• Zu den Besonderheiten des Kantons St.Gallen gehört, dass das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG) als Wahlpflichtfach in die Stundentafel der Volksschule aufgenommen wird. (Symbolbild)
    Zu den Besonderheiten des Kantons St.Gallen gehört, dass das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG) als Wahlpflichtfach in die Stundentafel der Volksschule aufgenommen wird. (Symbolbild) (GAETAN BALLY (KEYSTONE))
16.03.2017 | 18:15

Steigbügel für Ethik und Religion


ST.GALLEN ⋅ Im Kanton St.Gallen bleiben das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft sowie der Religionsunterricht mit dem Lehrplan 21 in der Stundentafel der Volksschule. Die beiden Konfessionen haben zusammen mit Fachleuten einen Lehrplan entwickelt, der die verlangten Kompetenzen konkretisiert.

Alle 20 Jahre komme ein neue Lehrplan − und die kantonalen Besonderheiten gerieten unter Druck, sagte Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, an der Medienorientierung vom Donnerstag.

Zu den Besonderheiten des Kantons St.Gallen gehört, dass das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG) als Wahlpflichtfach in die Stundentafel der Volksschule aufgenommen wird. Auch der freiwillige Religionsunterricht ist wie bisher in die Stundenpläne integriert.

Schüler müssen wählen
Die Schülerinnen und Schüler müssen sich künftig − ab der dritten Klasse − entscheiden, ob sie die eine Wochenlektion Ethik, Religion, Gemeinschaft in der Variante Schule oder Kirche absolvieren möchten. Je nach Wahl erhalten sie dann Unterricht von der Lehrkraft der Volksschule oder von einer kirchlichen Lehrperson.

Dies sei eine Chance, ein Zeichen zu setzen, dass Religion und Gesellschaft gut zusammenarbeiteten, erklärte Bischof Markus Büchel. Bei der Kooperation zwischen Kanton, Schule und Kirche sei in kürzester Zeit ein grossartiger Beitrag geleistet worden.

Gemeint ist damit eine Ergänzung und Konkretisierung zum Lehrplan 21 für das Fach ERG und den Religionsunterricht, bei der die beiden Konfessionen zusammenspannten. Im Kanton St.Gallen sei «in einer ökumenischen Dynamik» vieles möglich, was in anderen Kantonen nicht gelänge, ergänzte Schmidt.
Das neue Fach startet im nächsten Schuljahr. Erarbeitet wurde der St.Galler Lehrplan von Fachleuten der Hochschulen und der Lehrerbildung unter der Leitung von Kuno Schmid, Dozent für Religionsdidaktik an der Universität Luzern.

Im Internet abrufbar
Im Lehrplan 21 werden Kompetenzen bezeichnet, die im Unterricht verbindlich bearbeitet werden müssen. Damit werde die Sicherheit geschaffen, dass die Schülerinnen und Schüler die gleichen Inhalte lernten, unabhängig davon, ob sie sich für ERG Schule oder ERG Kirche entscheiden, hiess es an der Medienorientierung.

Im Kanton St.Gallen werden nun die Konkretisierungen der im Lehrplan 21 formulierten Kompetenzziele angeboten. Sie seien auch als Steigbügel für Lehrkräfte gedacht, die das Fach noch nie unterrichtet hätten, erklärte der Kirchenratspräsident. Die Ausführungen, Materialien und Hinweise sind unter der Webadresse www.erg-ru.ch abrufbar. (sda)
Kommentare
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geschrieben am 17.03.2017 08:02 | von amul

Das ist wohl eine "Steigbügelhilfe" die der katholisch-evangelischen Kirche die Schäfchen zutreiben soll, natürlich begründet mit dem All-zweck-Kampf-Tarnanzug LP21. Dabei wird das für CH so wichtige und erfolgreiche Grundprinzip der Trennung Kirche-Staat ausgehebelt: die staatliche Schule muss inhaltliche wie auch personelle Verantwortung übernehmen für Religionsunterricht "ERG Kirche", was nicht deren Aufgabe ist. Und was ist mit den anderen Weltreligionen Islam - Buddhismus - Hinduismus...? Die werden bald Gleichberechtigung in Form von staatliche finanziertem Unterricht an der Volksschule einfordern. Und was ist die wichtigste Kompetenz die sich ein Schüler bez Religion aneignen kann ? "Sei kritisch gegenüber Pfaffen - Sektengurus - IS-Rekrutierern und allen anderen Seelenfängern .. " und ob Glaubensbrüder die Kompetenz haben das glaubhaft vermitteln zu können, wage ich zu bezweifeln.

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geschrieben am 17.03.2017 10:00 | von Tinel

Dann sagen Sie Ihren Kindern das Sie sich für den Schulunterricht mit Lehrpreson entscheiden sollen und gut ist. Dann wird kein "Pfaffe" Ihre Kinder unterrichten.

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geschrieben am 17.03.2017 10:37 | von amul

Da wird es nicht lange gehen, und die Kirche wird Bedingungen stellen wie zb für eine Konfirmation muss "EGR Kirche" besucht werden, und fertig ist mit der Wahlfreiheit. SG handelt sich mit diesem Alleingang viele Probleme ein, nebst den unten erwähnten, die sich andere Kantone - auch solche mit LP21 - elegant ersparen. Das zeigt auch nebenbei, dass LP21 als Begründung völlig obsolete ist.

