Ladina gibt niemals auf

  • Praktisch täglich ist die zwölfjährige Ladina Luder auf dem Golfplatz in Waldkirch anzutreffen.
    Praktisch täglich ist die zwölfjährige Ladina Luder auf dem Golfplatz in Waldkirch anzutreffen. (Bilder: Jil Lohse)
17.07.2017 | 07:02

OSTSCHWEIZER TALENT ⋅ Schon als Dreijährige wusste Ladina Luder, dass sie Golf spielen möchte. Nun kämpft die Zwölfjährige bei den Junioren um den Schweizer-Meister-Titel. Ganz so einfach ist aber auch für sie nicht alles.

Angelina Donati

Angelina Donati

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@tagblatt.ch

Von Weitem lässt sich ein Gesicht erkennen, das über beide Ohren strahlt: Das der zwölfjährigen Ladina Luder. Wie eine Grosse lenkt sie ihren Golftrolley und parkiert ihn präzise neben jene von anderen Mitgliedern des Golfclubs Waldkirch. Ihr Wägeli sticht allerdings gleich ins Auge. Aus den 14 verschiedenen Schlägern schaut ein grosses Plüschpferd hervor. «Diese Schlägerhülle habe ich an einem Turnier gewonnen», sagt Ladina Luder. Und prompt hat sie den Preis zu ihrem Glücksbringer gemacht. «Beim Golfen spielt nämlich auch das Glück mit», erklärt die Waldkircherin.

Besonders komme es aber darauf an, wie man in Form sei. Und dazu braucht es viel und regelmässiges Training, um Bestleistungen zu zeigen. Wichtig seien dabei vor allem auch die Anweisungen des Coachs: Trainiert man zu viel alleine, können sich rasch Fehler einschleichen. «Was mir am Golfen besonders gefällt, ist, dass die Herausforderungen auf dem Platz jedes Mal unterschiedlich sind», sagt Ladina Luder begeistert.

Schwierige Entscheidungen

Auch dass Golfturniere gern ganze fünf Stunden dauern, kann der Schülerin nichts anhaben. «Man muss genügend Wasser und eine Zwischenverpflegung dabei haben», sagt sie, «und wenn es ­regnet, dann regnet es halt.» Ihr gefalle, sich in der Natur aufzuhalten. Während ihre Gspänli beispielsweise Volleyball spielen oder in der Jugi aktiv sind, war für Ladina Luder schon als Kleinkind klar, welches Hobby sie dereinst ausüben möchte. Einen Sport, der oft unterschätzt werde. So waren denn auch Ladinas Gspänli überrascht, als sie mit ihr den Golfplatz besuchten: «Zuerst fanden sie alles einfach. Am Schluss gaben sie aber zu, dass es doch schön schwierig ist.»

Schwierige Momente hatte auch Ladina Luder, die sich eingestehen musste, dass das Golfen auf diesem hohen Niveau auch Abstriche mit sich bringt. Etwa weniger Zeit mit Kolleginnen und Kollegen verbringen zu können. Dennoch lässt es sich immer wieder einrichten, sich mit ihnen zu treffen. Und auch das Spielen auf der Posaune liegt für die Schülerin drin, die bis zu zwölf Stunden wöchentlich auf dem Golfplatz steht. Wer diesen Sport lernen möchte und schon am Abschlagüben verzweifelt, für den hat die Zwölfjährige einen Tipp: «Einfach weitermachen und nicht aufgeben.» Es könne nicht immer funktionieren. Das weiss sie aus eigener Erfahrung. «Wenn ich mehrere Turniere hintereinander nicht gleich erfolgreich gespielt habe, dann will ich noch mehr trainieren. Es ist mir wichtig, dranzubleiben.»

Ganze Familie ist vom Golf begeistert

Ladinas Eltern, die beide Golf spielen, haben sie schon früh auf den Golfplatz in Waldkirch mitgenommen. «Als Dreijährige hat sie zum ersten Mal gesagt, dass sie auch Golf spielen möchte», erinnert sich ihre Mutter Sandra Luder. «Ladina wusste schon immer, was sie will.» Mit fünf Jahren absolvierte Ladina ihr erstes Training und seit sie sieben Jahre alt ist, nimmt sie an Turnieren teil. So misst sich die Lokalmatadorin auch ab morgen an den fünftägigen Schweizer Junioren-meisterschaften in Waldkirch. Ladina Luder geht gleich in den Kategorien U12 und U14 an den Start. Mittlerweile sind es jeweils 40 Turniere pro Saison, welche die junge Waldkircherin bestreitet. Auf das Heimturnier ist sie nervöser als auch schon. «Es werden hier viele Leute zuschauen, die ich kenne.»

Mit dem Golffieber infiziert sind längst auch Ladinas beide kleinen Geschwister. So steht jeweils die ganze Familie Luder in Golfausrüstung auf dem Platz. «Weil man maximal zu viert spielen kann, geht es bei uns leider nie auf», sagt Sandra Luder und lacht. Das bringt auch ihre Tochter zum Lachen. «Jedes Mal, wenn wir dann zwei Gruppen bilden wollen, beginnt die grosse Diskussion ‹wer mit wem› wieder von vorne», sagen die beiden und tauschen verschmitzte Blicke. Ob sich Ladina dereinst als Profigolferin sieht, weiss sie nicht. Ganz ausschliessen kann dies die angehende Oberstufenschülerin nicht. Noch steht ihre berufliche Zukunft in den Sternen.

 

 

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