ST.GALLEN

Rezepte gegen zu teure Angebote für die Kinderbetreuung

Die Kantonsrats-Fraktionen von CVP-GLP und SP-Grüne reichten in der Junisession je einen Vorstoss zu den Angeboten für die Kinderbetreuung ein. Beidesmal geht es um die Kosten – allerdings aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
15.06.2017 | 11:25
Die familien− und schulergänzende Kinderbetreuung stand zuletzt immer wieder im Fokus. So zeigte eine im April veröffentlichte Analyse, dass das Angebot im Kanton St.Gallen zwar stark ausgebaut wurde, dass es aber noch immer unter dem Schweizer Durchschnitt liegt.

«Die Kosten für die Kinderbetreuung sind im internationalen Vergleich sehr hoch», stellt nun die CVP-GLP-Fraktion fest. Als einen der Gründe vermutet sie, dass «auch die Gestehungskosten für die Infrastruktur über dem Durchschnitt liegen».

Wenn der Staat die Kinderbetreuung wirklich fördern wolle, dann müssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, fordert die Fraktion. Das heisse, dass die Standards beim Betreuungspersonal und bei der Infrastruktur «flexibilisiert und gelockert» werden müssten.
Auf jeden Fall solle vermieden werden, «dass für die Kinderbetreuung Tertiärabschlüsse notwendig werden».
 

61 Prozent zahlen die Eltern

Auch die SP-Grüne-Fraktion kritisiert die finanziellen Hürden: Im Kanton St.Gallen würden heute durchschnittlich 61 Prozent der Vollkosten eines Betreuungsplatzes von den Eltern bezahlt, wird im Vorstoss vorgerechnet.

Die Regierung habe zwar für 2018 einen Bericht mit Verbesserungsvorschlägen angekündigt: Doch nun gebe es einen neuen Entscheid: Kantone und Gemeinden könnten über die kommenden fünf Jahre hinweg von einer Anstossfinanzierung in der Höhe von 100 Mio. Franken profitieren. Damit stelle sich die Frage, «welche unverzüglichen Anstrengungen notwendig sind, um Bundesgelder abholen zu können».

Mit diesen Mitteln könnten die Betreuungskosten für Eltern mit Kindern im Vorschulalter gesenkt oder mehr Betreuungsangebote für die Schulferien oder längere Kita-Öffnungszeiten ermöglicht werden, zählt die Fraktion auf.

Die Regierung muss nun zu den verschiedenen Fragen Stellung nehmen, die in den beiden Vorstössen aufgeworfen wurden. (sda)
Leserkommentare
Weitere Artikel