Kommission entlastet GBS-Rektor

  • Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen (GBS) im Tal der Demut oberhalb der Stadt St. Gallen.
    Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen (GBS) im Tal der Demut oberhalb der Stadt St. Gallen. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 19. Juni 2014))
14.06.2017 | 06:04

BERUFSSCHULE ⋅ Es habe an der GBS «keine Verschwendung finanzieller Mittel» gegeben. Zu diesem Schluss kommt die Finanzkommission des Kantonsparlaments. Sie verzichtet auf eine Sonderprüfung.

Regula Weik

Regula Weik

regula.weik

@tagblatt.ch

«Hunderttausende von Franken» habe das Gehabe von Lukas Reichle, Rektor des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS) bislang den Staat gekostet. Das heisst es in einem anonymen Schreiben, welches dem Präsidenten der Finanzkommission, ausgewählten Kantonsräten und den Medien zugespielt worden war. Es war denn auch übertitelt mit der Frage: «Wie viel darf ein inkompetenter Chefbeamter des Kantons St. Gallen den Steuerzahler kosten?» Diese Zeitung hat mehrfach über die Anschuldigungen an den GBS-Rektor berichtet. Auch darüber, dass sich zwei Kommissionen des Kantonsparlaments mit den Vorwürfen beschäftigen werden.

Gestern nun hat Kurt Alder, Präsident der Finanzkommission und Hauptadressat des Schreibens mit den Vorwürfen an den Rektor, das Parlament über die Untersuchungsergebnisse informiert – und: Der beschuldigte Rektor wird durch die Finanzkommission entlastet.

«Die Aufwendungen sind nicht auffällig»

«Es wurden an der GBS keine finanziellen Mittel verschwendet», sagt Alder. Dieser Vorwurf an den Rektor habe sich nicht erhärtet. Die Kommission habe keine Unregelmässigkeiten festgestellt. Es seien zwar – wie im Schreiben moniert – Aufträge an Dritte erteilt worden. «Doch die Aufwendungen sind im Verhältnis zur Grösse der Schule nicht auffällig», so Alder. Und sie lägen im Rahmen der zur Verfügung gestellten Budgetkredite.

Auf die Fragen, wann und wofür Aufträge an Dritte erteilt wurden, listet Alder auf: «Für die Ergebnisanalyse und Beratungen im Zusammenhang mit der Personalbefragung 2012, für die Unterstützung bei der Personalentwicklung, für eine Veranstaltung zur Organisationsentwicklung und für die Beratung im Zusammenhang mit der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses.» Im Schreiben werden zahlreiche weitere Beträge aufgeführt, mit denen die «finanzielle Verschwendung» am GBS untermauert werden sollte. «Sie sind grösstenteils nicht nachvollziehbar», sagt Alder dazu.

Nun ist die nächste Kommission am Zug

Delegationen der Finanzkommission und der Staatswirtschaftlichen Kommission hatten Ende Mai den beschuldigten Rektor, den Präsidenten sowie ein Mitglied der Berufsfachschulkommission, den Generalsekretär des Bildungsdepartements sowie den Leiter des Amtes für Berufsbildung zu den Vorwürfen befragt. Diese hätten die von der Kommission aufgeworfenen Fragen «glaubhaft» beantwortet, sagt Alder. Die Finanzkommission werde denn auch keine Sonderprüfung in die Wege leiten. Die Kommission hatte von Beginn weg betont, sie sei «einzig und allein» für finanzielle Fragen zuständig. Auch Präsident Alder betonte gestern, die Kommission sei lediglich den Vorwürfen der «finanziellen Verschwendung» nachgegangen, nicht aber jenen Anschuldigungen, die dem Rektor Führungsmängel vorwerfen. «Führungsfragen», so Alder, «gehören in die Zuständigkeit der Staatswirtschaftlichen Kommission.»

Ob jene weitere Schritte unternimmt, ist noch offen. Sie wird an ihrer nächsten Sitzung entscheiden, ob sie die Berufsfachschulen als Schwerpunktthema in ihre Prüfungstätigkeit aufnimmt – oder eben nicht.

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