APPENZELLERLAND

Kultur gegen Wind und Wetter

Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet am Wochenende des 5. und 6. Mai statt – und entführt die Besucherinnen und Besucher in die Höhe, auf die Schwägalp und den Säntis.
13.04.2018 | 05:18

Dieses Jahr ist das Wetter nicht ein Unsicherheitsfaktor, sondern es steht selbst im Zentrum der zweitägigen Kulturlandsgemeinde, die am Wochenende des 5. und 6. Mai stattfinden wird. Am Fusse und auf dem Gipfel des Säntis, auf dem seit 1882 eine Wetterstation steht, wartet der Kulturanlass gemäss einer Mitteilung mit Debatten, Kunstaktionen und Werkstätten auf und ermöglicht Begegnungen mit Menschen, in deren Alltag Wetter und Klima eine zentrale Rolle spielen. Einblicke sollen vermittelt werden, darüber hinaus aber auch blitzende Bilder, stürmische Geigenklänge und wärmendes Essen. Beim Fotowettbewerb «Säntis – der Wetterberg» gibt es eine Ballonfahrt zu gewinnen.

Die drei Diskussionsplattformen am Samstag widmen sich unterschiedlichen Facetten im Umgang mit Wetter und führen verschiedene Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Tourismus und Gesellschaft zusammen. Im Gespräch mit der Touristikerin Ariane Ehrat, dem Informatik-Projektleiter der Landi-Wetter-App Dominik Ernst und dem in der Versicherung von Katastrophenrisiken erfahrenen Andreas Schraft geht es darum, was das Wetter mit dem Geld auf sich hat. Die Meteorologin Rebecca Gugerli, der Helikopterpilot Till Linder und der Schriftsteller Peter Weber tauschen sich darüber aus, auf wessen Wissen sie bauen. Und in der Diskussion zwischen dem Arzt Gregor Dietze, der Journalistin Bettina Dyttrich sowie dem Filmemacher Matthias von Gunten wird ergründet, wer wann der Erfahrung vertraut. Zum Auftakt aller drei Gesprächsrunden führt der Meteorologe und Wissenschaftsjournalist Andreas Walker jeweils in ein Wetterphänomen ein.

Exkursionen, Werkstätte und Kunstinterventionen

Neben den Gesprächsrunden schaffen Exkursionen und Werkstätte Raum für Experimente, Erfahrungen und Expertisen. Der Wetterschmöcker Peter Suter lädt zu einer Wanderung auf der Schwägalp, Herwig Ursin und Sandra Utzinger zu einem literarischen Spaziergang. Gust Broger führt rund um den Säntisgipfel. Ein Workshop mit Thomas Horvath bietet die Gelegenheit, einen Nullwind-Drachen selber herzustellen. Das Publikum kann durch den skulpturalen Windkanal von Florian Dambois und Kaspar König schauen und die Wetter-Jukebox von Lük Popp zum Tönen bringen. Und Kinder können einen Schnuppertag in der Waldschule mit Eva Helg erleben. Die Kunst zieht und bläst allgegenwärtig und vielerorts. So in der Wetterlounge mit Filmszenen, die Marianne Eggenberger ausgewählt hat, oder in der Schwebebahn mit Wetterslams von Gabriel Vetter. Katrin Keller setzt sich mit den Wettereinflüssen auf demokratische Prozesse auseinander. Auf der riesigen Plakatwand auf dem Gipfel hängt ein von Peter Stoffel eigens für diesen Ort und die Kulturlandsgemeinde gemaltes Ölgemälde. Einen besonderen Genuss verspricht der Samstagabend zum einen mit einem feinen Buffet und zum anderen mit einem Konzert des Violonisten Tobias Preisig. Am Sonntag wird per Handmehr durch das Publikum der Sieger oder die Siegerin des Fotowettbewerbs gewählt und die Sendschrift verlesen. Anschliessend hält Annette Gigon, die mehrfach ausgezeichnete Architektin, ihre Rede «Gegen Wind und Wetter». Als Schlusspunkt findet am frühen Nachmittag die zweite Vergabefeier der Stiftung «Erbprozent Kultur» statt. Der Eintritt zu allen Programmpunkten, mit Ausnahme des Samstagabends, ist frei. Weitere Informationen sind im Internet auf www.kulturlandsgemeinde.ch . zu finden. (pd)

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