KANTONSRAT

Kritik aus dem St.Galler Kantonsrat an SAK-Tarifen

Die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke (SAK) wollen auf 2018 die Rücklieferpreise für Solarstrom von 15 Rappen auf 4,73 Rappen pro Kilowattstunde senken. Dies sei stossend, heisst es in einem Vorstoss eines Kantonsrats der Grünen.
13.12.2017 | 15:59
Aus einer Übersicht gehe hervor, dass die SAK für 2018 als offenbar einziger Netzbetreiber den Tarif für Rückvergütungen von Solarstrom reduzierten, heisst es im Vorstoss von Kantonsrat Thomas Schwager, den er in der Novembersession eingereicht hat.
 
Die Betreiber von Solaranlagen bekämen für die Kilowattstunde Solarstrom im nächsten Jahr nur noch 4,23 statt wie bisher 15 Rappen. Die SAK orientierten sich damit am Graustrom-Tiefpreis des Grosshandels mit Strom von unbekannter Herkunft, kritisiert Schwager im Vorstoss.
 

Rund 500 Betreiber betroffen

Bei den rund 500 betroffenen Solaranlagen handle es sich um solche, die bis 2014 in Betrieb gesetzt wurden, schreibt der Kantonsrat. Allen anderen sei von der SAK schon 2017 der schweizweit zweittiefste Ansatz vergütet worden.
 
Schwager will von der Regierung wissen, wie die im Vergleich sehr tiefen Rücklieferpreise und die gleichzeitig angehobenen Verkaufspreise dazu angetan seien, «für ein positives SAK-Image zu sorgen». 
 
Weiter fragt Schwager nach, wann die SAK-Eigentümerstrategie angepasst werde. Die Regierung hat zum Vorstoss noch nicht Stellung genommen.
 

Marktpreise als Referenz

In einer Medienmitteilung vom Mittwoch zu den Rücklieferpreisen halten die SAK fest, dass sie sich bei der Preissenkung auf eine Verfügung der unabhängige Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich Elcom abstütze, die besage, dass marktorientierte Bezugspreise als Referenz für die Rücklieferungsvergütung dienten. 
 
Zudem befänden sich die Einkaufspreise auf dem Schweizer und dem Europäischen Strommarkt auf tiefem Niveau. Die SAK nehme ihren Auftrag einer wirtschaftlichen Betriebsführung gegenüber den Eigentümerkantonen und ihren Kunden wahr.
 
Weiter habe man den im September kommunizierten neuen Tarif für die Rückliefervergütungen von 4,23 Rappen pro Kilowattstunde bereits wieder geändert. Aufgrund der am 1. November erlassenen Ausführungsbestimmungen zum neuen Energiegesetz werde er um 0,5 Rappen auf 4,73 Rappen pro Kilowattstunde erhöht, teilen die SAK mit. (sda)
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