KANTON ST.GALLEN

Rentner überfahren: Todeslenker erneut schuldig gesprochen

Das Kantonsgericht St.Gallen hat einen Autolenker, der mit seinem Wagen im Dunkeln einen älteren Mann übersehen und überfahren hatte, der fahrlässigen Tötung schuldig erklärt. Damit bestätigte es den Entscheid des Kreisgerichts Wil.
08.12.2017 | 11:51
Claudia Schmid
Der tragische Unfall geschah am Abend des 4. März 2013 in Wil. Ein 81-jähriger Mann versuchte um 20.40 Uhr bei der BP-Tankstelle, die St.Gallerstrasse zu überqueren. Er wurde von einem Auto frontal erfasst und auf die Strasse geschleudert. Trotz der Reanimierungsversuche der Rettungskräfte verstarb er noch auf der Unfallstelle.
 

Am Kantonsgericht appelliert

Im Juni dieses Jahres fällte das Kreisgericht Wil einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung. Gegen diesen wehrte sich der Beschuldigte am Kantonsgericht. Nach dem Unfall sei sein Leben zusammengebrochen, erklärte der 50-jährige Schweizer am vergangenen Dienstag in der Berufungsverhandlung. Noch heute beschäftige ihn das Geschehene stark. Er könne sich nach wie vor nicht erklären, weshalb und woher der Mann auf die Strasse und vor sein Auto gekommen sei. Er habe ihn nicht gesehen. Erst beim Aufprall sei ihm rechts ein Schatten aufgefallen.
 

Sanktion gemildert

Das Kantonsgericht hat nun seinen Entscheid schriftlich veröffentlicht. Es bestätigte den Schuldspruch der Vorinstanz und erklärte den Beschuldigten der fahrlässigen Tötung schuldig. Jedoch milderte es die bedingte Geldstrafe. Während die Vorinstanz 120 Tagessätze zu je 190 Franken festgelegt hatte, senkte das Kantonsgericht die Sanktion auf 60 Tagessätze zu je 180 Franken. Der Vollzug wird mit einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Die Kosten der Untersuchung, der erstistanzlichen Gerichtsverhandlung und des Berufungsverfahrens muss grösstenteils der Beschuldigte zahlen. Sie betragen rund 27'000 Franken.
 
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