WALDSTATT

Das Weihnachtsmenü der besten Landfrauen-Köchin Monika Knellwolf

Was kochen an Weihnachten? Wer noch keine Idee für ein Festessen hat, kann sich an einem neuen Rezept der Gewinnerin der diesjährigen SRF-Landfrauenküche versuchen.
16.12.2017 | 12:27
Karin Erni
Seit dem Gewinn des Kochwettbewerbs bei SRF-Landfrauenküche ist der Name Monika Knellwolf im Appenzellerland wohl jedermann ein Begriff. Durch die Teilnahme an der Kochsendung habe sie sogar noch mehr Freude am Kochen und vor allem am Ausprobieren bekommen, so die 45-Jährige. "Ich habe seit der Sendung viele Rezepte der anderen Landfrauen zu Hause nachgekocht." Gerne stöbert sie auch in alten Rezeptbüchern von der Grossmutter. "Im Internet findet man heute ja fast alles, aber die alten Gerichte kennt kaum noch jemand." Sie bevorzugt eine ehrliche Küche mit guten Produkten. Von Schnickschnack auf dem Teller hält sie nicht viel. "Ich würde beispielsweise nie eine Dekoration verwenden, die man nicht essen kann."


Eigenkreation für unsere Leser

Auf Anfrage der "Appenzeller Zeitung" hat sich die Waldstätterin bereiterklärt, ein spezielles Weihnachtsmenu zu kreieren. Neben der Arbeit in Haus und Hof hilft die Mutter von vier Kindern regelmässig in einer Metzgerei aus. Für sie ist deshalb ein währschaftes Fleischgericht zentraler Bestandteil des Festmenus.
Video: Das Menü der Landfrauenküchen-Siegerin

Mit diesem Menü punkten Sie garantiert bei Ihren Gästen: Monika Knellwolf, Gewinnerin der SRF-Landfrauenküche aus Waldstatt, kocht ein Weihnachtsmenü. (Karin Erni)

Die Hobbyköchin hat sich für im Ofen geschmorte Fleischvögel nach Appenzeller Art mit Kartoffelstock und Gemüse entschieden. "Die Fleischvögel sind mit Siedwurstbrät und Mostbröckli gefüllt. Das schmeckt nicht nur sehr würzig, sondern sieht obendrein auch noch gut aus." Zur Vorspeise gibt es Eierbrötchen mit Eiern von den eigenen Hühnern. Eine selbstgebackene Bananenroulade bildet den Abschluss des Festmahls.
Der Appenzeller Fleischvogel ist mit Mostbröckli und Siedwurstbrät gefüllt, dazu gibt es hausgemachten Herdöpfelstock.
Der Appenzeller Fleischvogel ist mit Mostbröckli und Siedwurstbrät gefüllt, dazu gibt es hausgemachten Herdöpfelstock. (Karin Erni)

Fast alles lässt sich vorbereiten

Neben der Verwendung von regionalen Produkten ist für Monika Knellwolf wichtig, dass sich alles gut vorbreiten lässt. "Die Fleischvögel können am Vortag zubereitet werden und müssen nur noch erwärmt werden. Auch die Roulade kann gut einen Tag im Kühlschrank warten und muss vor dem Servieren nur noch ausgarniert werden." Einzig der Kartoffelstock sollte frisch gemacht werden. Wer grosse Kartoffeln wählt, hat das Schälen schnell erledigt, und der Aufwand lohnt sich allemal.

Ihre Familie esse zwar an Heiligabend seit einigen Jahren Fondue chinoise, verrät die Landfrau. "Aber das machen wir erst, seit die Kinder grösser sind und etwas länger auf die Bescherung warten können."

Die Rezepte

Garnierte Eierbrötli:

2 gekochte Eier; 2 Scheiben Toast; etwas Butter; etwas franz. Salatsauce; Mayonnaise; etwas Schnittlauch; 4 Cherrytomaten; Nüsslisalat

Die gekochten Eier schälen. Mit dem Eierschneider einmal quer und einmal längs schneiden. Mit einer Gabel mischen. Schnittlauch fein hacken, darunter mischen. Mayonnaise und Salatsauce beigeben und nochmals mischen. Die Toastbrotscheiben halbieren, mit etwas Butter bestreichen, mit einer Gabel Eiermasse auf die Toastscheiben streichen und mit feingehacktem Schnittlauch garnieren.

