FUSSBALL

Fabinho ist nicht mehr Trainer des FC Herisau

Beim FC Herisau geht eine Ära zu Ende. Fabio de Souza ist nach acht Jahren als Trainer zurückgetreten. Die Nachfolge übernimmt Marcel Engetschwiler.
13.04.2018 | 16:39
Patrik Kobler
Spieler kamen und gingen, Vereinsfunktionäre ebenso. Eine Konstante gab es in den vergangenen Jahren beim FC Herisau aber stets: Fabio de Souza, genannt «Fabinho». Seit 2007 gehörte der Ex-Profi und Cupsieger von 2004 dem Verein an. Erst als Spieler und ab 2010 als Cheftrainer.

Der sympathische Brasilianer war das Aushängeschild des FC Herisau, jetzt ist er jedoch von seiner Aufgabe zurückgetreten. Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht: Erstens zeichnete sich ein Wechsel auf der Trainerposition nach dieser ungewöhnlich langen Zeit ab – der FCH hat im Winter denn auch mit Marcel Engetschwiler einen erfahrenen Coach als Assistenten verpflichtet. Ausserdem befindet sich der Zweitligist sportlich in der Krise, klassiert er sich doch nach der Niederlage vom vergangenen Wochenende aktuell am Tabellenende. 
 

Geprägt von starken Schwankungen

Trotzdem hätte der Verein bis zum Saisonende mit dem Trainer weitergemacht. Denn der starke Zusammenhalt war in der Vergangenheit stets der Trumpf der Appenzeller. Die Jahre unter Cheftrainer Fabinho waren geprägt von Schwankungen. In der Saison 2012/13 rettete sich der FC Herisau nur ganz knapp vor der Relegation in die 3. Liga – lediglich ein Punkt betrug der Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Ein Jahr später war es genau umgekehrt, als man den Aufstiegsplatz in die 2. Liga interregional nur um einen winzigen Punkt verpasste.

Einer Achterbahnfahrt glich auch die vergangene Saison. Damals lagen die Appenzeller zur Winterpause mit lediglich drei Punkten auf dem Konto abgeschlagen auf dem letzten Platz. Der Abstieg drohte. Doch in der Rückrunde gelang ihnen eine eindrückliche Aufholjagd mit 22 Punkten in elf Spielen. Auf diese Saison hin wurde die Mannschaft unter anderem mit den Routiniers Michael Keller und David Obrist aufgerüstet.  Trotzdem befindet man sich jetzt wieder in einer misslichen Situation. 

Einer ist jedoch überzeugt, dass der Ligaerhalt auch in diesem Jahr wieder geschafft werden wird: Fabinho. Trotzdem hat er diese Woche seinen Rücktritt gegeben. Ihm fehle die Kraft, sagt er auf Anfrage. In letzter Zeit hätten sich viele kleine Probleme summiert. Dies habe dazu geführt, dass die Mannschaft und er manchmal mehr mit Nebenschauplätzen beschäftigt seien als mit dem Fussballspielen. Ende Saison wäre er sowieso zurückgetreten. Jetzt kommt der Schlusspfiff etwas früher. Im Abstiegskampf brauche es jetzt einen Trainer, der unbelastet und mit voller Motivation bei der Sache sei. 

Ob «die Seele des FC Herisau» eine neue Aufgabe im Verein übernimmt, ist offen. «Ich brauche jetzt erst einmal eine Pause», sagt Fabio de Souza. Eines sei aber klar: «Der FC Herisau liegt mir am Herzen.» 
 

Heute geht es gegen den Tabellenführer

Beim FC Herisau hat derweil die Nachfolgesuche begonnen. Interimistisch übernimmt Assistent Marcel Engetschwiler den Chefposten. Seine Mannschaft trifft heute Nachmittag zu Hause auf dem Ebnet auf den Tabellenführer FC Amriswil. Spielbeginn ist um 17 Uhr. 
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