FRÜHLINGSSCHNEE

Es hat auch schon im Juni geschneit

Verschneite Gärten und Wiesen, Pflotsch auf den Strassen: In der Ostschweiz hat der Winter in den letzten Tagen ein Comeback gegeben. Doch aussergewöhnlich sind Schneefälle im April für St.Gallen nicht – auf dem Säntis hat es gar viel zu wenig Schnee für diese Jahreszeit.
19.04.2017 | 17:47
Maria Kobler-Wyer
"Am Mittwochmorgen lagen in St.Gallen fünf Zentimeter Schnee", sagt Klimatologe Thomas Schlegel von Meteoschweiz gegenüber "Tagblatt online". "Das ist aber nicht aussergewöhnlich. Mitte bis Ende April schneit es in St.Gallen häufig." Der letzte Schnee fällt im langjährigen Mittel in St.Gallen – die Messstation liegt auf 776 Meter über Meer – um den 7. April. In jedem 2. Jahr aller ausgewerteten Jahre fällt nach dem 7. April noch Schnee, in jedem 3. Jahr schneit es nach dem 20. April. Im vergangenen Jahr etwa schneite es noch am 24. und 25. April. Und seit der Jahrtausendwende gab es im April nur in drei Jahren keinen Schnee.

Die Schneehöhe wird laut Schlegel jeweils am Morgen um 8 Uhr gemessen. "Schneit es den ganzen Tag, am anderen Morgen liegt aber kein Schnee mehr am Boden, wird das nicht als Schneefall registiert", sagt Thomas Schlegel.

Bildergalerie: Schnee im Frühling

Auch wenn wir den Schnee lieber im Winter anstatt im Frühling haben, zeigen Bilder aus den vergangenen Jahren, dass es in der Ostschweiz immer wieder im April oder auch mal im Mai schneit.



Seltener ist Schneefall im Mai. Seit dem 4. Mai 1991 – damals wurden vier Zentimeter gemessen – fiel in St.Gallen im Wonnemonat kein Schnee mehr. Die Rekordschneemenge im Frühling zeigte die Messstation dennoch im Mai an, allerdings bereits vor 60 Jahren: Am 7. Mai 1957 lagen zwölf Zentimeter Schnee. 30 Jahre später, am 3. Mai 1987, schneite es neun Zentimeter. Einmal waren die Hügel in St.Gallen sogar im Juni weiss – mit vier Zentimetern am 1. Juni 1962.

Bildergalerie: Der Winter ist zurück in der Ostschweiz

Der Winter ist zurück. Die Ostschweiz ist Mitte April wieder unter einer weissen Schneeschicht bedeckt.



Während wir im Tal keine Freude mehr haben an der weissen Pracht, liegt auf dem rund 2500 Meter hohen Säntis viel zu wenig Schnee. "Am Mittwochmorgen wurden 2,21 Meter gemessen", sagt Klimatologe Thomas Schlegel. "Das ist ausgesprochen wenig." Normal sollten um diese Jahreszeit 4,5 Meter Schnee liegen. "In diesen Höhenlagen wird jeweils im April die Höchstmenge gemessen, dann fängt die Schneeschmelze an", sagt Schlegel. Die höchste gemessene Schneemenge geht auf den April 1999 zurück: Damals lag der Schnee 8,16 Meter hoch. Auf dem Säntis ist laut Schlegel allerdings das ganze Jahr Schneefall möglich. Im vergangenen Jahr freuten sich die Touristen Mitte Juli über Schnee auf dem Säntis.
 
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