PILOTPROJEKT

Bund bremst SOB bei automatischen Zügen aus

Die Südostbahn AG (SOB) will automatisch fahrende Züge ausprobieren. Beim Bundesamt für Verkehr ist ein Gesuch für die Finanzierung der Ausschreibung eingereicht worden. Jetzt werden aber die Pläne der SOB vom Bundesamt für Verkehr (BAV) durchkreuzt.
15.06.2017 | 22:38
«Das BAV ist der Ansicht, dass in der Schweiz ein einheitlicher Standard entwickelt werden soll. Darum sollen die Bahnunternehmen zusammen mit der Industrie einen Bericht erstellen», sagte BAV-Sprecher Gregor Saladin gestern gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell» von SRF. Erst anschliessend würde dann über einzelne Gesuche entschieden.

Bei der SOB wird der Entscheid des Bundesamts bedauert. Trotzdem sei das Pilotprojekt noch nicht gestorben. Für Markus Bart, Leiter Infrastruktur bei der SOB, ist der Entscheid gemäss SRF eine Art Moratorium. «Das BAV will sich einen Gesamtüberblick verschaffen, weil die Branche miteinander eine Lösung erarbeiten möchte. Das Projekt der SOB ist ein Teil davon.» Man werde zusammen mit den SBB und BLS in einer Arbeitsgruppe am Thema weiterarbeiten.

In einem ersten Schritt soll bei der SOB das Personal durch Assistenzsysteme unterstützt und entlastet werden, wie das Bahnunternehmen gestern in einem Communiqué mitteilte. In den Endbahnhöfen ergäben sich höhere Streckenkapazitäten und schnellere Wendezeiten. Weiter werde die Pünktlichkeit verbessert.

Ob und wann es dereinst Züge geben werde, bei denen das Lokomotivpersonal nicht mehr im Führerstand sitze, sei offen. Die SOB will die Versuche mit dem bestehenden Fahrmaterial auf der heutigen Infrastruktur durchführen. Erste Testfahrten waren für 2019 geplant. Ab 2020 sollte das System kommerziell genutzt werden. (sda/dwi)
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