WINTERSAISON

"Ostschweizer Bergbahnen haben überdurchschnittlich profitiert"

Die Ostschweizer Bergbahnen können auf einen äusserst erfolgreichen Saisonstart zurückblicken. "Das hat ausschliesslich mit den guten Schneeverhältnissen und dem schönen Wetter zu tun", sagt Roger Walser, Präsident des Ostschweizer Verbands der Seilbahnunternehmungen.
08.01.2018 | 15:57
Tim Naef
Wie sieht eine erste Bilanz der Bergbahnen in der Ostschweiz aus?
Roger Walser: Im Vergleich zum Vorjahr war es ein äusserst erfolgreicher Saisonstart - bei sämtlichen Skigebieten in der Ostschweiz. Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im gesamtschweizerischen Vergleich.

Weshalb?
Walser:
 Es gab bereits früh Schnee, weshalb die Bergbahnen im Vergleich zu den Vorjahren früh die Saison eröffnen konnten. Gleichzeitig war das Wetter an den Wochenenden vor Weihnachten meistens gut. Das hat extrem geholfen.

Gibt es noch weitere Gründe - beispielsweise neue Investitionen - die über den vergangenen Sommer gemacht wurden?
Walser:
 Das mag durchaus seinen Effekt gehabt haben. Aber hauptsächlich sind der frühe Schneefall und das gute Wetter für die positiven Zahlen verantwortlich. 

Dennoch konnten die Ostschweizer mehr profitieren als der schweizerische Durchschnitt. Demnach müssen sie etwas besser gemacht haben.
Walser: 
Nein, das kann man so nicht sagen. Das bessere Abschneiden der hiesigen Skigebiete hat mit der Lage zu tun. 

Wie meinen Sie das?
Walser: 
Für die Ostschweizer Skigebiete sind Tagestouristen extrem wichtig, da hier die Anfahrtswege kurz sind. Und da die meisten Skitouristen vor Weihnachten noch nicht in die Skiferien gehen, sondern eher Tagesausflüge machen, konnten die Ostschweizer Bahnen überdurchschnittlich von den guten Wetterverhältnissen profitieren. 

Was bedeutet der gute Saisonstart für die Bergbahnen?
Walser:
 Er hellt die Stimmung bei den Verantwortlichen auf und beruhigt die Nerven. 

Beruhigt die Nerven?
Walser:
 In der Tat. Damit ist die nötige Liquidität für die Aufrechterhaltung des Betriebs für eine gewisse Zeit gesichert. Und wenn es so weitergeht, können zudem Investitionen für den Sommer- und Winterbetrieb ins Auge gefasst werden. Oder es kann schlicht ein wenig Geld auf die hohe Kante gelegt werden. 

Ein guter Start reicht also noch nicht für eine gute Saison?
Walser:
 Leider nein. Dafür braucht es auch in der restlichen Saison gute Verhältnisse. Es ist aber  ein gutes Fundament.

Ist die Freude bei den Bergbahnen dann nicht ein wenig verfrüht?
Walser: Jein. Das vorweihnachtliche und Neujahrsgeschäft ist für die Ostschweizer Bahnen wegen der Tagestouristen extrem wichtig. Für andere Skigebiete in der Schweiz ist diese Zeit im Vergleich weit weniger zentral, da sie den Umsatz auch nach dem Jahreswechsel mit Feriengästen machen können. Deshalb darf doch ein wenig Freude in der Ostschweiz aufkommen.  

Kann man also vorsichtig optimistisch sein?
Walser: Sagen wir es so: Wenn der Saisonstart gelingt - was heuer definitv der Fall ist -, dann passt das Fundament für eine erfolgreiche Wintersaison. Ist hingegen das Gegenteil der Fall, ist es für die Ostschweizer Bergbahnenbetreiber fast unmöglich, das Verlorene nach dem Jahreswechsel wieder aufzuholen. 

Hier finden Sie eine Übersicht zu den Skigebieten der Region. 

Zufriedene Ostschweizer Skigebiete

Die Schweizer Seilbahnunternehmungen sind erfreulich in die Wintersaison gestartet. Von Saisonbeginn bis Ende Dezember 2017 haben sie 36,4 Prozent mehr Gäste (Ersteintritte) gezählt als in der Vorjahresperiode. Auch gegenüber dem Fünf-Jahres-Durchschnitt steht der aktuelle Winter mit einem Gästeplus von 13,6 Prozent gut da. Dies zeigt das Saison-Monitoring von Seilbahnen Schweiz. Schaut man auf die Ostschweiz, ist die Differenz noch grösser: Im Vergleich zum Vorjahr konnten sich die hiesigen Bergbahnen um 116 Prozent steigern. Und auch im Fünf-Jahres-Durchschnitt resultiert ein Plus von 41,3 Prozent. (tn)

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