Sie ist der 25-millionste Gast: «Man glaubt es gar nicht»

  • Unerwartet im Mittelpunkt: Ursula Baumberger fühlt sich bei ihrem Säntisbesuch richtig wohl; hier beim Stopp auf dem zweiten Masten.
    Unerwartet im Mittelpunkt: Ursula Baumberger fühlt sich bei ihrem Säntisbesuch richtig wohl; hier beim Stopp auf dem zweiten Masten. (pd)
05.10.2017 | 17:14

SCHWÄGALP ⋅ Nach dreissig Jahren besucht Ursula Baumberger aus Frutigen wieder einmal den bekanntesten Ostschweizer Berg und dann so etwas: Sie ist der 25-millionste Gast. Künftig dürfte sie Stammkundin werden.

Roger Fuchs
Die 48-jährige Ursula Baumberger kann es immer noch kaum fassen: Ahnungslos steht sie am Mittwoch in der Kabine der Säntisbahn, als diese auf einmal stoppt und Geschäftsführer Bruno Vattioni sie als 25-millionsten Gast begrüsst. «Beim Einstieg ist mir nur aufgefallen, dass viele Leute herumstanden, die mit ‹Säntis› beschriftet waren», erinnert sich Baumberger. Auch sei Champagner eingeladen worden und sie hätte sich gefragt, was es auf dem Gipfel wohl zu feiern gebe. Dass sie selbst damit anstossen wird, konnte sie zu jenem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Und so muss sie sich bei der Siegesverkündigung mitten auf der Fahrstrecke erst fassen: «Man glaubt es gar nicht», so Ursula Baumberger, die mit einem Kollegen auf dem Säntisgipfel nur etwas trinken wollte. Stattdessen bekamen sie nach dem Apéro bei einem Zwischenhalt am zweiten Masten eine Führung durch die Swisscom-Anlagen auf dem Gipfel und es wurde ihnen ein Mittagessen serviert. Überdies darf die in Frutigen wohnhafte Mutter von drei erwachsenen Töchtern künftig ebenso wie auch der vor ihr zugestiegene Kollege und die nach ihnen folgende Person lebenslang gratis auf den Säntis fahren. «Ich werde jetzt sicher vermehrt hier sein», sagt sie. Und als ob dies noch nicht genug an Überraschungen waren, kam es gleichentags zu einem unerwarteten Wiedersehen: Jene Person, die das Ticket auf Lebenszeit ausstellte, war eine ehemalige Schulkollegin von ihr.

Der letzte Besuch von Ursula Baumberger auf dem Säntis liegt rund dreissig Jahre zurück. Mit ihren bisherigen Erinnerungen hat die heutige Schwägalp nicht mehr viel gemeinsam. Doch das moderne Berghotel bei der Talstation gefällt der Bernerin. Der Bau füge sich sehr schön in die Landschaft ein, schildert sie ihren Eindruck.

Auf dem Säntis richtig zu Hause gefühlt
Überhaupt hat ihr der Ausflug auf den Säntis auch abgesehen von der Ehrung sehr gefallen. «Im Gegensatz zu anderen touristischen Orten fühlt man sich hier noch als Einheimische», sagt sie. Heisst: Es hat sie sehr überrascht, dass am Tag ihres Besuchs der Berg nicht von chinesischen oder arabischen Gästen überrannt wurde. Selbst die Leute im Restaurant hätten, auch wenn nicht alles Schweizer seien, die hiesige Sprache verstanden. 

Persönlich umschreibt sich Ursula Baumberger als Naturmensch. Beim Wandern fühlt sie sich ebenso wohl wie auf dem Velo oder im Winter beim Langlaufen. Eine Woche vor dem Ausflug auf den Säntis verbrachte sie eine Wanderwoche in der Innerschweiz – in der Ferne habe sie schon da den Säntis aufblitzen sehen. Natürlich sei an dieser Stelle nicht unterlassen, im Gegenzug auch auf die Schönheiten ihrer Heimat, vorab im Gebiet Kandersteg, wo sie als Köchin in einem Altersheim arbeitet, aufmerksam zu machen. Von Kandersteg aus führt eine Gondel bis nahe an den Oeschinensee hinauf, den Ursula Baumberger den Appenzellern gerne als Tipp nennt. Dieser See ist geradezu in die Bergwelt eingebettet wie der Seealpsee im Alpstein und lädt ebenso zum Baumelnlassen der Seele ein.
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