Appenzeller Fleischvogel mit Kartoffelstock und Rüebli für 4 Personen:

Appenzeller-Fleischvogel: 6 Rindsplätzli dünn geschnitten; 300 gr. Siedwurstbrät (Rindsbrät); 24 Rädli Appenzeller Mostbröckli; Schnur zum Binden; Fleischgewürz; 1 Rüebli; 1 Zwiebel besteckt; Bratbutter; 2 EL Mehl; 7 dl Wasser; Bouillon, wenig Rotwein

Plätzli auslegen, 1 Mostbröcklirädli darauf legen, 50 g Brät auf das Mostbröckli legen und mit 3 Rädli Mostbröckli das Brät einpacken. Das Brätpäckli mit dem Rindsplätzli einrollen und mit der Schnur binden. Etwas Bratbutter in die Bratpfanne geben, Fleischvögel beidseitig anbraten, ebenfalls die besteckte Zwiebel und das Rüebli anbraten. Alles in eine Auflaufform geben. Bratbutter in die Pfanne geben, Mehl dazugeben und anrösten. Unter ständigem Rühren das Wasser beigeben und aufkochen. Etwas Rotwein beigeben und mit Bouillon würzen. Sauce ebenfalls in die Auflaufform geben und im Backofen 1 Stunde bei 150 Grad köcheln lassen.

Kartoffelstock: 1 kg Kartoffeln (mehligkochend); 1 dl Milch; ca. 2 dl Rahm; 80 g Butter; Streuwürze; Muskatnuss

Kartoffeln waschen, schälen, abspülen, in Würfel schneiden und Gratinform geben. Gratinform und das Glas mit der Flüssigkeit in den Steamer geben. Alles im Steamer dampfgaren bei 96 Grad 45 Minuten. Die Kartoffeln passieren, Milch, Rahm und Butter daruntermischen und mit Streuwürze und Muskatnuss würzen.

Rüebli: 1 EL Butter; 1 Zwiebel fein gehackt; 1 Rüebli, geschält, geschnitten; ½ dl Gemüsebouillon

Die Butter in eine Pfanne geben. Zwiebeln zugeben und glasig dämpfen. Rüebli beigeben und 2–3 Min. mitdämpfen. Mit Gemüsebouillon ablöschen und bei mittlerer Hitze ca. 25–30 Minuten garen.

Dessert: Bananenstollen:

Biskuit; 3 Eigelb; 1 EL lauwarmes Wasser; 90 g Zucker; 90 g Mehl; 3 Eischnee;

Eigelb, Wasser und Zucker schaumig rühren. Eischnee und Mehl lagenweise beigeben und sorgfältig rühren. Masse auf ein Wähenblech (mit Blechreinpapier belegt) verteilen. Backen: Ofen vorheizen, Ober- u. Unterhitze 270 Grad 5–10 Min. goldbraun backen. Dann Biskuit auf ein sauberes Geschirrtuch stürzen und das Backpapier vom Biskuit ablösen. Das Biskuit mit einem weiteren Geschirrtuch zudecken und zu einer Rolle formen und sehr gut auskühlen lassen.

Füllung: 200 g Butter weich; 80 g Puderzucker; 2 Eigelb; 2 Päckli

Butter schaumig rühren, Puderzucker beifügen, Eigelb und Vanillezucker beigeben und mit dem Mixer rühren. Füllung auf das Biskuit verteilen, 1 Banane schälen und auf die Füllung verteilen. Roulade sorgfältig einrollen. Mit Kuchenglasur dunkel bestreichen und Bananenscheiben an einer Reihe verteilen.

Tipp: Bananenscheiben mit Zitrone beträufeln, damit sich die Banane nicht verfärbt.

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