ST.GALLEN

Die schönsten Bilder aus 129 Jahren Ruckhaldekurve

Mit dem Ende des Osterwochenendes verschwindet in St.Gallen ein eisenbahntechnisches Kuriosum. Die Ruckhaldekurve der Appenzeller Bahnen ist die engste Zahnradkurve der Welt. Am Montag fährt der letzte Zug über den Hang.
01.04.2018 | 07:46
Reto Voneschen
Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Als sie gebaut wurde, war die Ruckhaldekurve eine Pioniertat. Bei einer Steigung von 90 Promille beträgt ihr Radius gerade einmal 30 Meter in der Zahnstange. Der legendäre Rank, der seit seiner Eröffnung fleissig fotografiert wurde, und der bis heute Eisenbahnfreunde aus der ganzen Welt anzieht, ist Teil des sogenannten Gaiserbähnli. Die «Strassenbahn St. Gallen–Gais», wie die Schmalspurbahn einst offiziell hiess, gehört heute zum Streckennetz der Appenzeller Bahnen (AB). Gebaut wurde sie ab 1887 von der Appenzeller Strassenbahngesellschaft. Eröffnung war am 1. Oktober 1889. 1903/04 entstand die Verlängerung von Gais nach Appenzell. 1911 wurde als Ergänzung die Linie von Gais über den Stoss nach Altstätten eröffnet.

Bildergalerie: Die schönsten Bilder aus 129 Jahren Ruckhaldekurve

Am Montag fährt der letzte Zug über die engste Zahnradkurve der Welt. Wir haben für Sie die schönsten Bilder aus 129 Jahren Ruckhaldekurve zusammengestellt.



Nach 129 Jahren wird die Ruckhaldekurve am Ostermontag letztmals befahren. Schon am Dienstag wird sie ausser Betrieb genommen. Die Strecke vom Bahnhof St. Gallen bis nach Teufen wird bis im Herbst durch Busse bedient. Dies, weil an der St. Galler Oberstrasse eine Rampe und eine Überführung neu gebaut werden müssen. Ab 7. Oktober, wenn die Bahnlinie den Betrieb wieder aufnimmt, verkehren die Züge dann durch den neuen Ruckhaldetunnel.
 

Appenzeller wollten schon im 19. Jahrhundert einen Tunnel

Ob künftig mehr als alte Fotos an die St. Galler Rekordkurve erinnern werden, ist noch offen. Die Stadt klärt derzeit ab, ob Teile der Kurve allenfalls als Denkmal für die Pionierzeit der Eisenbahn erhalten bleiben können. Abgelehnt wurde bereits vor einigen Jahren der von Eisenbahnfreunden geforderte Weiterbetrieb der Kurve im Rahmen einer Touristenbahn. Dies aus Kostengründen und weil der Ruckhaldehang dereinst mit Wohnhäusern überbaut werden soll.

Der Geschichte der Ruckhaldekurve widmet ab 7./8. April auch das Museum Appenzeller Bahnen beim Bahnhof Wasserauen (www.bahnmuseum-appenzell.ch) seine erste Ausstellung in diesem Jahr. Gezeigt wird dabei allerdings nicht nur die Geschichte dieses Bahnranks. Präsentiert werden auch alte Pläne und Akten, die belegen, dass sich die Appenzeller schon in den 1870er-Jahren Überlegungen für einen Eisenbahntunnel zwischen dem Güterbahnhof und dem Riethüsli in St. Gallen gemacht hatten. Gezeigt wird zudem die schwierige Planung der oberirdischen Eisenbahnlinie über die Ruckhalde von 1872 bis 1888.
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