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geschrieben am 17.03.2017 11:23 | von Tinel

Also für mich tönt das wie 5er und Weggli haben wollen -wenn sie kein interesse haben an der Kuirche und Ihre Lehren, Ihre Kinder nicht von "Pfaffen" unterrichten lassen wollen, wieso wollen Sie dan aber das Recht der Konfirmation? Abgesehen das dies ein Problem der Kirche ist und da es ja wie gewünscht eine Trennung zwischen Kirche und Staat geben sollte, sind wohl die Bedingung für eine Konfirmation alleine Sache der Kirche. Die Schule bietet aber eine Variante. Nur entscheiden mit allen Konsequenzen müssen schon noch Sie. Was sie Gleichberechtigung anderer Konfesionen betrifft müssten diese zuerst mal als Staatskirche anerkannt werden. Auch schon früher hat der Religionsunterricht durch Theologen Stattgefunden welche von der Kirchgemeinde gestellt wurde, man konnte sich aber Dispensieren lassen und dann hatte man einfach Frei ... so wars bei mir. Also ist dei Verantwortung des personals nicht verändert nur das Wahlrecht - resp. Dispensionsrecht hat geändert.

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geschrieben am 17.03.2017 11:50 | von amul

Andere Kantone machen es richtig, und so wäre es auch in meinem Sinn: "ERG" vermittelt "Wissen" (und bitte nicht diesen Kompetenz-Schwachsinn) über alle Weltreligionen, "ERG" ist obligatorisch für alle Schüler aller Religionen, auch ein Muslim darf etwas über den Hinduismus lernen-erfahren. Das Fach muss ja nicht 10 Jahre lang besucht werden. Und der eigentliche Religionsunterricht ist Sache der Religionsgemeinschaft und findet ausserhalb der Volksschule statt: wenn ich will dass meine Kinder konfirmiert werden, dann müssen sie zum "Pfaffen" in den Konfunterricht, ins Konflager, 7000 Punkte mittels Gottesdiensts-Besuchen ersammmeln..etc und da ist dann der Schwerpunk nur noch auf dem Evangelischen Glauben, take it or leave it.

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geschrieben am 17.03.2017 14:36 | von Tinel

Also ich versuche es nochmals1. da es ein WahlPFLICHTtfach und nicht ein freiwilliges Wahlfach ist, müssen auch die "Moslems" eines der beiden Fächer wählen. Somit wird er den schulunterricht wählen und erfährt auch etwas über den Hinduismus - so wie der Christ auch was über den Islam lernt. Somit abgehackt Ihre bedenken. Das ein Religionsunterreicht ausserhalb der Schule statt findet damit kann ich mich ja anfreunden, nur hat dies nichts aber auch gar nichts mit Ihren bedenken zum LP21 zu tun. Schliesslich war auch der freiwillige Religionsunterricht im bisherigen Schulplan eingebaut und koordiniert worden nur haben jetzt nicht einige mehr Lektionen. Kompetenzen sind Ziele -um Ziele zu erreichen muss eine Leistung gebracht werden - um eine Leistung zu erbringen muss ich wissen haben - somit ist das Wissen der Grundstock für jede Kompetenzerreichung. Nur noch besser-ich weiss es nicht nur sondern weiss auch noch wann ich es wie anwenden muss. In ner digitalen Zeit sau wichtig

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geschrieben am 17.03.2017 16:20 | von amul

Der Moslem wird erst dann "ERG KIrche" wählen, wenn es dort nicht nur evang-Kath zu und hergeht, sondern auch eine Islam-abteilung gibt. Und diese Forderung wird sehr bald auf den Tisch kommen, und dann wird's schwierig das zu verweigern, im Sinne der Gleichberechtigung aller Religionen.. Und dann muss die Volksschule für eine "ERG Kirche -Islam" inhaltlich und personell Verantwortung übernehmen, Herr Kölliker kann dann Imame einstellen und garantieren, dass diese keine Hassprediger sind.

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geschrieben am 17.03.2017 17:28 | von Tinel

EBEN der Moslem wird darum ERG Schule wählen (muss wählen WAHLPFLICHTFACH) und dort eine Sichtweise und ein überblick über mehrere Weltreligionen erhalten... Der Islam kann erst eine ERG Kirche wählen wenn der Islam als Staatsreligion / Staatskriche anerkannt ist. Dem ist aber nicht der Fall. Wie gesagt ob die Vermischung mit der Schule stattfinden soltle ist schon seit Jahrzenten ein Thema - mit Ihnen sollte nicht sein. Aber ich verstehe Ihre vermischung von LP21 / lernform ablehnung / Wahlpflichtfach und dann auch noch die Gefahr der Moslems nicht. Vorallem nicht wenn alles zusammen in einem Topf geworfen wird.

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geschrieben am 17.03.2017 14:16 | von frieda

Wenn sich ein Schüler/eine Schülerin für EGR Schule entscheidet, heisst das nicht, dass er/sie kein Interesse an Kirche hat. Es kann heissen, dass er/sie einfach gerne moralisch-ethische und religiöse Infiormationen erst einmal weltanschaulich neutral bekommen möchte. Zumal ja auch Informationen über andere Religionen dazu gehören werden. Kirchenmitglied sind die meisten Kinder ja schon durch die Taufe. Die Kirche(n) können selbstverständlich ausserhalb der Schule Kommunions- oder Konfirmationsunterricht anbieten und dessen Besuch zur Voraussetzung für diese Bekenntnis-Festivitäten machen. Aber bitte nicht Schulfächer und Religionsausübung zwingend verknüpfen. Die Kirchen sollen sich aus dem Unterricht in der Volksschule heraushalten.

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