ST. MARGRETHEN

Lärmschutz bereitet schlaflose Nächte

Wie angekündigt haben Anfang März an der A1 zwischen Rheineck und St. Margrethen die Nachtarbeiten an der neuen Lärmschutzwand begonnen. Anwohner beklagen sich wegen des «übermässigen Lärms», der sie nachts keine Ruhe finden lasse.
11.04.2018 | 07:05
Kurt Latzer

Kurt Latzer

«Laut piepsende, hin- und herfahrende Fahrzeuge, Schläge, wie die von Presslufthämmern: Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugetan», sagt eine Anwohnerin im Gebiet Nebengraben. «Wenn es viel ist, habe ich von Sonntag auf Montag zwei Stunden schlafen können», sagt ein Anwohner, der ebenfalls namentlich nicht genannt werden möchte. Hundemüde sei er die letzten Tage arbeiten gegangen.

Keine Reklamationen bekannt

Etwa 50 Nächte, von Anfang März bis Mitte Juni, müssen die Bewohner im Nebengraben in St. Margrethen und in Rheineck mit Lärm rechnen. Darüber wurde die Bevölkerung im Mitteilungsblatt der Gemeinde, die unmittelbaren Anwohner via Flugblatt informiert. «Mit so einem Lärm, wie wir in den letzten Nächten erlebt haben, hätten wir nie gerechnet», sagt ein spürbar entnervter Anwohner.

Welche Möglichkeiten haben die Bewohner, sich gegen übermüssigen Lärm zu wehren? Stefan Hauser, Mediensprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra) der Filiale Winterthur: «Die Nachtarbeiten sind unumgänglich. Wir dürfen nur arbeiten, wenn die Bahnlinie und die Stromleitung der SBB nicht in Betrieb sind. Wenn es eine andere Lösung gäbe, würden wir nicht nachts arbeiten.»

Ende nächster Woche ist das Gröbste vorbei

Und was empfiehlt der Astra-Mediensprecher den Leuten, die wegen der Baustelle nachts nicht schlafen können? «Leider gibt es keine Empfehlung. Wir sind bei allen Baustellen stets bemüht, möglichst wenig Nachtlärm zu produzieren.» Nach Ansicht von Stefan Hauser haben die von Lärm geplagten Bewohner in der jetzigen Projektphase keine Möglichkeit, sich rechtlich zu wehren. Astra-Projektleiter für die Sanierung der A1 im Abschnitt Rheineck bis St. Margrethen ist Dirk Stihl. Auch er hat Verständnis für die Schlaflosen, bittet sie um etwas Geduld. «Am Sonntag haben die Nacharbeiten begonnen, die am meisten Lärm verursachen. Ich gehe davon aus, dass die Bohrungen für die Lärmschutzwände bis Ende nächster Woche zu Ende sind», sagt Stihl. Hätte man nicht wenigstens während der lautesten Phase tagsüber arbeiten und einen Schienenersatzverkehr einrichten können? «Es ist immer schwierig, bei den SBB Sperren zu bekommen wegen Baustellen. Die müssen teils Jahre vorher geplant werden», sagt der Projektleiter. Was mit den SBB im Auflageverfahren im Detail verhandelt wurde, weiss Stihl nicht.

SBB-Mediensprecher Reto Schärli: «Technisch ist vieles möglich, auch ein Schienenersatzverkehr. Die Frage ist nur, wie gross der Aufwand ist und wer das Ganze bezahlt.» Ob eine Sperre der Rheintal-Linie während der Bauarbeiten an der A1 je zur Diskussion stand, weiss auch Schärli nicht.

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