«Träume beschäftigen uns alle»

  • Schminken, auftanken, nähen: Hinter den Kulissen im Zirkuszelt läuft’s rund.
    Schminken, auftanken, nähen: Hinter den Kulissen im Zirkuszelt läuft’s rund. (Bilder: Michel Canonica)
17.03.2017 | 05:38

GOSSAU ⋅ Im neuesten Stück, das ab morgen im Zirkuszelt im Walter-Zoo aufgeführt wird, geht es um Träume aller Art. Bei der Ideenfindung hat es nur so gesprudelt.

Angelina Donati

Angelina Donati

angelina.donati

@tagblatt.ch

Sorgfältig ausgeschnittene Schäfchen gucken neugierig aus einer kleinen Bettdecke: Die Einladungskarte des Walter-Zoos zum neuesten Märchen «Lilly und der Herr der Träume» wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Genau darauf legen Gabi Federer Greulach und Tochter Jeannine Federer beim Entwerfen ihrer Stücke Wert, wie sie sagen. Der Grund sei einfach: «Wir haben grosse Freude an dem, was wir machen.» Mit der Freude steige auch der Qualitätsanspruch. Diesen brauche es auch, schliesslich sei die Region reich an Unterhaltungsmöglichkeiten.

In der heutigen Zeit, wo sich vieles um die digitale Welt drehe, sei die Aufführung im Zirkuszelt auf dem Walter-Zoo-Gelände in Gossau etwas Besonderes. «Immer wieder gehen Kinder automatisch davon aus, dass wir etwas auf Leinwand zeigen, und fragen uns, wann der Film beginnt», sagt Gabi Federer Greulach. Erst wenn sie das Bühnenbild sehen, wird ihnen bewusst, dass es sich um ein Schauspiel handelt. «Wenn man bedenkt, dass sich Kinder im Fernsehen zum Teil krasse Sachen ansehen, ist unsere Show dazu vergleichsweise harmlos», fügt Tochter Jeannine Federer hinzu. Dennoch müsse man stets darauf bedacht sein, was die Aufführung alles beinhalten dürfe. «Live ist alles eben viel emotionsgeladener als auf einem Bildschirm.»

Albträume lassen sich nicht einfach wegzaubern

Die Ideenfindung für das neue Märchen beginnt jeweils schon viele Monate vor der Premiere. Themen gebe es allerhand, die Schwierigkeit bestehe allerdings darin, daraus Fäden zu spinnen, erklären Federers. Dieses Mal habe es bei der Denkrunde zusammen mit ihrem Lebenspartner nur so gesprudelt, sagt Jeannine Federer. Entstanden ist eine Geschichte, die von guten, aber auch von schlechten Träumen handelt. «Schon seit längerem war es mein Wunsch, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen», sagt sie. «Denn Träume betreffen uns alle. Und sie können vor allem Kinder stark beschäftigen.» So bleibt es auch der Hauptdarstellerin, gespielt von Jeannine Federer, nicht erspart, dass sie von Albträumen geplagt wird. Als sie aufwacht, teilt ihr die Traumfee mit, dass der Herr der Albträume, Professor Noctis, ihre Flügel gestohlen hat und sie den Kindern darum keine guten Träume mehr überbringen kann. Lilly hilft der Fee und erträumt sich gleichzeitig die verrücktesten Dinge in ihr Schlafzimmer.

Im Gegensatz zu anderen frei erfundenen Geschichten aus dem Hause Federer, hat diese das Team wieder vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Normalerweise konnte der Bösewicht bekämpft oder eliminiert werden, nicht aber Professor Noctis. «Alle Albträume können wir nicht wegzaubern. Immerhin gelingt es uns in der Handlung aber, dass die schönen Träume überwiegen», sagt Jeannine Federer.

Akrobatische Kunststücke und zwei Frettchen

Dem Stück, das morgen Samstag Premiere feiert, gingen intensive Wochen voraus. Bis jedes Detail stimmt, die Musik ausgesucht und die Komponenten aufeinander abgestimmt sind, braucht es eben viel. Wieder sind es fünf Artisten, die sich in die Geschichte einfügen und Akrobatik, Zaubertricks, Gesangseinlagen und Jongleurnummern präsentieren. Nicht zu vergessen sind auch die beiden Frettchen, die bereits am Tingel-Tangel-Variété beim Publikum für «Jöh-Rufe» sorgten. Mit grossem Eifer haben wiederum viele ehrenamtliche Helfer mitgewirkt. «Ohne sie ginge es nicht», erzählen Federers. Ausserdem hievte Gabi Federer Greulach prunkvolle Sofas aus der Brockenstube in die erste Reihe: Damit sich die Besucher, die mehrheitlich Kinder sind, wie Grosse fühlen.

Aufführungen

Täglich um 15 Uhr, freitags spielfrei, sonntags 12 und 15 Uhr. Gespielt wird bis Ende Herbstferien

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