Blocher-Zeitung veröffentlicht ungefragt Tagi-Artikel – Autor ist empört

  • Christoph Blocher hat die "St.Galler Nachrichten" erst kürzlich gekauft - nun gibt es bereits Ärger.
    Christoph Blocher hat die "St.Galler Nachrichten" erst kürzlich gekauft - nun gibt es bereits Ärger. (ALEXANDRA WEY (KEYSTONE))
13.09.2017 | 22:22

ST.GALLER NACHRICHTEN ⋅ Die Wochenzeitung "St.Galler Nachrichten" hat ungefragt einen alten Artikel des "Tages-Anzeigers" abgedruckt. Geschäftsführer Mario Stäheli weist jede Verantwortung von sich. Der Autor erwartet eine öffentliche Entschuldigung.

In der letzten Ausgabe hat die Wochenzeitung "St.Galler Nachrichten", seit Mitte August in Besitz von Christoph Blocher und der BaZ-Holding, einen sechs Jahre alten Artikel des "Tages-Anzeigers" veröffentlicht. Das berichtet "blick.ch" am Mittwochabend. Den Artikel mit Titel "Was gute Politiker ausmacht" schrieb Journalist Jean-Martin Büttner. Auf Nachfrage des "Blicks" reagierte er entsetzt: "Ich finde das Vorgehen unprofessionell und rufschädigend." Er hätte niemals einer solchen Zeitung seinen Artikel überlassen. "Ich erwarte eine öffentliche Entschuldigung", wird Büttner zitiert. 

Mario Stäheli, Geschäftsführer der "St.Galler Nachrichten", weist jede Verantwortung von sich. Es gebe keinen Redaktionsleiter, jener Mitarbeiter, der den Text in der Zeitung platziert habe, sei verantwortlich. Dieser sagte dem Boulevardblatt, er habe unter Zeitdruck gestanden und die leere Seite füllen müssen. "Ich wusste, dass das nicht richtig war, dachte aber, dass der Autor bestimmt kein Problem damit hat, wenn ich seinen Text mit Quellenangabe übernehme."

Dumm nur: Statt Jean-Martin Büttner stand in der Quellenangabe Jean-Marie Büttner. (red.)
Kommentare
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geschrieben am 15.09.2017 03:34 | von Bruno Turchet

Als ich diesen Beitrag las, war ich Sprachlos. Ich war mehrere Jahre für die St. Galler Nachrichten als Gerichtsreporter und Redakteur tätig. Aber so ein Plagiaqt wäre unter dem ehemaligen Chefredakteur Franz Welte oder mir nicht passiert. Die Ausreden des Geschäftsführers und verantwortlichen Redakteurs kann ich nicht ganz nachvollziehen. In diesem Fall handelt es sich um mehr, als "mangelnde Sorgalft". Die Ausrede, der Redakteur stand unter Zeitnot und hätte einen "Luckenfüller" benötigt, ist unglaubwürdig. Solch ein journalistisches Fehlverhalten gehört bestraft. Quo vadis St. Galler Nachrichten, mit solcher Redaktion? Bruno Turchet, ehemaliger Redakteur, heute in München tätig.

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geschrieben am 15.09.2017 22:26 | von Martin Halasz

Jaja, so viel zum 'Mainstream-Journalismus wo jeder von jedem abschreibt' - bei den Blocher-Zeitungen wortwörtlich!

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