STEIN

Das Heim kommt später

Die Realisierung des Alterswohnprojekts im Gebiet Paradiesli verzögert sich. Der Kanton verlangt detaillierte Angaben über die Materialien. Baustart ist wohl erst 2019.
11.01.2018 | 05:20
Astrid Zysset

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Etwa um ein halbes Jahr verzögert sich die Erstellung des Gebäudes für Alterswohnungen und Pflegezimmer im Gebiet Paradiesli. Einst war geplant, Ende des vergangenen Jahres die Abstimmung über die notwendige Teilzonenplanänderung durchzuführen. Doch daraus wurde nichts. Denn: Das Resultat der Vorprüfung durch den Kanton war anders als erhofft.

Gemeindepräsident Siegfried Dörig sprach an der letzten Informationsversammlung zum Bauprojekt im Juni davon, dass die Vorprüfung lediglich eine «Formalität» sei. Man war zuversichtlich, dass die Pläne vom Kanton durchgewunken werden. Doch jener verlangt nun detailliertere Angaben. Dörig: «Diese betreffen die Gestaltung der Fassade und die verwendeten Materialien.» Aktuell ist die Gemeinde daran, die gewünschten Präzisierungen nachzuliefern. Grundlegende Anpassungen am Bauprojekt seien aber keine erforderlich.
 

Flugblatt wird im Februar verteilt

Die Detailgenauigkeit, welche der Kanton verlangt, hat Dörig «überrascht». Und sie kostet Zeit. Auf einen Abstimmungstermin zur Teilzonenplanänderung von WG2 auf WG3 möchte sich der Gemeindepräsident derzeit noch nicht festlegen. Aber die Abstimmung würde wohl im ersten Halbjahr dieses Jahres erfolgen. Gleichzeitig würde dann auch der Gestaltungsplan öffentlich aufgelegt. Das werde «in einem Paket» gemacht, denn das eine bedinge das andere. Der Baustart würde erst 2019 erfolgen. «Wenn es ganz gut läuft, vielleicht noch in diesem Jahr. Aber wir rechnen eher mit dem kommenden», so Dörig.

Der Bau gliedert sich in einen Teil mit Wohnungen und in einen Pflegetrakt. Die Wohnungen erstellt die Paul Preisig AG. Den Pflegetrakt finanziert eine Genossenschaft. Rund zwölf Millionen Franken würde dieser kosten. Die Genossenschaft befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Sie wird Bauherrin, aber nicht Betreiberin; der Betrieb der ganzen Anlage (Pflegeteil und Alterswohnungen) erfolgt durch die Stiftung Altersbetreuung Herisau. Anteile zeichnen können interessierte Bürgerinnen und Bürger. In ein paar Wochen will die Genossenschaft ein Flugblatt verteilen und die Bevölkerung aufrufen, sich finanziell am Bauvorhaben zu beteiligen. Gleichzeitig wird auch bekannt gegeben, wie gross der Anteil der Gemeinde sein wird.

Geplant ist im Gebiet Paradiesli ein dreigeschossiger Bau mit Holzfassade. Im Erdgeschoss sind eine öffentliche Caféteria vorgesehen sowie Küche und Aktivierungsräume. Die oberen beiden Stockwerke präsentieren sich fast identisch. Einziger Unterschied: Ein Dienstzimmer ist im zweiten, ein Pflegebad im Gegensatz dazu im dritten Geschoss eingezeichnet. Ansonsten sind je 16 Pflegezimmer inklusive individueller Loggia übersichtlich angeordnet, ein Essbereich mit Küche gibt es pro Wohngruppe. Die insgesamt 15 Alterswohnungen verteilen sich über die gesamten drei Stockwerke. In der Tiefgarage sind Parkplätze für insgesamt 31 Autos vorgesehen.

Leserkommentare
Weitere Artikel