KANTON ST.GALLEN

St.Galler Verkehrsstatistik: Mehr Unfälle, weniger Tote

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kanton St.Gallen ist leicht angestiegen. Dies zeigt die aktuelle Verkehrsunfallstatistik der Polizei. Rückläufig ist hingegen die Anzahl Verkehrstoter.
22.03.2018 | 19:14
Claudio Weder
Die Kantonspolizei St. Gallen hat eine gute und eine schlechte Nachricht zur Verkehrsunfallstatistik 2017. Die schlechte zuerst: Es gab im Strassenverkehr  2782 Unfälle, also 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptsächlich betreffen die Ursachen nach wie vor das Verhalten und den Zustand der Lenkerinnen und Lenker. Sprich die häufigsten Unfallgründe waren wie schon im Jahr zuvor Ablenkung, Nichteinhalten der Geschwindigkeitslimiten und Fahren unter Alkoholeinfluss.

Während die Zahl der Unfälle mit Ursache Ablenkung oder Alkohol auf dem Vorjahresniveau stagnierte, ereigneten sich 2017 insgesamt 449 Unfälle infolge überhöhter Geschwindigkeit – 62 mehr als noch im Vorjahr. Diesem Problem will die Kantonspolizei wie bis anhin mit regelmässigen stationären Geschwindigkeitskontrollen beikommen. Die gute Nachricht gilt der geringeren Anzahl Verkehrstoter: Im vergangenen Jahr kamen bei Verkehrsunfällen im Kanton zehn Personen ums Leben, vier weniger als im Jahr 2016. «Damit haben wir einen neuen historischen Tiefststand erreicht», sagt Polizeikommandant Bruno Zanga. Abgenommen hat auch die Zahl der im Strassenverkehr verletzten Personen – von 1117 auf allerdings noch immer 1078.



Besorgniserregend ist die Situation bei den E-Bikes. Während Verkehrsunfälle mit Velofahrern im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen haben (171 Unfälle gegenüber 181 Unfällen), ist die Anzahl der Unfälle mit E-Bikes nach der Verdopplung von 2015 auf 2016 nun nochmals um 36.1 Prozent angestiegen. Laut der polizeilichen Unfallstatistik kam es im 2017 zu 72 Unfällen mit E-Bikes. Betroffen sind vor allem die langsamen E-Bikes mit einer Tretunterstützung von bis zu 
25 Kilometern pro Stunde. Ein Problem ist laut Polizei, dass viele E-Bike-Fahrer die zum Bremsen erforderliche Bremsenergie unterschätzten. Laut Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei St.Gallen, könnten diese Unfälle durch ausreichende Fahrpraxis und entsprechende Schulungen vermieden werden.
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