BERGBAHNEN

Neue Aktionäre für Bergbahnen Wildhaus – trotz Streit

Die Bergbahnen Wildhaus AG haben die dritte Tranche einer Kapitalerhöhung liberiert. Seit Herbst 2015 wurden neue Aktien im Gesamtwert von 1,53 Millionen Franken gezeichnet und ins Aktienbuch eingetragen, wie das Unternehmen mitteilte.
16.06.2017 | 15:37
Darunter seien 500 neue Aktionäre, was die Aktionärsfamilie auf über 2000 Mitglieder anwachsen lasse, heisst es im Communiqué vom Freitag. Zusammen mit den Ende 2016 von der Bürgerschaft Wildhaus-Alt St. Johann beschlossenen 500'000 Franken und privaten Zusagen liege die Marke bei knapp 2,3 Millionen Franken.

Damit sei das Etappenziel der Kapitalerhöhung von zwei Millionen deutlich übertroffen, schreibt das Bergbahnunternehmen. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, den Rahmen der genehmigten Aktienkapitalerhöhung mit 2,6 Millionen Franken vollumfänglich auszuschöpfen.

Feindliches Übernahmeangebot

«Auch die Veröffentlichung des feindlichen Übernahmeangebots durch die Toggenburg Bergbahnen AG konnte die Nachfrage nach neuen Aktien nicht stoppen», heisst es. In den letzten Tagen seien im Gegenteil noch mehr Aktien gezeichnet worden. Dies sei «ein starkes Zeichen und eine Bestätigung für unser Projekt», wird Verwaltungsratspräsident Jakob Rhyner zitiert.

Im Rahmen des Projekts Wildhaus 2.0 planen die Bergbahnen grössere Investitionen in eine neue Sesselbahn und einen Ausbau der Beschneiungsanlagen.

Die Bergbahnen Wildhaus und die benachbarten Toggenburg Bergbahnen in Unterwasser liegen seit Jahren miteinander im Streit. Es ging dabei etwa um die Verteilung der Skibillett-Einnahmen. Vor zwei Wochen sorgte ein Zeitungsinserat für Unmut, mit dem die Toggenburg Bergbahnen einen Kauf von Aktien der Bergbahnen Wildhaus anboten.

Im Kantonsrat ein Thema

Der Streit kam am Dienstag auch im St.Galler Kantonsrat zur Sprache. Die Auseinandersetzung sei «nicht sehr angenehm», stellte Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann fest. Klar sei aber auch, dass das gemeinsame Ticket der beiden Bergbahnen noch bis 2019 festgeschrieben sei.

Es habe bereits Gespräche zwischen ihm und den Beteiligten gegeben, sagte der Regierungsrat. Diese Gespräche fänden aber im Hintergrund und vertraulich statt. (sda)
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