KANTON ST.GALLEN

Asylbewerber müssen "Integrations-Fitness" an den Tag legen

Die kantonalen Asylzentren müssen sich nach Vorgaben des Bundes neu ausrichten. In verschiedenen Zentren liegt das Schwergewicht mit Schul- und Arbeitsangeboten auf der Integration. Flüchtlinge mit einem abgelehnten Gesuch werden künftig in Vilters untergebracht.
22.03.2018 | 14:41
Aktualisiert:  22.03.2018, 15:00
Grund für die Neuausrichtung der Asylzentren sind Änderungen beim Bund. Damit werden die Verfahren beschleunigt und es soll eine schnellere Integration erreicht werden. Im Unterschied zu heute werden nur noch etwa 40 Prozent aller Asylsuchenden auf die Kantone verteilt.

Kanton und Gemeinden hätten sich bereits letztes Jahr darauf geeinigt, dass Personen im erweiterten Asylverfahren wie auch abgewiesene Asylsuchende ab 2019 in Zentren des Kantons betreut und untergebracht würden, teilte das Migrationsamt am Donnerstag mit.
 

Zentren mit Integrationsangeboten

In den "Zentren mit Integrationscharakter" gibt es künftig Tagesstrukturen mit obligatorischem Schulunterricht, mit Beschäftigungsprogrammen und einem Zentrumsbetrieb. Dieses neue Konzept soll in den Asylbewerberzentren Bergruh in Amden, Landegg in Eggersriet/Lutzenberg und im Thurhof in Oberbüren umgesetzt werden.

Im Vordergrund stehe die Integration, aber auch die Vorbereitung auf eine Ausbildung oder auf die Arbeitswelt, heisst es in der Mitteilung. Gleichzeitig würden auch Rückkehrberatungen durchgeführt. Erst wenn ein Asylsuchender durch das Staatssekretariat für Migration ein Bleiberecht erhalte und "eine bestimmte Integrations-Fitness erreicht hat", soll er einer Gemeinde zugewiesen werden.
 

Vorbereitung auf Rückreise in Vilters

Die abgewiesenen Asylsuchenden werden künftig im Zentrum Sonnenberg in Vilters untergebracht. Dort liegt der Schwerpunkt auf der Vorbereitung auf eine möglichst rasche Rückkehr ins Heimatland. Es wird nur noch Nothilfe gewährt. Für schulpflichtige Kinder soll dort eine interne Schule betrieben werden.

Die Neuausrichtung des Zentrums Sonnenberg habe einen Personalabbau zur Folge, heisst es. Den Auftrag für Sicherheit und Ordnung will der Kanton an externe Dienstleister vergeben. (sda)
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