GLOSSE

Bieberplage im Sarganserland

Seit Tagen sorgt der kanadische Popstar Justin Bieber für Aufsehen: Er hat in Bad Ragaz gegolft - und ist dabei ins Visier der St.Galler Kantonspolizei geraten. Betrachtungen von Ostschweiz-Ressortleiter Andri Rostetter.
15.06.2017 | 05:17

Es war absehbar, dass das Probleme geben wird. Denn wie man mit solch exotischen Kreaturen umgehen soll, weiss hier niemand so recht. Auch im Sarganserland nicht, wo sie sonst mit jeder Spezies fertig werden. Aber jetzt hockt dieses Exemplar schon seit Tagen in Bad Ragaz, im teuersten Hotel am Platz, umgeben vom besten Holz, das die skandinavischen Wälder hergeben. Und schon muss die Polizei kommen.

Dass es dabei nicht bleiben würde – auch das hätte man wissen können. Der Kanadische Bieber (Castor canadensis justinis) ist schliesslich nicht bekannt für gutes Benehmen. Sondern für Kitsch-Pop und pubertäres Getue. Drogen, Party-Exzesse, Vaterschafts­klagen – dieser 23-jährige Gesangsnager lässt nichts aus.

Nun hat auch Bad Ragaz seinen Bieber-Skandal. Zuerst spielte der Jungbieber friedlich ein paar Runden Golf. Dann aber fuhr er mit seinem Golfcaddy quer durch das Dorf. Das ist erstens verboten und zweitens gefährlich. Ein Unfall wäre ein Drama für Millionen Beliebers (so nennt man die minderjährigen Naturschützer, die sich dem Erhalt des Biebers verschrieben haben). Das könnte im schlechtesten Fall politische Folgen haben. Etwa Kanadas Kündigung des Pariser Bieber-Abkommens. In Luxushotels der Region gilt deshalb ab sofort: keine golfspielenden Starbieber mehr. Zumindest keine kanadischen.

Andri Rostetter
andri.rostetter@tagblatt.ch

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