiden vereinbarten ein Treffen, das die Frau jedoch kurzfristig absagte. Tags darauf wurde sie festgenommen. Die Ermittler stiessen auf zahlreiche Kurznachrichten an beide Detektive, in denen die Frau verschlüsselt auf Annahme des Auftrags drang. (sda)
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