Open Airs reagieren auf Terror

  • Ans Open Air Frauenfeld dürfen aus Sicherheitsgründen keine Rucksäcke mehr mitgenommen werden.
    Ans Open Air Frauenfeld dürfen aus Sicherheitsgründen keine Rucksäcke mehr mitgenommen werden. (Urs Jaudas/Archiv)
15.06.2017 | 19:34

SICHERHEIT ⋅ Die Open Airs St.Gallen und Frauenfeld verschärften ihre Sicherheitsmassnahmen. Auslöser: die jüngsten Terroranschläge.

Donat Beerli
Der Terror beschäftigt auch das Frauenfelder Open Air. Die Organisatoren teilen auf ihrer Facebook-Seite mit, dass die Sicherheitsvorkehrungen angepasst worden sind. Damit verbunden sind in erster Linie verschärfte Sicherheitskontrollen an den Eingängen, wie das auf etlichen Festivals in Europa und der Schweiz mittlerweile üblich ist. Die Besucher werden deshalb gebeten, früher anzureisen, weil mit längeren Wartezeiten gerechnet werden müsse.
14,8 auf 21 Zentimeter: So gross darf die Tasche fürs Konzertgelände sein. (Getty Images)
Eine Einschränkung gibt es ausserdem beim Eingang vom Camping zum Konzertgelände. Auf jenem Areal sind nur noch Taschen und Rucksäcke erlaubt, die eine Maximalgrösse von 14,8 auf 21 Zentimeter nicht überschreiten. Das entspricht in etwa einem A5-Papier. Zu grosse Taschen müssen vor dem Konzertbereich abgegeben werden. Warum genau diese Grösse festgelegt wurde, darüber gibt Mediensprecher Joachim Bodmer keine Auskunft. Nur so viel: «Die Sicherheit der Festivalbesucher geht vor.» Durch die Geschehnisse der vergangenen Monate sei es selbstverständlich, dass verstärkte Sicherheitsvorkehrungen nötig sind. Zwar sei dies ein zusätzlicher Kostenpunkt, «aber der wurde nie in Frage gestellt». Die neuen Massnahmen wurden vom Open Air getroffen – in Absprache mit der Kantonspolizei Thurgau.

Bei der Kapo ist über die getroffene Taschen-Regel jedoch auch nicht mehr zu erfahren. Mediensprecher Andy Theler sagt lediglich, dass die Massnahme der Sicherheit am Festival diene. Die Kantonspolizei gebe jedoch aus naheliegenden Gründen keine Begründung ab, weshalb welche Massnahme wie ausgestaltet wird.

Am St.Galler läuft es anders

Am Open Air St.Gallen sind die Eingangskontrollen ebenfalls verschärft worden. Eine Taschenregel gibt es hingegen nicht. Das wäre auch gar nicht möglich, wie Mediensprecherin Sabine Bianchi mitteilt. «Im Gegensatz zum Frauenfelder gibt es bei uns keine Trennung zwischen Camping- und Konzertgelände.» Fest steht, dass Besucher beider Festivals dieses Jahr auf dem Gelände und in der Umgebung vermehrt mit Personenkontrollen rechnen müssen. «Dabei gibt es in Frauenfeld auch keine Unterschiede zwischen denen im VIP-Bereich und den übrigen Besuchern», sagt Andy Theler.

Dass sich die aktuelle Lage auf die Ticketverkäufe auswirkt, spürt Joachim Bodmer bis jetzt nicht. «Die Zahlen zeigen ein anderes Bild der Situation.» Die VIP- und Spezialtickets seien bereits ausverkauft, ansonsten seien aber für alle Tage nach wie vor Tickets erhältlich.
 

Gabalier-Konzert: Regeln angepasst

Am Freitagabend tritt «Volks-Rock-’n’-Roller» Andreas Gabalier in St.Gallen auf. Die
Organisatoren haben ihre Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls angepasst. «Verboten sind Handtaschen und Rucksäcke über A4-Format», teilte die Veranstalterin gestern mit. Die Massnahme soll die Arbeit der Ordnungskräfte erleichtern und den Einlass beschleunigen. Ebenfalls verboten sind unter anderem Kameras mit Wechselobjektiven sowie Selfie-Sticks. Handys, Schlüsselbunde, Portemonnaies sowie kleinere Kosmetiktäschchen seien weiterhin zugelassen. Es wird empfohlen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. (sro)

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